Früher Sex verdoppelt Risiko für Gebärmutterhalskrebs

21. Dezember 2009, 19:22
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Neue Studienergebnisse ergänzen bisher diskutierte Ursachen für erhöhte Krebsrate bei ärmeren Frauen

Lyon - Die International Agency for Research on Cancer hat sehr frühen Geschlechtsverkehr mit einem doppelt so hohen Gebärmutterhalskrebs-Risiko in Zusammenhang gebracht. Eine Untersuchung, die ärmeren Frauen ein höheren Risiko bestätigt, zeigt, dass Frauen aus ärmeren Familien im Durchschnitt vier Jahre früher Sex haben als jene, die aus reicheren Familien stammten. Ursprünglich wurde angenommen, dass das erhöhte Risiko auf eine geringere Annahme der Vorsorgeuntersuchungen in ärmeren Regionen zurückzuführen war. Jetzt zeigte sich, dass das nicht der wichtigste Faktor war. Details der Studie wurden im British Journal of Cancer veröffentlicht.

Obwohl der weltweite Unterschied bei Gebärmutterhalskrebs zwischen Reichen und Armen seit vielen Jahren bekannt ist, war die Ursache dafür bisher nicht bekannt. Vor allem die Infektionen mit Humanen Papilloma-Viren (HPV) schienen bei allen Gruppen ähnlich zu sein. Die sexuell übertragenen Viren werden mit dem Großteil der Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht. Die aktuelle Studie wertete die Daten von fast 20.000 Frauen aus und bestätigte, dass die höheren Erkrankungszahlen nicht mit mehr Infektionen in Zusammenhang standen.

Einflussfaktoren

Es zeigte sich jedoch, dass das doppelt so hohe Risiko großteils durch den früheren Geschlechtsverkehr erklärt werden konnte. Das Alter, in dem eine Frau ihr erstes Kind bekam, spielte ebenfalls eine wichtige Rolle. Auch das Screening hatte einen Einfluss auf die Höhe des Risikos. Die Anzahl der Partner und das Rauchen spielten jedoch bei der Erklärung des Unterschieds keine Rolle.

Die leitende Wissenschaftlerin Silvia Franceschi erklärte, dass die Unterschiede nicht auf die Heranwachsenden beschränkt waren. Das Risiko war auch bei Frauen höher, die mit 20 und nicht erst mit 25 ihren ersten Geschlechtsverkehr hatten. Ärmere Frauen seien durchschnittlich vier Jahre früher sexuell aktiv. Daher könnten sie früher mit HPV infiziert werden und das Virus mehr Zeit haben, jene Ereignisse in Gang zu setzen, die einer Krebserkrankung vorausgehen. (pte)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Elektronenmikroskopische Aufnahme mehrerer Humaner Papillomviren (HPV)

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