Jackpot-Hoffnung in Chile

21. Dezember 2009, 18:12
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Novomatic eröffnete Kasinoresort nahe Santiago

Santiago - In einem Punkt unterscheidet sich der chilenische Aktien- vom Glücksspielmarkt nicht: Wachstum. Um rund 45 Prozent konnte der IGPA Index in den vergangenen 52 Wochen zulegen, sein Allzeithoch erreichte er im Oktober 2009. Für die Kasinoindustrie gab die staatliche Regulierungsbehörde Superintendencia de Casinos de Juego im Oktober Gewinne bekannt, die allein im Vergleich zum Vormonat um knapp zwölf Prozent höher lagen.

Wenn Europas größter Glücksspielkonzern, die Novomatic AG, nun am 18. Dezember rund 60 Kilometer südlich der chilenischen Hauptstadt Santiago eines der größten Kasinoresorts Südamerikas eröffnete, ist das die Fortsetzung einer dichten Roadmap für diesen Kontinent. Über 13 Spielbetriebe verfügt der Konzern bereits in Peru, im Sommer wurde eine Vertriebstochter für Argentinien gegründet. Und seit September ist Crown Gaming als Tochter der Austrian Gaming Industries GmbH auch in Paraguay tätig. Rund 300 Mio. Euro Umsatz werden mittlerweile in Lateinamerika gemacht, das sind 15 Prozent des Gesamtumsatzes von Novomatic.

Für das Projekt in Chile ist Novomatic eine Partnerschaft mit dem südafrikanischen Kasino- und Resortbetreiber Sun eingegangen, beide halten je 40 Prozent der Anteile. Der Novomatic-Anteil an den Gesamtkosten in der Höhe von 192 Millionen Euro stellt die größte jemals in Chile getätigte Investition eines österreichischen Unternehmens dar.

Möglich geworden ist sie durch eine Änderung der chilenischen Glücksspielgesetze im Jahr 2005. 18 Lizenzen für Spielbanken wurden frei, allerdings solche, an die auch Bedingungen geknüpft sind. So waren die Errichtung des Hotels und des Einkaufscenters im Resorts Auflagen für die Vergabe der Kasinolizenz, die für 15 Jahre ausgestellt wird. Im Raum Santiago konnte nicht gebaut werden, da Glücksspiel dort verboten ist.

Novomatic-Chef Franz Wohlfahrt hofft auf eine Gesetzesänderung auch in Brasilien in den kommenden drei bis fünf Jahren. Überall sonst in Lateinamerika haben sich die Rahmenbedingungen bereits verbessert. In Asien gebe es zu viele Graumärkten, sagt Wohlfahrt. In den regulierten Märkten Singapur und Macao seien Glückspiele, die unter der Führung eines Croupiers ablaufen, für den Automaten-Spezialisten zu dominant.(Sascha Aumüller, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.12.2009)

 

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