Expräsident der "anonymen Spieler" verurteilt

21. Dezember 2009, 22:03
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Zwölf Monate Haft wegen Veruntreuung von Vereinsgeldern

Salzburg - Zwölf Monate Haft wegen Veruntreuung, drei davon unbedingt - so lautete am Montag das Urteil gegen den ehemaligen Präsidenten der "anonymen Spieler Salzburg" Gerald G. Er hatte im Juni 2008 aus der Vereinskasse 47.250 Euro abgehoben und war dann auf Korsika untergetaucht.

Vor Gericht wiederholte G., was er schon bei seiner Rückkehr behauptet hatte: Wenige Tage davor seien zwei Männer in seinem Büro aufgetaucht, hätten ihm Handyfotos von seiner Frau und Tochter gezeigt und ihm zu verstehen gegeben, er solle "von der Bildfläche" verschwinden. Eine Lösung könne "nur in der Zerstörung meiner Reputation liegen". Also habe G. mit den Vereinsgeldern das Land verlassen. Noch am Bahnhof habe er einem der beiden 40.000 Euro ausgehändigt. Die Hintermänner vermute er in der "Spielautomatenmafia". G. war als Kritiker des illegalen Glücksspiels bekannt.

Für Staatsanwalt und Richterin war G.s Geschichte "lebensfremd" und "abenteuerlich". Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (pehe/DER STANDARD-Printausgabe, 22.12.2009)

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