Franzosen gegen Debatte über nationale Identität

21. Dezember 2009, 14:03
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50 Prozent sprechen sich für Stopp oder Suspendierung aus

Paris - Die von der französischen Regierung organisierte Debatte über die nationale Identität kommt bei den Franzosen nicht an. In einer Umfrage für die Zeitung "Le Parisien" sprachen sich 50 Prozent für den Stopp oder die Suspendierung der Debatte aus. Nur jeder Dritte ist für die Fortsetzung. Die Debatte dreht sich vor allem um den Islam und hat dem rechtsradikalen Front National (FN) unverhofft eine Bühne verschafft. Dazu trug auch die Schweizer Volksabstimmung gegen Minarette bei.

Die Franzosen hätten verstanden, dass die Regierung mit der monatelangen Debatte von den wahren Problemen ablenken und die Regionalwahl im Frühjahr beeinflussen wolle, sagte Oppositionsführerin Martine Aubry. Wenn Präsident Nicolas Sarkozy von Problemen rede, verweise er auf die Einwanderung, bei Einwanderung spreche er von Muslimen und bei Muslimen von Radikalen. Von Arbeitslosigkeit und Armut wolle er nicht reden. Die Debatte über nationale Identität sei eine Schande für Frankreich und müsse beendet werden. Dagegen kündigte der Minister für Einwanderung und Nationale Identität, Eric Besson, die Verlängerung der Debatte über die Regionalwahl im März hinaus bis Ende 2010 an. (APA)

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