Kuba bleibt auf dem sozialistischen Pfad

22. Dezember 2009 18:42

Die Kubaner können nach den jüngsten Erklärungen von Staatschef Raúl Castro in absehbarer Zeit keine Reformen in Richtung Marktwirtschaft und Demokratie erwarten. Und das Verhältnis zu den USA wird wieder schlechter

Havanna - Kuba werde mit seinem sozialistischen Wirtschaftsmodell weiter voranschreiten, kündigte Präsident Raúl Castro zum Abschluss der Wintersitzung der kubanischen Nationalversammlung am Sonntag an. Dabei dürfe es keine Improvisationen und keine Eile geben, Änderungen müssten zu einer Stärkung "unserer sozialistischen Gesellschaft" führen.

"Es ist richtig, in Richtung Zukunft zu gehen, aber mit festem und sicherem Schritt, denn wir haben einfach nicht das Recht, uns zu irren" , sagte Castro weiter. Die Weltwirtschaftskrise habe das Land zu Einsparungen gezwungen. Auch für die nahe Zukunft bleibe Kuba zum Sparen verurteilt, da das Land nicht mehr ausgeben könne, als es besitze. 2010 müssten die Finanzmittel so investiert werden, dass die Exporte zunehmen und die Importe verringert werden, sagte Castro.

Kuba ist in hohem Maße auf die Einfuhr von Konsum- und Produktionsgütern, aber auch von Lebensmitteln angewiesen. Erst jüngst hat Raúl Castro mit dem linksgerichteten venezolanischen Staatschef Hugo Chávez engere Wirtschaftskooperation vereinbart. Kuba erhält von Venezuela weiter Öl und Gas zu günstigen Konditionen.

Der US-Regierung warf Raúl Castro nach der Festnahme eines US-Bürgers in Kuba subversive Aktivitäten vor. "Der Feind ist genauso aktiv wie früher" , sagte Castro am Sonntag (Ortszeit) vor dem Parlament in Havanna. Die Regierung von US-Präsident Barack Obama führe eine "antikubanische Kampagne" und habe die Opposition mit "hochentwickelten Kommunikationsgeräten" ausgestattet.

Die kubanischen Behörden hatten Anfang Dezember einen Mitarbeiter der US-Entwicklungshilfeorganisation Development Alternatives festgenommen. Laut New York Times hatte der Mann in Kuba im Auftrag der US-Regierung Handys und Computer vertrieben. Die Regierung in Washington hatte die Festnahme bereits bestätigt.

Nach Castros Auftritt vor dem Parlament verschärfte Außenminister Bruno Rodríguez die antiamerikanische Rhetorik und warf Obama vor, beim Klimagipfel in Kopenhagen gelogen und betrogen zu haben. Zudem sei Obama "imperialistisch und arrogant" aufgetreten und habe "seine Positionen den Entwicklungsländern sogar mit Drohungen aufgezwungen" . Obama hatte nach seinem Amtsantritt eine Lockerung des seit 1962 geltenden US-Wirtschaftsembargos gegen Kuba angedeutet.

Auf der Parlamentssitzung wurden der Altrevolutionär Ramiro Valdés (77) und die Chefin der Anti-Korruptions-Behörde, Gladys Bejerano (62), in die Führung des Staatsrates gewählt, dem Raúl Castro vorsitzt. (AFP/dpa/APD/red, DER STANDARD, Printausgabe 23.12.2009)

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Girgl Galgenstein
02.01.2010 18:56
Was wurde übrigens aus der vor anderthalb Jahren

groß propagierten Erneuerung des kubanischen Eisenbahnnetzes? Musste auch dieses dem sozialistischen Pfad weichen?

En Sabah Nur - Apocalypse
07.01.2010 13:40

Eisenbahnnetzbau funktionierte mit chinesischen Einwanderern, jetzt sind alle Kubaner... in der Hitze wird nicht gearbeitet und schon garnicht für das Geld.

Träume sind Schäume.
07.01.2010 22:33
Geschichte nachschlagen

Das war um 1860 im "Imperium".

Heute tobt in China der Kapitalismus und Züge mit 300 Km/h Geschwindigkeit verkehren bereits zwischen Großstädten.

Genieß den Sozialismus, Hasta victoria siempre ;)

marko serbe
28.12.2009 14:56
Demokratie ? Wo gibts den so was ?

Es stellt sich für mich die Frage , was bekommen Cubaner ( Menschen ) mit einer Regierungsveränderung und Öffnung für Amerika oder Ausland ?
Zu erst sind die Banken vor Ort, Konsumkredite vertreillen , Menschen in schulden falle locken ( Natürlich nur die die etwas besitzen ).
Grosse Handelsketten und Grosse Firmen die nur auf Profit sind.

Was haben die Menschen Heute , NICHTS , aber auch keine schulden.
Was bekommen Sie ein Handy , einen Fernseher oder comp und dann ? was dann ?


Was ist besser ? alles auf Pump zu haben oder nichts und ohne sorgen ?

Träume sind Schäume.
30.12.2009 12:27
Gott ist das peinlich,....

wenn man einem Marxisten seine Religion erklären muss.

Genosse, höre nun:
Die Idee das materielle Armut unüberwindbar ist, kommt vor allem in spirituellen Religionen vor.
Die kath. Kirche, der Islam und das hinduistische Kastensystem predigten lange, dass Armut ein Schicksal ist, das von Gott oder dem System zugeteilt wird.

Eure Religion (Sozialismus) sagt:
Sobald die Klassenkonflikte enden werden sich die befreiten Massen ihrer wahren Kraft bewusst.
Die Produktionskapazitäten explodieren befreit von kapitalistischer Profitgier und Konsumgüter und Produktionsmittel zirkulieren in ungeahnter Menge.
Durch geistige "Befreiung" wäre es auch für jeden möglich, das intell Niveu eines Denkers wie Aristoteles zu erreichen.

Enjoy the paradise ;)

Der Neue Mensch
01.01.2010 00:54

"Sobald die Klassenkonflikte enden werden sich die befreiten Massen ihrer wahren Kraft bewusst.
Die Produktionskapazitäten explodieren befreit von kapitalistischer Profitgier und Konsumgüter und Produktionsmittel zirkulieren in ungeahnter Menge."

Genau dies kann man sehr gut in den vergangenen (Sowjetunion, Rumänien, DDR, ...) und noch gegenwärtigen (Kuba, Venezuela, Nordkorea, Simbabwe) sozialistischen Ländern beobachten ... LOL

En Sabah Nur - Apocalypse
01.01.2010 11:46

Die Produktionskapazitäten sind im Kapitalismus auch alles andere als explodiert. Was passierte ist das man mittels immenser Schuldenmacherei zukünftige Gewinne vorgaukelt (zum Teil auch realisiert) und somit gerne investiert wird, und zwar dort wo es was zu holen gibt. Ansonsten sind die Länder inkl. Österreich mit einer staatsgelenkten Wirtschaft besser gefahren, als z.b. die etwas liberalere USA (welche immensen Ressourcenreichtum noch dazu besitzt). Venezuela ist ein Paradebeispiel wie durch kap. Einflussman ein superreiches Land bis zum Jahr 2000 unglaublich viel Armut geschaffen wurde, deswegen gibts fast nur noch linke Regierungen in Südamerika. Simbabwe und Nordkorea..., warum nehmens nicht Pleiteland Kärnten gleich mit?

Girgl Galgenstein
07.01.2010 22:24
Was soll Nordkorea illustrieren?

Dass das Land keine Schulden hat? Es hat aber auch sonst nix, zumindest nicht für seine "Genossen" zu bieten, wenn sie nicht gerade an der Spitze des Systems stehen.

Simbabwe illustriert, wie man ein Land in kürzester Zeit ruinieren kann. Die landwirtschaftliche Produktion ging um 70% zurück. Aus einem Exporteur wurde ein Importeur. Soll man sich daran ein Beispiel nehmen?

Und wenn Sie in Venezuela einmal die Einnahmen aus dem Ölexport rausrechnen (dies sind Einnahmen die im Ausland erwirtschaftet werden), dann sehen Sie, dass auch dort die Produktion rückläufig ist. Trotz immenser Einnahmen geht es den Menschen kaum besser. Wenn die Ölquellen versiegen wird das Erwachen umso heftiger.

insertnamehere
 
29.12.2009 00:20
NICHTS zu haben SIND Sorgen.

Der Neue Mensch
28.12.2009 19:14

Wie kommen Sie auf die krumme Idee, ein Kubaner würde sorgenfrei leben, nur weil er keine Schulden hat?

marko serbe
30.12.2009 01:38
ganz einfach

...ich komme aus einem Kommunistischem Land , das heute in " Demokratisch " ist.

Glauben Sie mir das es im Sozialismus viel einfacher war zu leben als , Heute.
Wir hatten auch nichts , klar haben wir im Fernsehen gesehen das es Leuten besser geht als uns . haben unsere Gastarbeiter Beneidet.
Nur dann kam dieser heutiger Räuberischer Kapitalismus. Man sollte die einfachen Leute befragen in den OST EU Ländern und ex YU , wann Sie besser gelebt haben.
Wir werden zu einem Grausamen Ergebnis kommen.

Thomas Mohr
 
25.02.2010 23:08

Marko, das Erfebnis ist hächstens grausam für Dich. In den osteuropäischen Ländern wünschen sich die Leute den Kommunismus so sehr zurück, dass die kommunistischen Parteien bei freien Wahlen regelmässig nur wenig reissen. Was gut leben betrifft. Sagt Dir Goli Otok was ? Oder der Jugoslawische Demozid ?

Der Neue Mensch
01.01.2010 00:49
Die Jäger und Sammler hatten auch ein sorgenfreies Leben

und überhaupt, früher war alles besser ...

Ihren Mumpitz erklären Sie übrigens jemanden, der in der DDR aufgewachsen ist und auch die "sorgenfreie" Realität in Kuba aus eigener Anschauung recht gut kennt.

En Sabah Nur - Apocalypse
04.01.2010 05:39

Jaja die DDR, denen ging es verdammt nochmal besser als einigen bei uns. Nur bei uns glaubt halt jeder das es allen gut geht. Ist aber nicht so, die Armut sieht man nur nicht. Kein fliessendes Wasser in der Toilette, nicht genügend Geld zum Heizen, kein Geld zum Fortgehen und zum Glück auch nicht fürs Internet, sonst würden wir von denen erfahren. Und das sagt einer der im DDR Museum feststellen musste, das die Standard Wohnungen besser waren als mein Geburtshaus im supertollen Österreich.

Girgl Galgenstein
07.01.2010 22:27
Ich gehe einmal davon aus

dass ihr Geburtshaus nicht zu den Standardwohnungen in Österreich zählte. Sie vergleichen hier Äpfel mit Birnen. Übrigens 1990 hatten noch 30% der DDR-Wohnungen Etagenklos. Ist das der von Ihnen dort gepriesene Standard?

Bibabutzemann
29.12.2009 17:18

Naja, irgendwas muss halt positiv am Kommunismus sein.

Raptor Jesus
27.12.2009 18:15
Marktwirtschaft ist keine voraussetzung für Demokratie

In China funktioniert die Marktwirtschaft ohne Demokratie, da wird es umgekehrt auch funktionieren.

Libertarian76 free minds, free people, free markets
16.07.2010 15:57

Nein, eben nicht. Marktwirtschaft ist das einzige Wirtschaftssystem das kompatibel zur liberalen Demokratie ist. Das heißt nicht dass Marktwirtschaft Demokratie braucht.

Sozialismus ist nichts anderes als ein Polizeistaat in wirtschaftlichen Belangen.

Uatu - The Watcher
23.12.2009 18:41

War die letzten 6 Jahre viel in Kuba. Die alten sind zu alt um ihre Fehler zu korrigieren, die besten Jungen ausgewandert oder Taxifahrer und die die das Land leiten, tun dies nicht weils Hirn haben, sondern weil jeden 2ten Satz mit Fidel beginnen. Und an dieser inkompetenten Führung, die aber auch noch demokratisch legitimiert ist, scheitert es halt. Die Castros checken es ja selber nicht welche Koffer die in den wichtigen Ämtern sitzen haben. Wobei Ramiro Valdez wird in höchsten Tönen gelobt, hellwach trotz des Alters.

Redwraithvienna
26.12.2009 17:17
Demokratisch legetimiert bei nur einer erlaubten Partei ?

Na wenn sie meinen ...

Uatu - The Watcher
26.12.2009 21:55

Naja der Kubaner könnte ja auch ungültig wählen, aber wenn jeder 70% und meist noch mehr Zustimmung erhält, abgesehen davon es kann sich ja jeder aufstellen lassen. Ich kenne klare Contras und die wählen dennoch ihren Bezirkskanditaten mit Überzeugung. Immerhin ist es eine Personenwahl wo jeder gleiche Chancen hat.

Redwraithvienna
26.12.2009 22:00
Verstehen sie das nicht ?

Wenn ich die "Anti Fidel - USA ist super" partei gründe dann werde ich nicht zur wahl zugelassen.

Wie kann eine solche wahl demokratisch sein wenn ich keine wahl habe und nur den kandidaten der kommunistischen partei wählen kann ...

sogar in der DDR gabs zumindest noch die Blockparteien ... ich mein nicht das die was gebracht haben aber nicht mal sowas gibts in cuba.

Uatu - The Watcher
27.12.2009 01:35

Also wenn man es mal geschafft hat alles rechte loszuwerden, dann wäre es schon ein seltener Schwachsinn das wieder zuzulassen. Besser die Diskutieren das im linken Rahmen aus wohin Kuba schippert. Ohne Castro wird dann schon was weitergehen. Der hat ja selbst den Bruder ausgebremst.

Bibabutzemann
29.12.2009 17:30

"alles rechte loszuwerden"

Aja, also den Rechtsstaat, eine pluralistische Demokratie, Wohlstand, Fortschritt, Selbstbestimmung etc.etc.

Auf all das müssen die Kubaner verzichten und was haben sie dafür erhalten?

Kuba gammelt vor sich hin. Die Opposition wird unterdrückt. Die kommunistische Parteibonzenaristokratie bereichert sich (mal wieder) auf Kosten der Bevölkerung, die wiederum lieber bei einem Fluchtversuch ertrinkt oder sich von Haien fressen läßt, als länger unter diesen Umständen dort zu leben.

En Sabah Nur - Apocalypse
30.12.2009 03:38

bei Gelegenheit nach Kuba fahren. Parteibonzen, ein Lada für den Eigenbedarf und vielleicht einmal pro Jahr eine Auslandsreise. Ui.

Aber es stimmt an den anderen Sachen muss noch gefeilt werden. Aber nicht vergessen, das meiste geht auf US Kosten. Hätte sich das Imperium nicht so aggressiv verhalten, würde nicht der Militärapparat überall mitreden. Bereichern tun sich vor allem Ausländer die keine Konkurrenz aufgrund des Embargos zu fürchten haben und Kuba darf zahlen. Die meisten Fluchtversuche laufen etwas anders ab.

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