Massentötung von Ziegen soll Epidemie verhindern

21. Dezember 2009, 13:05
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Auffällig hohe Zahl an infizierten Menschen in den Niederlanden

Amsterdam - In den Niederlanden hat am Montag eine Aktion zur Massentötung von Ziegen mit Giftspritzen begonnen. Bis zu 40.000 Tiere werden sterben müssen, um einer Ausbreitung des Query-Fiebers bzw. Q-Fiebers entgegenzuwirken, das auch Menschen befallen kann. Es äußert sich mit grippeähnlichen Symptomen, verläuft oft sehr leicht, kann in seltenen Fällen aber auch lebensgefährlich werden.  Die Zoonose wird vom Bakterium Coxiella burnetii verursacht, die Erreger können in Heu oder Wolle über längere Zeiträume überleben. Die Infektion erfolgt durch Einatmen verseuchten Staubs, Ansteckungen von Mensch zu Mensch gelten als extrem selten.

Die Krankheit wurde erstmals 1937 bei Arbeitern in Schlachtbetrieben des australischen Bundesstaats Queensland diagnostiziert, sie ist daher auch als "Queensland-Fieber", aber ebenso als "Krim-Fieber" oder "Ziegengrippe" bekannt. Zu der Massentötung, die über die Weihnachtsfeiertage ausgesetzt wird, hatte sich die Regierung in Den Haag angesichts einer erheblichen Zunahme an Q-Fieber erkrankter Menschen entschlossen, seit Jahresbeginn starben daran sechs Niederländer. Früher erkrankten in Holland etwa 20 Menschen pro Jahr an Q-Fieber. 2007 waren es aber schon 168, ein Jahr später fast 1.000. Und seit Anfang 2009 erkrankten 2.300 Menschen.

Generalstabsmäßige Aktion

Bereits vor der Massentötung waren einzelne Tiere getötet worden, die sich infiziert hatten. Das sogenannte "Massenkeulen" wurde durch farbliche Kennzeichnung der zu tötenden Ziegen sowie einiger Schafe vorbereitet. Die Tiere werden durch eine Spritze betäubt und dann mit einer Giftinjektion getötet. Das Keulen erfolgt auf den Viehhöfen, um eine Ausbreitung des Erregers beim Transport zu Schlachthöfen zu verhindern. Insgesamt seien rund 60 der 410 niederländischen Ziegenzuchtbetriebe betroffen, teilte der veterinärmedizinische Dienst mit.

Von der Massenkeulung in den befallenen Betrieben sind vor allem trächtige Ziegen sowie eine kleinere Zahl von Ziegenböcken betroffen - darunter auch viele gesunde Tiere. Der Grund für die Tötung von trächtigen Ziegen ist, dass der Erreger beim Geburtsvorgang freigesetzt wird. Die Keulung von Böcken erfolgt, weil er auch über Sperma verbreitet wird. Bei der bis Anfang 2010 dauernden Aktion werden nach jetzigem Stand knapp elf Prozent des 374.000 Tiere umfassenden Ziegenbestandes der Niederlande getötet. (APA/red)

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