Strukturwandel

Facharbeiter-Jobs "für immer verloren"

21. Dezember 2009 12:06

Die Arbeitslosigkeit in Produktionsberufen ist um ein Drittel gestiegen, warnt die Arbeiterkammer

Wien - Die Arbeitslosigkeit ist in allen wichtigen Fachkräfteberufen im November 2009 gegenüber dem Vorjahreszeitraum markant gestiegen. Laut Arbeiterkammer (AK) sind in den Produktionsberufen um rund 35 Prozent mehr Personen arbeitslos, im Bereich Maschinenbau sogar um 113 Prozent. "Viele dieser Arbeitsplätze sind aufgrund des Strukturwandels für immer verloren", erklärt AK-Experte Josef Wallner.

Im November 2009 waren laut Arbeiterkammer gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 71 Prozent mehr Schlosser arbeitslos, um knapp 50 Prozent mehr Elektroinstallateure, um 22 Prozent mehr Gaststättenköche sowie um 17 Prozent mehr Kellner. Die Arbeitslosigkeit bei Maurern und Malern sei aufgrund der Konjunkturpakete nur um rund sechs beziehungsweise 10 Prozent gestiegen, so der Arbeitsmarktexperte.

Im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld würden sich viele Unternehmen immer weniger binden wollen. Einige arbeitslose Facharbeiter seien über Zeitarbeitsfirmen wieder von ihrem ehemaligen Arbeitgeber angestellt worden. Vor allem konzerninterne Zeitarbeitsfirmen in der Bau- und Metallbranche sind laut Wallner ein "massives Problem".

Zuzug verlangsamt

Der Zuzug von ausländischen Arbeitskräften nach Österreich hat sich hingegen verlangsamt: Im Jahr 2008 wurden von 2.454 Schlüsselkraft-Plätzen für Arbeitnehmer aus Nicht-EWR-Ländern laut AK 1.613 Plätze in Anspruch genommen. Im Jahr 2009 werde der Ausschöpfungsgrad noch weiter sinken, so Wallner. Bis zum 30. September 2009 wurden nur 740 Kontingentplätze ausgeschöpft. Diese Zahlen würden zeigen, dass bereits genug ausländische Fachkräfte verfügbar seien.

Der Arbeitsmarktexperte kritisierte die "Instrumentalisierung des Facharbeitermangels" durch die Arbeitgeber. Ausländische Fachkräfte würden laut einer Studie um 10 bis 30 Prozent weniger verdienen als vergleichbare qualifizierte österreichische Arbeitnehmer. Das Motiv der Arbeitgeber bei der Anwerbung von ausländischen Arbeitnehmern sei, Lohnkosten zu sparen, und nicht der Facharbeitermangel, so Wallner. "Die Politik ist gefordert, eine Verbesserung der Erstausbildung und Weiterbildung für Facharbeiter voranzutreiben", so Wallner. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 49
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Management Quatscher
25.12.2009 15:38

150.000 Facharbeiter fehlen in den nächsten 3 Jahren und werden händeringend gesucht.

Industriellenvereinigung Frühjahr 2008

mike sierra
22.12.2009 23:19
Tücken der Prozentrechnung

+x% sagt überhaupt nichts aus, ob diese Berufe gute Chancen bieten oder nicht.
Denn:
Von einem sehr niedrigen Niveau an Arbeitslosigkeit aus, ist die Steigerung im selben absoluten Maß eine stärkere %-uelle Steigerung.

Beispiel:
Gegenüber dem Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit in OÖ am stärksten %-uell gestiegen von allen Bundesländern.
Trotzdem hat OÖ aber noch immer die niedrigste Arbeitslosenrate von allen Bundesländern.

theoretisch
1 (von 100) + 2 ist Steigerung +200% und Rate von 3%
4 (von 100) + 2 ist Steigerung +50% und Rate von 6%

HKLE
22.12.2009 09:27
Almi66
22.12.2009 06:52
So viel zum Thema Vollbeschäftigung

In einigen Jahren werden Nichtakademiker froh sein müssen, wenn sie stundenweise am Bau helfen dürfen, oder alten Menschen einkaufen gehen können.

Während die gut ausgebildeten Akademiker als SekretärInnen, subalterne Beamte oder Endlospraktikanten ihr Dasein fristen.

So sieht moderner Klassenkampf aus.
Gewinner gibt es nur auf Arbeitgeberseite, alle anderen haben den Kampf schon verloren, auch wenn sie das nicht wissen.

HKLE
22.12.2009 09:29
Probleme der anderen ?

-> http://www.tnr.com/article/e... -henderson

gilt wohl auch für Europa

max 1231
 
21.12.2009 21:40
ist echt schlimm

wenn man sich diese absolut kurzsichtige vorgangsweise ansieht, das resultat nach einige jahren wird sein dass es keine facharbeiter mehr gibt und auch diese jobs von billigkräften übernommen werden da es keine fachleute mehr gibt. die firmen begreifen nicht das man facharbeiter nicht so einfach an und abstellen kann, da ist viel expertise drinnen die über schulung und lange erfahrung kommt. ich seh das nahezu jeden tag in thailand, da gibt es überhaupt keine facharbeiter weil es kein bildungssystem dafür gibt. das resultat ist totales billiges pfuschertum das nur über anlernen läuft, jedoch beim nur anlernen fehlt der theoretische unterbau was automatisch in kaputten pfusch mündet.

noch immer ein bisserl fett im kornfeld
21.12.2009 23:48

tja, viele firmen können sich das einfach nicht leisten ...

Bergdolm
21.12.2009 21:35
Aufmerksame Beobachter wundert das nicht

Nur die Lachkasperln - der schöne Werner Faymann und der schöne Rudi Hundstorfer - haben es noch nicht geblickt oder wollen es dem Volk nicht sagen, weil sonst Handlungsbedarf bestünde.

Diese SPÖ ist definitiv tot (inkl. ÖGB). Diese Herren haben ihre Schäfchen ins Trockene gebracht - verstanden haben sie nichts.

Tipp: Jagt sie mit nassen Fetzen davon!
Die Wahrheit ist / wird noch schlimmer, als im Standard-Artikel beschrieben.

hanslblasta
29.12.2009 22:49

wer soll statt dessen kommen?
oder was sollten die Regierenden statt dessen sagen?
blood, sweat and tears á la Churchill?

oblomow II
21.12.2009 19:43
wenn man ...

qualität will, zb im maschinenbau oder im stahlbau, dann sind diese hochgelobten länder wüste. die arbeitnehmer in diesen ländern sind von der produktivität und von der qualität ihrer arbeit her schlecht. da hilft es auch wenig, dass sie billig sind.

was ich mir diesbezüglich in manchen ländern mitgemacht habe... saaaageeenhaaaft

Karl Hubert Triernpurg
21.12.2009 19:29
nov 2008 waren 3 schlosser arbeitslos


+ 71 prozent ergibt 5 arbeitslose im nov 2009.

jean val jean
21.12.2009 19:17

leiharbeit und zeitsrbeits-firmen gehören sofort verboten
wem nützen sie? nur den firmen, der gemeinschaft überhaupt nicht

Nitram1988
25.12.2009 04:20
Mit Laiharbeitern kann man besser auf Auftragsschwankungen reagieren.

Warum nicht gleich die Kündigung verbieten?

Dolph
21.12.2009 20:41
Die vermitteln nicht nur billig jobs,

vielen meiner kollegen würde es nicht gefallen wenn sie ihnen das arbeiten verbieten würden ...

SpaceDudeAlien
21.12.2009 20:32
Das dumme ist nur, daß die "Gemeinschaft" nicht bezahlt...

...sondern die Unternehmer. Und bei Definition ist dem Unternehmer die Gemeinschaft herzlich egal, außer man profitiert wiederum von der "Gemeinschaft", oder der Unternehmer ist für das Gemeinwohl unterwegs - das sind halt nur Nischen.

Daher, anstatt die Leih-Arbeit-Firmen bzw. -beziehenden-Firmen zu kritisieren wäre es angebrachter zu analysieren, warum es sich für die Firmen überhaupt rentiert, Leiharbeit in Anspruch zu nehmen.
Immerhin handelt man sich mit Leiharbeit ein paar gewaltige Nachteile ein: Verlust von Wissen, Abhängigkeit von einem außenstehenden Anbieter, etc... Hauswärte, Häuslputzer, Stiegenkehrer, etc... brauch ich bestimmt nicht auf der Gehaltsliste des High-Tech Unternehmens.

nichts für ungut

jean val jean
24.12.2009 15:08

es zahlen immer noch die kunden
der unternehmer könnte sich ohne kunden brausen gehen

super web checker
21.12.2009 18:20
"die Arbeiterkammer warnt.."

Die Arbeiterkammer/Gewerkschaft ist selbst mitverantwortlich, dass wir in Österreich der Globalisierung so machtlos gegenüberstehen. Dass in Asien billiger produziert wird, ist wirklich nicht neu.
Die AK hat die Entwicklung völlig verschlafen und schütz nur noch ein paar nutzlose Betriebsräte und andere Priviligierte.

global_citizen
21.12.2009 18:03
Globalisierbarkeit berücksichtigen

Maurer und Kellner sind nicht im globalen Wettbewerb, entsprechend sind die Berufsaussichten gut und die Löhne werden steigen. In Wien verdient schon jetzt
ein guter Maurer mehr als ein schlechter SW-Entwickler. Die meisten AMS-Kurse sind völlig daneben: nur die allerbesten IT-Experten werden
in Zukunft einen Job finden und dort auch nur mäßig
verdienen.

haudi
21.12.2009 15:47
Wir brauchen

wieder billige Facharbeiter - Ihre IV!

Seria
21.12.2009 15:19

leider ist Arbeit in den letzten 20 Jahren zu teuer geworden und kann mit der asiatischen Konkurrenz nicht mithalten. Insbesondere auch, da dort die Leistung deutlich größer ist. Exzessive Urlaubszeiten, zu geringe Wochenarbeitszeit haben leider nicht entsprechend dem Sozitraum mehr Leuten Arbeit gebracht, sondern Arbeitsplätze ins Ausland vertieben

MiFi
21.12.2009 21:39
Wie recht Sie haben

Schade nur, dass die Masse des Wahlvolks anders denkt, und damit genau diese Probleme verursacht

Toni_Montana
 
21.12.2009 20:59

schon blöd, dass kinderarbeit bei uns verboten ist. schon blöd auch, dass es bei uns in europa sicherheitsvorschriften in bergwergsstollen gibt (haben die chinesen nicht nötig, die verpulvern menschenmaterial wie einst die mullahs wenn sie einen fluss überqueren wollten - keine brücke aus holz gebaut, nein, die menschen haben ihre körper hingeworfen - waren halt dann leblos). schon blöd, dass es verbindliche menschenrechte bei uns gibt und ich sie nicht einfach abwürgen darf! Unser Standard hat nachteile, ja, die muss auch ich akzeptieren. :-((((

monoton
21.12.2009 20:16

traurig, daß es immer noch menschen gibt die es bedauern, daß sie sich keine sklaven mehr halten dürfen...

jean val jean
21.12.2009 19:18

was sind sie von beruf? arbeitnehmer- und menschenverächter?

jean val jean
21.12.2009 19:18

sie könnten mithalten, wenn die käufer über ihren tellerrand hinaussähen, und einheimische ware kauften

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