Museen: Gratis-Eintritt und Kunstvermittlung

21. Dezember 2009, 14:26
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3,1 Millionen für Eintritts-Ersatz, 600.000 Euro für Vermittlung - Schwerpunkt Migrationshintergrund

Wien - Zusätzlich zu den 3,1 Millionen Euro, die den Museen als Ersatz für die entgangenen Eintritte in die Basisabgeltung einfließen, investiert das Kulturministerium zunächst 307.000 Euro (insgesamt dann 600.000 Euro) in Vermittlungsprogramme. Der Gratis-Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 19 in die Bundesmuseen ab 1. Jänner 2010 wird von einem Paket von 17 Programmen, die von einem Beirat aus 23 Einreichungen der Museen ausgewählt wurden, in den einzelnen Häusern begleitet.

Interkulturelle Schwerpunkte

Kulturministerin Claudia Schmied freue sich, das Jahr "mit einem Lieblingsprojekt von mir" beschließen zu können, betonte sie am Montag bei einer Pressekonferenz. Schwerpunkte der Vermittlungsprogramme sind die Beachtung von "kultureller und sprachlicher Vielfalt" sowie die Einbindung audiovisueller Medien - die Museen hätten sich in ihren Projekteinreichungen "sehr engagiert" beteiligt, lobte Schmied. Pro Haus sind mehrere Projekte, für große und kleine Teilnehmer kostenlos, vorgesehen, von der Multi-Media-Kinderführung durch die Sammlung Batliner in der Albertina bis zu zahlreichen Einladungen an Schüler mit Migrationshintergrund. Ins MUMOK nehmen Kinder etwa auch gleich ihre Verwandten mit auf "Sehreise" durch das Haus, im Technischen Museum werden gemeinsam mit Volksschülern- und Lehrern neue Angebote für Klassen mit vielen Kindern mit nicht deutscher Muttersprache entwickelt.

Kulturelle Entdeckungsreisen

Im Belvedere wird unter anderem ein "Buddy"-System von Schülern und Kunststudenten aufgebaut und ein Raum für gemeinsames "Experimentieren mit Kunst" zur Verfügung gestellt, blinde und sehschwache Kinder gehen im Kunsthistorischen Museum ab September auf Entdeckungsreise mit Reliefs von Gemälden und Kunstwerken und im MAK sind Schüler von Berufs- und berufsbildenden Schulen eingeladen, sich mit Ästhetik und Kulturgeschichte von Materialen wie Holz, Textil oder Keramik zu befassen. Im Mai und Juni 2010 werden über Kulturkontakt in einem zweiten Durchgang weitere Einreichungen der Museen gesammelt.

"Für mich ist das eine ganz, ganz wichtige kulturpolitische und eine zentrale bildungspolitische Maßnahme", bekräftigte Schmied. Jährlich mehr als 730.000 Kinder und Jugendliche besuchten bisher die Bundesmuseen. "Ich gehe davon aus, dass wir diese Zahl steigern können." Dass das Eintrittsgeld bisher eine Barriere dargestellt habe, sei ihr von zahlreichen Lehrern berichtet worden. Und auch Familien mit mehreren Kindern müssten sich die Kosten für den Wochenendausflug ins Museum nun nicht mehr dreimal überlegen. Dass sich in Wien nun auch andere Museen der Initiative angeschlossen haben, sei für sie "sehr erfreulich". (APA)

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    Bilder vom Tag der offenen Tür im Kunsthistorischen Museum Wien im Jänner 2009. Ob der Gratis-Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 19 ebenfalls einen solchen Ansturm auslösen wird?

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