Kopf des Tages

Walter Strobl - Der mit der Innenministerin tanzte

21. Dezember 2009, 20:10
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    foto: apa/pessenlehner

    Walter Strobl, der einsame Bürgermeister aus Eberau.

Seit 26 Jahren arbeitet der Eberauer Bürgermeister als Gemeindebediensteter

Zurzeit ist Walter Strobl wahrscheinlich der einsamste Mensch Österreichs. Seine Lebensgefährtin ist in Wien. Und dort, wo der 45-Jährige daheim ist, im südburgenländischen Eberau, wird er geschnitten, nicht selten "beschimpft", und das "auch unter der Gürtellinie", wenn nicht gar "bedroht". Kein Wunder also, dass die häufigste Redewendung im STANDARD-Gespräch ist: "Es tut schon weh, wenn ..."

"Es tut schon weh, wenn einige sogar den Handschlag verweigern." Am Samstag war das, als der seit 2001 eigentlich erfolgreich amtierende ÖVP-Bürgermeister bei einer Bürgerversammlung verkündete, dass in Eberau - konkret im Ortsteil Kulm - das Asylerstaufnahmezentrum Süd entstehen werde. Strobl wollte die Vorteile erläutern, über Arbeitsplätze, Umwegrentabilitäten, aber auch übers menschlich einfach Notwendige reden. Entgegengeschlagen sei ihm aber "eine aggressive, teilweise auch von außen hereingetragene Stimmung".

Ja, natürlich, auch er habe "Bauchweh" gehabt, als er der Innenministerin versprechen musste, Stillschweigen zu bewahren. Dafür hat er sich am Montag entschuldigt. Andererseits hat dieses Stillschweigen auch Sinn gemacht. "Es hat nur diesen Weg gegeben." Wäre etwas durchgesickert, hätte man das Projekt gleich "abgewürgt". Da wird der einsame Mann kämpferisch: "Das ist doch auch undemokratisch, wenn Landeshauptmann Niessl sagt, so ein Zentrum komme überhaupt nicht und nirgends im Burgenland infrage."

Kämpfen will er für sein - und der Innenministerin - Projekt weiterhin. Im Frühjahr wird eine "Bürgerbefragung" abgehalten, bis dahin gebe es eine "Informationsoffensive". Und darin werde er den Eberauern die Sache vorrechnen: "5,5 Millionen Euro plus in der Region, mindestens 130 Arbeitsplätze mehr, eine Verdoppelung, 200.000 Euro im Jahr mehr an Ertragsanteilen." Und Niessl lässt er ausrichten, dass die Landesregierung ja auch ein anderes - ausdrücklich: "irgendein" - Projekt fürs Abwanderungsgebiet Stremtal ins Auge fassen könne.

"Ich kann doch nicht zuschauen, wie bei jeder Volkszählung zehn, fünfzehn Prozent Abwanderung aufscheinen." Da müsse ein Bürgermeister doch was tun. Das, die Sorge um die Gemeinde und die Region, sei ihm eine Lebensaufgabe. "Wichtiger als meine Gesundheit", sagt er.

Seit 26 Jahren arbeite er als Eberauer Gemeindebediensteter. Ein geselliger Mensch sei er, "in 17 Vereinen aktiv". Jetzt kommt Weihnachten. Und das tut, ja: schon weh. (Wolfgang Weisgram/DER STANDARD-Printausgabe, 22.12.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 64
1 2
Der Konterspieler
 
00
23.12.2009, 14:35
Vote for the Burgenlandla of the Year 2009


http://bit.ly/burgenlandla2009

Desmond Dekker
00
23.12.2009, 08:56
ich gutiere nicht die asylpolitik fekters

neue aufnahmezentren für flüchtlinge sind aber NOTWENDIG. diese menschen dürfen nicht weiter in überfüllte quartiere gesperrt werden. daher MÜSSEN neue gebaut werden. alle habens angst vor den bösen ausländern. an die menschen denkt keiner. nur an wahlen und profit. enttäuschend und deprimierend in diesem land zu leben.

fullcool
01
22.12.2009, 20:42
Der Verräter

Die eigenen Bürger verraten, das Projekt totgeschwiegen mit einem Baubescheide innerhalb eines Tages. Eine Entschuldigung wozu? Maulkörbe für Gemeinderäte! Das reicht für drei Rücktritte, was kommt da demnächst noch an Informationen...

sansquartier
11
22.12.2009, 16:13
traumhochzeit

der berlusconi heiratet die fekter, trauzeugen sind strobl (vp) und scheuch (pkk- nein fpk))

Elisabeth Jarok
00
22.12.2009, 14:36

ich wollt ja nur das beste, darum hab ich ihnen nix gsagt.

solch ein amtsverständnis klingt nach aufgeklärter absolutismus, aber nicht nach "Volks"partei.

aber statt den bürgermeister einer kleingemeinde zu prügeln, sollte man die rolle fekters genauer anschauen. sie wollte ja die "Schweigepflicht", bzw. das Innenministerium wollte das.

mstislav raskachlovitsch
00
22.12.2009, 13:33
Der "Berlusconi von Eberau" hat sich.....

....unter "public relations" bestimmt auch was ganz anderes vorgestellt......womöglich wird er bei nächster Parteiveranstaltung noch mit einer Miniatur der Burg Güssing beworfen.....

Morpheus
10
22.12.2009, 13:04

Das wirklich Schlimme an der Sache ist, dass sie zeigt dass Rationalität und politische Werte vollkommen auf der Strecke bleiben wenn es darum geht, Wahlen zu gewinnen. Bin tief enttäuscht vom "Sozialdemokraten" Niessl (immerhin Koalitionsverhandler, also kein Niemand in der Partei).

Mir ist die Fekter auch unsympathisch, aber ich fürchte, die gewählte Vorgangsweise ist die einzig zielführende, um in Österreich so ein Zentrum zu realisieren. Asyl-Zentrum, Ortstafeln, ... - die Angst vor der FPÖ lähmt die Großparteien.

mike11
00
22.12.2009, 12:26
kein ...

Bürgermeister, der Herr Strobl, sondern ein "Fektermeister".

Kid "Kongo" Powers
00
22.12.2009, 12:06

interessant wäre auch zu wissen ob das Grundstück einem Verwandten vom Strobl gehört.

marut
 
00
24.12.2009, 18:13
Zentrum muß her.....

............aber nicht so. Wer die Mizzi kennt, der erwartet nichts Anderes als eine abgehobene und rotzige Vorgangsweise.
Anders gehts auch,siehe Vordernberg!

Der 1. Mensch
13
22.12.2009, 10:21
Reden statt diktiern!

Der Strobl braucht sich für kein Amt mehr bewerben und kann mit der überforderten Frau Fekter das Weite suchen.

Wetterl
00
22.12.2009, 08:46
Die anderen 10

Es wäre interessant wer sich hinter den anderen Gemeinden verbirgt die ja auch Interesse gezeigt haben.
Aber ob die sich zu erkennen geben wage ich zu bezweifeln.

Chucky81
00
22.12.2009, 10:46
genau - wer waren die anderen?

angeblich war es nur 1 gemeinde (=eberau) aus dem burgenland....

roterbruder1
11
22.12.2009, 08:30

der zuzug an bürgern wird explodieren, sie werden sich drum reissen, in der nähe des asylzentrums häuser und wohnungen zu bauen.

bisserl naiv herr strobl

Jim Kirk
00
22.12.2009, 12:02

Häuser gibts dort eh genug, es geht ja darum die Abwanderung zu verhindern.

kauf nix
11
22.12.2009, 10:35
wird er sich nicht erwarten...

...aber in der gegend kann ich mir abwanderung auf grund jobmangels vorstellen. sollten durch das projekt wirklich 130 arbeitsplätze geschaffen werden, könnte dies durchaus postiv sein.

Kid "Kongo" Powers
01
22.12.2009, 12:10

sehr kurzsichtig, es ziehen immer mehr Menschen ins SBGLD, oder machen dort einige Wochen Urlaub abseits vom Ballermann und Erlebnis Gastro.Es entwickelte seit 10 Jahren sich eine Art sanfter Tourismus der die eigentliche Zukunft dieser abgeschiedenen Region sein wird. Aber wer will dabei schon ein Lager mit Asylanten ständig im Hinterkopf haben??

Walter Kaiser
04
22.12.2009, 08:18
Gfraster: Ja, natürlich, auch er habe "Bauchweh" gehabt, als er der Innenministerin versprechen musste, Stillschweigen zu bewahren.

Daß er als gewählter Bürgermeister seinen Leuten und nicht der Innenministerin verpflichtet ist, hat er wohl vergessen.

onlooker
00
22.12.2009, 13:45
der strobl wird sich nicht so leicht vertschüssen

können er ist immerhin seit 26 jahren gemeindebedienster, frage mich nur wie das mirt seinem bürgermeistersessel möglich ist

der einsager
03
22.12.2009, 08:12
"Bauernopfer" für ...

Wird der Strobl für den Wahlkampf in der Steiermark geopfert?

Die herzlose Dame im Innenministerium hat nur parteipolitische Ziele und ist daher RÜCKTRITTSREIF!
Gerichte sollten das Ausnützen der Macht durchleuchten.

Lumpy
00
22.12.2009, 11:15
klar ist das so...

die schotter-mizzi fährt da drüber. wenn sich jemand denkt, das hängt mit der steiermark nicht zusammen, ist er naiv.
der fekter, dem alten urgestein (die verdopplung ist absicht), ist das doch völlig wurscht - das ist doch in der ÖVP seit jahren so, dass die bürgernähe zugunsten von eigenen parteispielchen immer mehr verschwindet.
irgendwann, irgendwann merkens die lieben wahlschafe aber hoffentlich auch. NUR: welche partei soll ein kritischer, politkinteressierter mensch heutzutage wählen???

ama2deus
00
steiermark?

was hat ein asylaufnahmezentrum im südburgenland mit den steirischen wahlen zu tun?

travelmike
51
22.12.2009, 07:34
Ein Bürgermeister

der persönlich und in Eigeninitiative den Ort und das Leben der Einwohner zerstört...
Das riecht nach einem höheren Posten.

Harry Y.
04
22.12.2009, 08:42
Na und inwiefern wären denn die Leben der Einwohner und die Region zerstört, wenn ich das fragen darf??

Was soll dieser Unsinn? Erklären Sie uns das bitte.

ergomane
00
23.12.2009, 10:11
daten und fakten...

bis zu 300 werber aus tschetschenien und afghanistan in einer max. 980 einwohnergemeinde, unter der woche beleiben noch 300 über. wow! toll! in einem kz-ähnlichen bau (laut bauplänen) im landschaftsschutzgebiet, wo wir nicht mal offizell kunststofffenster, sondern nur holzfenster einbaun dürften wegen der landschaftspflege...wenn das kommt - und es wird nicht kommen!- dann würde die abwanderung noch schneller voranschreiten! umwegrentabilität: blödsinn. die wird mehr als aufgehoben vom völligen wertverlust der gegend und von der völligen chancenlosigkeit des sanften tourismus. wer wird dort noch freiwillig ein haus kaufen oder bauen! die fekter kann das lager ja zu ihrem ehgatten stellen, der hat ja ein schönes grundstück im südbgld......

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