Spielertransfer-Reform gefordert

21. Dezember 2009, 13:47
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Lyon-Clubchef Aulas fordert: Auf 25 Akteure limitierte Kader, keine Prozente für Vermittler und drei Jahre kein Vereinswechsel

Paris - Nur 25 Spieler pro Kader, keine Prozentanteile für Spielervermittler und drei Jahre Wechselverbot nach Vertragsschluss. Clubchef Jean-Michel Aulas vom französischen Spitzenverein Olympique Lyon will die "Inflation der Transfers und Gehälter" im Fußball stoppen. "Das Lohnproblem wird mit der Krise prägnant", sagte Aulas dem Pariser Wirtschaftsblatt "Les Echos" (Montag). Eine "große Regulierung" sei nötig. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) gehe mit ihrem "finanziellen Fair Play" in die richtige Richtung.

Ein Überschuldungs-Problem sieht Aulas durch "exotische" Aktionäre in England. Man müsse die Investoren zwingen, ihre Eigenmittel einzusetzen. "Das Problem der Überschuldung ist vor allem an die englischen Vereine gebunden, die wie Manchester oder Liverpool über ein LBO (Anm.d.R.: Leverage Buy-Out, überwiegend durch Fremdkapital finanzierte Übernahme) aufgekauft wurden." Im Allgemeinen seien die großen Clubs gesund.

Am 8. Dezember 2013 will OL sein neues Stadion samt Büro- und Freizeitkomplex eröffnen. Von den nötigen 300 Millionen Euro wollen die Franzosen ein Drittel aus Eigenmitteln, ein Drittel mit Krediten und ein Drittel mit laufenden Einnahmen aus den Investition finanzieren. "Wir meinen, dass der Umsatz des Stadions von 25 auf fast 100 Millionen Euro steigen wird", sagte Aulas. Außerdem könne der Name für 100 bis 150 Mio. Euro auf 15 Jahre verkauft werden.

Aulas verwies auf die deutschen Erfahrungen. Der Besuch der zehn für die Weltmeisterschaft erneuerten Stadien sei in drei Jahren von 24.000 auf 48.000 pro Spiel gestiegen. Die börsennotierte OL-Groupe hat 170 Mio. Euro Eigenmittel, ist schuldenfrei und schreibt seit fünf Jahren Gewinne. (APA)

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    Lyon-Clubchef Jean-Michel Aulas will die "Inflation der Transfers und Gehälter" im Fußball stoppen.

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