Noch viele "Brandherde"

21. Dezember 2009, 13:14
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Weiterhin zahlreiche Räumlichkeiten an Unis besetzt - Teilweise Einigung mit Rektoraten

Graz/Linz/Salzburg - Die Räumung des Audimax der Universität Wien Montag Früh bedeutet noch kein "Brand aus!" für die unter dem Motto "uni brennt" stehende Studentenprotestbewegung. Tatsächlich gibt es österreichweit noch zahlreiche Brandherde. Im Folgenden eine Übersicht über die derzeitige Lage an den Unis:

Wien: Drei Unis besetzt

In Wien sind weiterhin Räumlichkeiten an der Uni Wien, der Technischen Universität (TU) Wien und der Akademie der bildenden Künste besetzt. An der Uni Wien ist der Hörsaal C1 im Uni-Campus Altes AKH "in Hand" der protestierenden Studenten, dort dürfte vorerst die neue Zentrale der Uni Wien-Besetzer ihren Sitz finden. Im Hörsaal 1 im Freihaus der TU Wien sind seit 27. Oktober rund 50 Personen in der Protestbewegung aktiv. Mit dem Rektorat gebe es weder Gespräche noch Verhandlungen, so ein Sprecher der Besetzer.

Eine erste Räumung hat es heute an der Akademie der Bildenden Künste gegeben: Die Besetzung der dortigen Aula hatte den Beginn der Studentenproteste markiert, in den vergangenen Wochen wurden vier weitere Räume in Beschlag genommen. Am vergangenen Freitag haben die Studenten zusätzlich einen angeblich ungenutzten Sitzungssaal okkupiert, der als Schlafraum dienen sollte. Aus diesem Raum wurden die Studenten allerdings heute von Uni-Personal vertrieben, so eine Besetzerin.

Graz: Hörsäle über die Feiertage freigegeben

An der Universität Graz haben die Studenten am vergangenen Samstag die bisher besetzten "Vorklinik"- Hörsäle A, B, und C für die Zeit der Weihnachtsferien freigegeben. Sie sind in von der Uni Graz zur Verfügung gestellte Ersatzräume in der Schubertstraße übersiedelt, um dort die Arbeitsgruppen weiterzuführen. Am 7. Jänner 2010 wollen sie in den Hörsaal B zurückkehren. Der Hörsaal A soll dann nur noch an vier Tagen der Woche abends für Versammlungen genutzt werden.

An der TU Graz sind die Besetzer am Wochenende vom blockierten Hörsaal in einen von der TU Graz angebotenen Seminarraum übersiedelt. Am Abend dürfen sie für größere Veranstaltungen weiterhin den bisherigen Hörsaal nützen, hieß es am Montag vonseiten des Rektorates. Am 28. Jänner wollen die Arbeitsgruppen die Ergebnisse ihrer Arbeit in einer Vollversammlung und offenen Diskussion mit dem Rektorat präsentieren.

Weihnachtsfrieden in Salzburg

An der Universität Salzburg haben die Studierenden schon vor eineinhalb Wochen Weihnachtsfrieden angekündigt, weil das Rektorat einen Teil der Forderungen bereits erfüllt habe. Am 10. Dezember wurde von den Besetzern der als "Volxküche" genutzte kleine Hörsaal 383 tagsüber für die Lehre freigegeben. Der große Saal 381 im Haus der Gesellschaftswissenschaften blieb allerdings weiterhin besetzt. Um allen Beteiligten ein Weihnachtsfest zu Hause zu ermöglichen, wird auch dieser Raum über die Feiertage (bis 10. Jänner) verlassen. Heute, Montag, abends werde im Plenum die weitere Vorgangsweise beraten, sagte eine Sprecherin von "Unibrennt Salzburg". Aufgrund der Zugeständnisse des Rektorats sei es denkbar, dass der Saal 381 auch nach der Weihnachtspause tagsüber für Vorlesungen freigehalten werde, selbst ein Ende der Blockade insgesamt sei möglich.

Linz: Harter Kern will ausharren

In Linz bleibt ein harter Kern von rund 15 Personen im seit Ende Oktober besetzten Hörsaal 1 der Johannes Kepler Universität und will auch über die Weihnachtsferien dort ausharren. Mittlerweile haben die Besetzer einen Schlüssel zu dem Raum bekommen und können diesen auch verlassen - so etwa passiert in der Nacht auf Montag. Die meiste Zeit sei man aber rund um die Uhr anwesend, so eine Vertreterin der Studenten im APA-Gespräch. Das Rektorat habe zugesagt, dass die Gruppe bis Ende Dezember im Hörsaal bleiben dürfe, gemeinsam sei man derzeit aber auf der Suche nach einem Ersatzraum.

Klagenfurt hat "Solidaritätsecke"

In der Aula der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt ist die sogenannte "Solidaritätsecke" nach wie vor "konstruktiv besetzt". "Ja, sie existiert noch", bestätigte Utta Isop, eine an den Protesten beteiligte Lehrende, am Montag. Regelmäßig würden dort alternative Vorlesungen und Diskussionen durchgeführt. Auch trotz der Räumung des Audimax werde man nicht aufgeben. "Es geht weiter", sagte Isop.

Innsbruck: Neue Räumlichkeiten für Protest

In Tirol haben sich die Studenten nach siebenwöchiger Besetzung des größten Hörsaals der Uni Innsbruck vergangenen Freitag mit der Uni-Leitung geeinigt. Sie wollen bis morgen, Dienstag, den Hörsaal räumen, er soll nach den Weihnachtsferien wieder für Vorlesungen zur Verfügung stehen. Die protestierenden Studenten können in neuen Räumlichkeiten im sogenannten "Geiwi-Turm" ihre Arbeit fortsetzen, die dafür noch adaptiert werden müssen. (APA)

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