Brooklyn 2009 oder: Die besten Alben von ebendort!
Brooklyn
wurde ja in den letzten Jahren zu einem Synonym für hippe Independent-Musik aus
den USA. Jede Band, die irgendwie die mediale Aufmerksamkeitsoberfläche durchdrang,
schien von dort zu kommen bzw. – den Gesetzen der Dynamik folgend – dort hin zu
ziehen oder wenigstens von dort aus zu operieren. Man muss das jetzt nicht
namentlich herleiten oder herunterbeten, denn jede/r der/die die letzten Jahre
diesbezüglich interessiert war, hat da den privaten musikalischen Brooklyn-Blumenstrauß
ohnehin zusammen.
Christian Lehner, der Mann, dem ich die heutige Guest-List
verdanke, wohnt seit zwei, drei Jahren wieder in New York, dieses Mal in
Brooklyn. Er ist einer der FM4-Frontmänner. Schon in der ersten Hälfte der
Nuller war er nach New York gegangen, dazwischen dann ein, zwei Jahre nach
Berlin, jetzt wieder NY. Wir sind Haberer und mailen regelmäßig, und da geht’s
natürlich immer auch um Musik. Und weil er jetzt in Hipsterville USA lebt, auch
wenn’s nicht gerade das zusehends wie ein diesbezügliches Disney-Land
aussehende Williamsburg ist, habe ich ihn gebeten, er möge mir doch seine
liebste Brooklyn-Mucke aus 09 listenmäßig mitteilen, samt kleinen
Argumentationen.
Hat er
gemacht!
Wobei ich mich
besonders über Das Racist freue!
Also, se HeadPhone proudly presents, from the
epicentre of cool: La Lista Lehner!
Grizzly
Bear – Veckatimest
(eigentlich der Sound of New England, Entschleunigung trifft Avantgarde)
Dirty Projectors – Bitte Orca
(Indie-Kolloratursopran. Rockt auch noch, na bitte)
Animal Collective – Merriweather
Post Pavillion
(Konsenschamp des experimentellen Pop 09 samt
Pupillen-Knick wegen Albumcover)
Antlers – Hospice
(ein
Spitalsaufenthalt wie Radiohead)
Das Racist – Combination
Pizza Hut & Tacco Bell
(der Fast Food Sommerhit schlechthin)
St. Vincent – Actor
(Super-Pop, unterkühlt und dabei gar nicht trendy auf
New Wave frisiert)
Jay-Z feat. Alicia
Keys – Empire State Of Mind
(Hymne einer Stadt, die allmählich wieder auf
die Beine kommt).
Yeah Yeah Yeahs – It´s Blitz
(Karen O und Co flunkern der Welt Neuerfindung qua Keyboards vor, die wie
Gitarren klingen. Und die Welt tanzt)
Karen O. And The
Kids – Where The Wild Things Are
(Karen O als einfühlsame Songwriterin und
tobsüchtiges Kid an der Lagerfeuergitarre).
Scott Matthew – There Is An Ocean ...
(zwischen Brooklyn
und Manhattan
liegt ein Tränenmeer. wunderbarst)
Apes &
Androids – Blood Moon
(Space-Pop zwischen Bowie und Flash Gordon, starkes Debüt,
leider bereits dead)
Matt & Kim – Daylight /
Video
(zwei Nackerte am Times Square, sonst eher selten in Manhattan
anzutreffen).
Neon Indian – Psychic Chasms
(eingebürgert aus Texas, Posterboy des Chillwave im Geiste des
großen Electro Weirdos Ariel Pink).
Beirut – March Of The Zapotec
(Mezcal in Brooklyn)
A Place To Burry
Strangers – Exploding Head
(Shitgaze aus der hauseigenen Gitarrenpedale
Manufaktur)
(Die nächste Guest-List kommt übrigens vom Münchner Black Music Spezialisten Jonathan Fischer! - watch out!) (Karl Fluch, derStandard.at, 21. 12. 2009)
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