Wien

"Verpartnerungspaket" für gleichgeschlechtliche Paare

21. Dezember 2009 13:01

Eintragung in feierlichem Rahmen - Bis zu 450 Verpartnerungen im ersten Jahr erwartet

Wien - Wien hat ein "Verpartnerungspaket" für lesbische und schwule Paare geschnürt. Enthalten ist darin die Möglichkeit, die Eintragung der Partnerschaft in feierlichem Rahmen vorzunehmen - also etwa in den Festsälen der Amtshäuser. Erste "Verpartnerungen" sind für den 4. Jänner angesetzt. Insgesamt wird in Wien damit gerechnet, dass im kommenden Jahr 450 Eintragungen stattfinden, danach dürften es jährlich rund 300 sein.

"Überall dort, wo man in Wien heiraten kann, kann man sich auch verpartnern", berichtete die zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger am Montag in einer Pressekonferenz. Die Feier kann in zahlreichen Fest- oder Trauungssälen in den Amtshäusern des Magistrats stattfinden - auf Wunsch auch mit Musik, feierlichen Ansprachen oder Ringtausch.

Homosexuelle Paare können sich aber auch für eine der beliebten, externen "Traumhochzeits"-Örtlichkeiten entscheiden. Zwar muss die Verpartnerung selbst in den Amtsräumen erfolgen, die Urkunden werden dann aber dort überreicht, wo gefeiert wird. Insgesamt 37 Locations stehen - meist gegen eine entsprechende Miete - zur Verfügung. Es sind dies unter anderem der Donauturm, das Schloss Schönbrunn oder das Riesenrad.

Zwar ist schwulen und lesbischen Liebenden der Gang zum Standesamt verwehrt, jener zum Standesbeamten in Wien jedoch nicht ausgeschlossen. Denn die per Bundesgesetz geschaffene "eingetragene Partnerschaft" wird in der Bundeshauptstadt bei Beamten der Magistratsabteilung 35 besiegelt. Bei diesen kann es sich auch um Standesbeamte handeln. Die große Party ist übrigens keineswegs obligatorisch: Der Eintragungs-Akt wird bei Bedarf auch ganz ohne Zeremonie vollzogen.

"Wir haben jeden Spielraum benutzt"

Für Interessierte wurde eine eigene Informationsstelle im Amtshaus des 5. Bezirks eingerichtet. Dort befindet sich auch die zentrale Anmeldestelle für Eintragungswillige. Außerdem gibt es online sämtliche Informationen.

"Ich glaube, das ist ein schönes Wiener Paket. Wir haben jeden Spielraum genutzt", betonte Frauenberger. Weniger zufrieden zeigte sich die Ressortchefin mit dem Gesetz selbst. Dieses sei ein Kompromiss. Sie bedauere es etwa sehr, dass keine Adoption möglich sei. Günter Tolar, der seit Jahren in verschiedenen Funktionen gegen die Diskriminierung Homosexueller kämpft, lobte die Stadt für die Wiener Lösung. Auch er ortete "Fehler" im Gesetz, hob aber hervor, dass sich das Leben für homosexuelle Paare anfange zu "normalisieren".

Tolar rechnet damit, dass zunächst vor allem ältere Paare das Angebot in Anspruch nehmen werden. Denn diesen sei eine rechtliche Absicherung besonders wichtig. Das traf auch für ein Paar zu, das bei der heutigen Pressekonferenz mit dabei war - zwei Männer, die seit 50 Jahren zusammenleben. Sie werden sich als eine der ersten am 4. Jänner das Jawort geben bzw. eintragen lassen. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 151
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bar aufs handerl
30.12.2009 14:50

"verpartnerung" ist leider ein hässliches, abschreckendes wort.

Laird of Glenmore
24.12.2009 12:16
Ich hoffe, dass Österreich über den Umweg der Europäischen Union

bald verpflichtet ist, im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen anzuerkennen. Dann kann wenigstens anderswo normal geheiratet werden und dieses Pseudo-Gesetz ignoriert werden.

xruxl
31.12.2009 11:49

Das wird wohl auch ohne Rüge der EU gemacht werden, aber diese werden dann eben nur als Partnerschaft anerkannt werden. Wäre ja auch merkwürdig, wenn man mit einer im Ausland geschlossenen Ehe/Partnerschaft in Österreich andere bzw. mehr Rechte bekäme als mit einer in Österreich geschlossenen ...

Freiheit für Ilich Ramírez Sánchez!
22.12.2009 16:59
Na geh pfui!

wilder_stier
22.12.2009 13:05
Meine lieben Poster!

Ihr verkennt den Ernst der Lage. Das Patriarchat war und ist das erfolgreichste System seit tausenden von Jahren. Gäbe es ein besseres, hätte es sich schon längst durchgesetzt. Schon mal was von biokultureller Evolution gehört?

Mathias
 
22.12.2009 21:45
ist das erfolgreichste System seit tausenden von Jahren

Da bin ich aber froh, daß sich diverse Diktaturen und Faschismen auf Dauer nie durchsetzen konnten ...

Lord Lurch
22.12.2009 19:38
Das

hat man beim Feudalismus auch glaubt. Wollen Sie noch Ihr frisch Angetraut Ihrem Grafen in der Hochtzeitsnacht überlassen? Na, sehens.

Pepe Nero
22.12.2009 16:53
Sie sehen das falsch.

Das Matriachat ist, ebenso wie der Sozialismus und andere Lebensformen, in Wahrheit überlegen, wird aber von einer Weltverschwörung der inferioren und bösen Mächte unterdrückt und verdrängt.

True Earl Grey
29.12.2009 16:49
@Pepe Nero

Gratulation zu dieser köstlichen Persiflage!

Jolly09
22.12.2009 15:23

na wenn das so ist ;-)

galiontariaho
22.12.2009 14:35
und welchen zusammenhang...

sehen sie nur zwischen der gen-kultur-koevolution und homo-ehe?

FloW ERlebnis
22.12.2009 12:45
Hehe, sehr gut! Hat die SPÖ diesmal doch noch einen Weg gefunden,...


...den menschenfeindlichen katholischen Fundamentalisten einen (längst überfälligen) menschenwürdigen staatlichen Umgang abzuringen.

Diese katholiban wollte ja sogar explizit ins Gesetz schreiben, dass es unter keinen Umständen irgendeine Form einer Zeremonie geben darf - völlig vertro**elt!

Und der Rest der gesetzlichen Diskriminierung und Ungleichbehandlung wird ohnehin in kürzester Zeit von den Höchstgerichten aufgehoben werden.

Also spucken die Fundis und Homophoben hier im Forum aus ihrer Sicht nachvollziehbar - haben aber nun keine Relevanz mehr.

1116er
22.12.2009 12:11
das empire schlägt zurück!

wenn das 'rote' wien solches ermöglicht, muss das pendel in 'schwarzen' ländern natürlich in die andere richtung ausschlagen:
*die zeremonie findet nicht in amtshäusern statt sondern im örtlichen bauhof.
*nicht im festsaal, sondern im kohlenkeller.
*sie wird geleitet vom gemeinde-strassenkehrer.
*ringe dürfen nur getauscht werden, wenn es sich um '8er' handelt.
*das maximum an festlicher kleidung sind lack-gummistiefel.
*und sollte eine große party gewünscht werden, dann wird ausnahmsweise zu den frankfurter-würsteln auch noch eine portion kren dazugegeben.

ein bisserl ein unterschied zur gesellschaftlich so erwünschten hetero-verpartnerung muss ja sein.

Mathias
 
22.12.2009 21:47
*das maximum an festlicher kleidung sind lack-gummistiefel

Sowas kennt man doch aus der BDSM Szene. Hochzeit in Lack und Leder ist ein alter Hut ;-)

Angelika70
22.12.2009 13:59

siehe Graz

Karl-Napp-mit-der-Batschkapp
22.12.2009 10:53
Verpartnerung? so a Schmarrn!!

Warum nennt man es nicht schlicht und einfach Heirat? Ist ja schließlich und endlich kein geschützter Begriff. Oder hat die ÖVP ein Copyright darauf eintragen lassen?

re-play
22.12.2009 11:09

Das Wort hat jetzt schon die größten Chancen auf das Unwort des Jahres 2010!

Tante Jolesch3
22.12.2009 10:00
Wert der Ehe

heute muss ich mal "heute" zitieren, um den scheinheiligen Wert einer ÖVP Ehe aufzuzeigen. Hornek ist ja nicht der erste in dieser Fundi-Partei!
http://www.heute.at/news/oest... 931,179034

Kräuterpfarrer Escobar
22.12.2009 10:25

Danke, wollte ich auch gerade posten. Das ist so eine richtige ÖVP-Bilderbuch-Ehe, deren Werte durch die Homosexuellen-Ehe ja dermassen beschädigt werden. Ja klar, bei der ÖVP gibts ja nicht mal Scheidungen.

Roter Baron
22.12.2009 09:02
Verpartnerung

schöne verars**e das wort

das ist sogar noch besser als
lebensabschnittspartner


roter baron

EUphoriker
22.12.2009 09:55

familienstand:

() ledig
() verheiratet
() verpartnert
() geschieden
() verwitwet
() entpartnert

Mathias
 
22.12.2009 21:51
familienstand:

Zum Glück ist ja das Finanzamt schon so modern:

[] verheiratet
[] ledig
[] geschieden
[] in Partnerschaft lebend

Was ich von einer Insiderin weis, ist dabei total egal, wie die sexuelle Ausrichtung (hetero oder homo) aussieht! Davon steht im Steuergesetz überhaupt gar nichts :-)

DasLebenIstSchwerUndDannStirbtMan
22.12.2009 10:12

ist entpartnert das pendant zu geschieden oder zu verwitwet?

außerdem darf das nicht familienstand heißen, wenn man verpartnert ist. man hat ja auch keinen familienname als verpartnerter. sondern nurnoch einen nachnamen.
http://derstandard.at/125928143... forumstart

aber trotzdem schön, dass man mancherorts zumindest wege gefunden hat, eine schöne zeremonie zu ermöglichen.

der rest wird schon noch werden. irgendann...

EUphoriker
22.12.2009 10:39
PPS

>>außerdem darf das nicht familienstand heißen, wenn man verpartnert ist. <<

stimmt

stellt sich allerdings die frage ob es familienstand heissen darf, wenn man ledig ist. und zweitens stellt sich die frage warum unter familienstand eigentlich nie angeführt wird

verfamiliert: angabe für jene form des zusammenlebens, dass den papst und sonstige pharisäer glücklich macht.

A propos *Papst*: wie wäre es mit verpriestert, wir wollen ja genau sein.

;-)

EUphoriker
22.12.2009 10:29
PS

das kann man ja konkretisieren:

() gerichtlich entpartnert
() natürlich entpartnert

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