Sudan droht wegen Darfur-Konflikt die Teilung

22. Dezember 2009, 06:17
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Bericht fordert umfassendes Abkommen

New York - Wenn nicht bald eine Lösung für den Konflikt in der westsudanesischen Bürgerkriegsregion Darfur gefunden wird, droht das Land nach Ansicht der Afrikanischen Union (AU) im Jahr 2011 in zwei Teile zu zerfallen. Ein umfassendes politisches Abkommen müsse dafür sorgen, dass in Darfur Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung einkehrten, sagten AU-Vertreter am Montag vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York. Der blutige Konflikt in Darfur beeinträchtige das ganze Land, seine Beilegung werde daher auch einen demokratischen Wandel im ganzen Sudan einleiten, hieß es.

Unter dem Vorsitz des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki haben AU-Mitglieder einen 153 Seiten umfassenden Bericht zum Sudan ausgearbeitet. "Die Krise in Darfur ist ein Zeichen für die ungerechte Verteilung von Reichtum und Macht im Sudan", heißt es darin. "Die unerfüllten Hoffnungen der Menschen in Darfur auf einen gerechten Anteil am Reichtum und Gemeinwesen des Landes machen eine Konfrontation mit dem Staat unvermeidlich."

Volksabstimmung im Jahr 2011

Auch zwischen dem überwiegend islamisch geprägten und von arabischstämmigen Sudanesen bewohnten Norden und dem von christlichen Schwarzafrikanern bewohnten Süden das Sudan hatte 20 Jahre lang Bürgerkrieg geherrscht. Nach dem Friedensabkommen von 2005 soll die Bevölkerung des Südens in einer Volksabstimmung im Jahr 2011 entscheiden, ob sie einen eigenen Staat will. Zwischen Nord und Süd gibt es noch immer viele strittige Fragen, insbesondere bei der Grenzziehung zwischen beiden Landesteilen und dem Zugang zu den Ölfeldern an der Grenze zwischen Nord und Süd.

Der Darfur-Konflikt ebenfalls zwischen von der Regierung in Khartum unterstützten arabischstämmigen Rebellen und schwarzafrikanischen Aufständischen begann vor sechs Jahren. Nach UNO-Schätzungen sind seither 300.000 Menschen ums Leben gekommen. Noch immer leben etwa 2,5 Millionen Menschen in Flüchtlingslagern. Die von UNO und AU gestellte Friedenstruppe UNAMID mit 19.000 Soldaten wurde entsandt. Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH bzw. ICC), Luis Moreno-Ocampo, erwirkte im März die Ausstellung eines internationalen Haftbefehls gegen den sudanesischen Präsidenten Omar Hassan al-Bashir wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in Darfur. (APA)

 

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