Frauenherzen schlagen anders

21. Dezember 2009, 15:30
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Studie stellt neuste Erkenntnisse zu alters- und geschlechtsspezifischen Veränderungen der Herzfunktion vor

Freiburg - Die Herzmuskelfunktion im linken Herzen ist für Patienten mit Herzerkrankungen von großer prognostischer Bedeutung. Allerdings können mit der Herzultraschalluntersuchung, mit der die Pumpfunktion üblicherweise bestimmt wird, meist nicht alle Herzwandabschnitte gut eingesehen werden. Zudem können nicht alle Bewegungskomponenten der Herzwandbewegungen analysiert werden. Aus diesem Grund wurde am Universitätsklinikum Freiburg eine neue Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) Methodik entwickelt, die es erlaubt, die Herzmuskelgeschwindigkeiten in allen Regionen der Herzwand und in allen Raumrichtungen direkt zu messen, so das Klinikum in einer Aussendung. Die Studie wurde im Dezember in der Fachzeitschrift "Circulation: Cardiovascular Imaging" veröffentlicht.

Alters- und auch geschlechtsspezifische Veränderungen

Ziel der Studie war eine genaue Bestimmung dieser Geschwindigkeiten beim gesunden Herzen. Untersucht wurden 58 Gesunde in drei Altersgruppen, darunter 29 Frauen. Dabei konnten deutliche alters- und auch geschlechtsspezifische Veränderungen der regionalen Herzwandbewegung aufgezeigt werden. Insbesondere auch Bewegungsrichtungen, die mit üblichen diagnostischen Verfahren meist nicht erfasst werden, wie die Rotation des Herzmuskels und die Längsbewegung, zeigten in der Studie deutliche altersabhängige Änderungen.

Überraschenderweise ließen sich auch geschlechtsspezifische Veränderungen im Alter deutlich nachweisen. So scheint beispielsweise die Längsbewegung des Herzmuskels bei Frauen im Verlauf des Älterwerdens deutlicher abzunehmen, als bei Männern. Diese Erkenntnisse sind wichtig, um Veränderungen der Herzwandbewegung, die teilweise sogar sehr früh im Verlauf von Herzerkrankungen auftreten, richtig einschätzen zu können. Außerdem unterstreichen sie die Notwendigkeit von Kontrollkollektiven bei klinischen Studien, die nicht nur bezüglich des Alters, sondern auch im Hinblick auf das Geschlecht an die zu prüfende Patientengruppe angepasst sind. (red)

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