Strategien gegen die Facebook-Sucht

21. Dezember 2009, 10:44

Laut Psychologen eine Sucht wie jede andere - viele betroffene Teenager entwickeln eigene Strategien gegen den Login-Zwang

Nach Chat-Sucht oder Besessenheit von Online-Spielen nehmen Psychologen nun zunehmend eine Abhängigkeit von Social Networks wahr. Facebook als größtes, weltumspannendes Online-Netzwerk, soll vor allem unter jungen Menschen hohes Suchtpotential haben. Im Kampf gegen schlechter werdende Noten oder weniger reale, soziale Kontakte versuchen Jugendliche dem Log-In abzuschwören. Der New York Times haben einige Teenager ihre Strategien dagegen erzählt.

Rasant wachsende Mitgliederzahl

Bei der wachsenden Anzahl von Usern ist es schwer, sich dem Netzwerken im Web zu entziehen. Die 350 Millionen Mitglieder verbringen gemeinsam jeden Tag zehn Milliarden Minuten auf Facebook. Hatten im Oktober 2008 laut Markforscher Nielsen erst 28,3 Prozent aller 12 bis 17-jährigen US-Amerikaner einen Facebook-Account, waren es 2009 bereits 54,7 Prozent.

Sucht wie jede andere

Der Zwang, sich auf Facebook einloggen und die neuesten Meldungen der Freunde und Bekannten lesen zu müssen, sei wie jede andere Sucht, erklärt die Psychologin Kimberly Young vom Conter for Internet Addication Recovery der Zeitung. Sie bewundere Jugendliche, die eigene Strategien gegen die Sucht entwickeln. Vielen würde das aber nicht gelingen. Laut der Psychologin Sherry Turkle von der Initiative on Technology and Self am MIT könne es zu einem wahren Burn-Out kommen, wenn Jugendliche versuchen ihren Online-Identitäten gerecht zu werden.

Kampf gegen das zwanghafte Login

Dabei sind die Teenies durchaus einfallsreich, sich selbst auszutricksen. Einige Jugendliche würden sich gegenseitig in kleinen Gruppen dazu anspornen, nicht so oft auf Facebook einzusteigen. So würde man sich beispielsweise das gegenseitige Versprechen geben, sich nur an einem einzigen Tag im Monat einzuloggen. Wer schwach wird, müsse einer anderen Person etwas Peinliches von sich an die Pinnwand schreiben, berichten etwa zwei 16- und 17-jährige Schülerinnen. Andere würden Freunde bitten, ihr Passwort alle paar Tage zu ändern.

Die Teenies, die den teilweisen Ausstieg aus dem Portal schaffen, würden unter anderem über bessere Noten berichten. Ein angenehmer Nebeneffekt sei beispielsweise für eine Schülerin, dass die von ihren Eltern weniger oft kontrolliert werde. Auf die Psychologen dürfte in den kommenden Jahren eine schwierige Arbeit zukommen, denn sich vollkommen aus der sozialen Welt im Web auszuklinken ist für viele schier unmöglich geworden. (red)

 

Kommentar posten
22 Postings
chiara keinwald
00
ganz einfach

Meine Freundin und ich sind beide 13 und haben unserer Meinung nach zu viel Zeit auf Facebook verbracht und haben es geschafft es zu löschen.
Ich glaub wenn man es nciht alleine versucht ist es einfacher. Außerdem hilft es einem wenn man langsam Abschied nimmt. Wir haben an alle Freunde eine "abschieds-nachricht" geschrieben. Kontakt hab ich jetzt nur noch zu Leuten zu denen es mir wirklich wichtig ist. Was mich sehr verwundert hat...viele Leute haben geschrieben: "wow voll cool, sollt ich mir auch überlegen" Also bringt man mit dem Löschen seines eigenen Accounts vielleicht andere Leute auch dazu sich dagegen zu entscheiden.

Kiki Novak
00
22.12.2009, 16:04
Guter Krimi zum Beispiel ?

Dr. Bitter
22
22.12.2009, 11:00

Facebook usw. ist halt für Loser, ist ja klar, dass bei denen Verschiedenes nicht stimmt. Sonst wären sie ja keine Loser.

Ich glaube aber nicht, dass das Problem wirklich so groß ist.

Wenn es wirklich sehr viele Menschen beträfe, würde die Pharmaindustrie schon Pillen gegen die Facebook-Sucht anbieten.

1000 Kopfläuse können nicht irren
00
22.12.2009, 10:50
Assbook

Wie wäre es mit der Gründung von www.assbook.com?
(C:

General Ignorance
04
22.12.2009, 02:54
kalter Entzug

[C:\WINDOWS\system32\drivers]/etc/hosts:

127.0.0.1 facebook.com xing.com studivz.net myspace.com

Nitram1988
13
22.12.2009, 01:35
Wo ist das Problem mit Facebook.

Solange man nicht die ganze Zeit MafiaWars Farmville oder ähnliches spielt. Wenn sich die Freunde über die Welt verteilen, ist es doch nett man über Facebook zu hören. Seltsam ist aber was man bei Facebook unter Freunde versteht. Aber wo ist jetzt der unterschied zwischen FB-Freunden oder realen? Aber ich bin wohl einer der wenigen mit weniger Facebook-Freunden als realen.

Herr Franz Strobel
00
21.12.2009, 19:47
aussteigen ist oft die einzige möglichkeit

siehe www.ausgestiegen.com

untitled
14
21.12.2009, 19:45

mir ist das zeug schon am beginn des studivz-hypes (nach ein paar monaten) zu blöd geworden. dort bin ich nun seit jahren ne karteileiche, facebook hat mich gar nicht erst gesehen.

lieber mit nem freund ein bierchen trinken, als all seine web2.0-identities zu aktualisieren..

yoghurtinator
 
00
21.12.2009, 19:33
Realer S.ex oder reales On.anieren hilft

.

someoneelse
00
22.12.2009, 02:04

wie will man auch virtuell Onanieren?

yoghurtinator
 
00
22.12.2009, 12:37
Nachdem virtueller S.ex

ja angeblich auch möglich ist ...

Peter Widzky
13
21.12.2009, 14:00
eine strategie gegen facebook-sucht?

mit realen und wirklichen freunden auf ein bier gehen...

aceFruchtsaft
02
21.12.2009, 18:37

Das ist besonders für 16-jährige in den USA eine gute Strategie. ;)

Peter Widzky
14
21.12.2009, 18:56
ah ! hab ich vergessen...

die dürfen ja mit 16 autofahren, schießen, ... und dann mit 21 ein Bier trinken

The Heckler
011
21.12.2009, 15:15
passt

und dann wieder eine facebook Gruppe gegen Alkoholsucht gründen.

Don Vincenzo
11
21.12.2009, 13:18

Ist doch der gleiche Scheiß wie mit MySpace, Twitter, WoW und Online-Spielen: Unnötige Zeitverscheißung!

Wenn ihr das bekämpfen wollts, dann löscht euch auf einen Schlag, das ist die einzige Lösung! Ohne "ja, vielleicht sollte ich...", ohne schrittweise zu überlegen oder sonst was, das führt zu gar nichts.

Kyuss88
00
21.12.2009, 22:41
"Unnötige Zeitverscheißung"

wieso soll mans löschen. Über Myspace lerne ich auch ein paar interessante Bands kennen, den Rest den Sie aufgezählt haben, verwende ich nicht. Man sollte nur lernen damit richtig umzugehen!
"Unnötige Zeitverscheißung" gibts aber nicht nur im Internet, das kann auch im Alltag passieren: Ziellos mit dem Auto fahren, irgendwo anstellen, vor der Glotze liegen, einen schlechten Film anschauen,...

Don Vincenzo
01
22.12.2009, 02:28

Ich höre selbst Bands auf MySpace, ohne darin angemeldet zu sein.

Ziellos mit dem Autofahren, schlechte Filme schauen, etc. machen Sie nicht mit Absicht, daher ist das auch nicht mit Facebook und Co. zu vergleichen.

Dauerhaft vor der Glotze hängen sowieso nur faule Lebensinhalt.

Was Facebook und Co. anders macht, ist, dass man damit unbewusst sehr sehr viel Zeit aufwendet und das zu 90% für absolut entbehrliche Sachen. Wann loggt sich einfach mal ein, weil man kurz Lust darauf hat und merkt, dass man den ganzen Abend damit verbracht und sich dabei vor wichtigen Dingen gedrückt hat.

Prokrastination 2.0

1000 Kopfläuse können nicht irren
00
22.12.2009, 10:57
In einem liegen Sie aber nicht richtig:

"Ziellos mit dem Autofahren, schlechte Filme schauen, etc. machen Sie nicht mit Absicht"

Das fällt unter "Trash". Man kann Zeit, Geld und sich selbst vernichten mit einem Übermaß an "Müll" in Form von sinnlos mit dem Auto rumkurven, schlechte Filme schauen, etc. Die Möglichkeiten sind geradezu unendlich... *g*

Don Vincenzo
00
22.12.2009, 02:30

Hab ein paar Wörter verschluckt, ich meinte "nur faule Menschen ohne Lebensinhalt".

Andreas Schmidt
52
21.12.2009, 12:05
Der Wappler liebt Facebook

Also, ich finde es super!

derzensierte.at
10
22.12.2009, 10:30

dieses umts internet zeugs is bedenklich, jetz können patienten mittlerweile schon aus der gummizelle posten.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.