Eurostar kündigt nach Panne Untersuchung an

21. Dezember 2009, 14:30
6 Postings

Bis auf weiteres fahren keine Züge unter dem Ärmelkanal

Paris - Nach dem Eurostar-Desaster vom Wochenende sind auch am Montag keine Züge durch den Ärmelkanal-Tunnel gefahren. Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, war einer Sprecherin zufolge unklar. Der französische Verkehrsminister Dominique de Bussereau nannte die Situation "inakzeptabel". Präsident Nicolas Sarkozy hat die Panne zur Chefsache gemacht. Er bestellte am Montagvormittag den Chef der französischen Staatsbahn SNCF, Guillaume Pépy, in den Elysée-Palast und versprach eine Untersuchung. Auch Eurostar selbst kündigte Ermittlungen an.

Von der beispiellosen Panne wenige Tage vor Weihnachten sind bisher mindestens 55.000 Fahrgäste betroffen. Nach Angaben von Eurostar-Chef Richard Brown könnte es noch Tage dauern, bis die Züge zwischen Frankreich und Großbritannien wieder fahrplanmäßig verkehren. Der Ticketverkauf wurde bis auf weiteres eingestellt.

Am Sonntag schickte Eurostar drei Testzüge durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal. Der Probebetrieb sei problemlos verlaufen, sagte der kaufmännische Direktor Nick Mercer. Die Techniker hätten aber einige Änderungen zum Schutz vor eindringendem Schnee empfohlen. Ersten Erkenntnissen zufolge war die klirrende Kälte in Frankreich für das Eurostar-Desaster verantwortlich. Mehrere Züge waren in der Nacht auf Samstag im Tunnel stehen geblieben, weil ihre Technik offenbar den Temperaturwechsel nicht verkraftete. Mehr als 2.000 Fahrgäste steckten stundenlang fest.

Der französische Verkehrsminister De Bussereau sagte, es sei unvorstellbar, dass ein solch wichtiges Transportmittel versage, weil es schneie. Umweltminister Jean-Louis Borloo, nannte die Situation "absolut unglaublich". Besonders aufgebracht sei er angesichts des Umgangs mit den betroffenen Fahrgästen, die nach eigenen Angaben keinerlei Informationen zu der Panne und praktisch keine Hilfe erhielten. (APA)

Share if you care.