Konsumausgaben stagnieren

21. Dezember 2009, 10:25
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41.800 Euro beträgt das Haushalts-Budget im Schnitt, 17 Prozent davon fließen in den nicht privaten Konsum - "Konsumenten schichten ihr Geld um"

Die Österreicher steigen heuer bei den Ausgaben auf die Bremse, das zeigt eine neue Studie des Standortberatungs-Unternehmens RegioPlan Consulting. Mit 34.700 Euro pro Haushalt beträgt heuer das durchschnittliche Budget für den privaten Konsum zwar um 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr, was vor allem den hohen Lohnabschlüssen 2008, der Steuerreform und der geringen Inflation geschuldet ist. Doch immer weniger von den steigenden Ausgaben werde für den privaten Konsum aufgewendet, so die Studie. Die Konsumausgaben werden lediglich der Inflationsrate entsprechend steigen, was real eine Stagnation bedeute.

Umschichtung

"Die Konsumenten schichten ihr Geld um", erläutert Michael Oberweger, Leiter des Consultings bei RegioPlan. Einrichtungshäuser und die Elektrobranche hätten größere Ausfälle durch viel Werbung und Null-Prozent-Finanzierungsangebote abfangen können, verzichtet werde daher eher bei Extras wie der zweiten Urlaubsreise, teuren Markenprodukten oder beim Essen außer Haus. Das gesparte Geld werde dann in nachhaltigere Bereiche wie Bildung, Gesundheit und Wohnen investiert. "Die Konsumenten scheinen sich wieder mehr auf sich selbst und das eigenen Umfeld zu konzentrieren als auf Statussymbole", so Oberweger.

Die Bereiche "Ernährung" (6300 Euro, +0,7%) und "Wohnen" (ohne Heizkosten; 6200 Euro, +2,7%) sind immer noch die größten Brocken, die das Haushaltsbudget belasten, danach kommen "Verkehr und Kommunikation" (5700 Euro, -4%), "Bildung, Erholung" (5100, +2,7%) und "Einrichtung, Hausrat" (3200 Euro, -0,4%) und "Bekleidung" (2600 Euro, -0,2%). Die weitere Reihenfolge: "Energie, Heizung, Licht" (1800 Euro, +0,8%), "Gesundheitspflege" (1400 Euro, +2,8%), "Körperpflege" (1000 Euro, +2,1%), "Tabakwaren" (600 Euro, +0,5%) und "sonstige Konsumausgaben" (800 Euro, +0,5%).

Mehr Haushalte

Dass in die Bereiche Verkehr und Kommunikation weniger Geld floss, liegt zu einem großen Teil an den günstigen Treibstoffen. Die Bereiche Wohnen und Energie werden langfristig immer mehr vom Haushaltsbudget verschlingen. Zum einen wegen der steigenden Kosten, zum anderen aber auch wegen der steigenden Zahl der Haushalte. "Je mehr und je kleinere Haushalte es gibt, umso mehr steigen in Summe die Kosten für die Haushaltsführung", so Oberweger.

Die größte Variable bei den Ausgaben sind allerdings die Energiekosten, sie können sich im Laufe eines Jahres zum Teil sehr stark verändern und sind kaum beeinflussbar. Auch die Bereiche Bildung, Freizeit und Gesundheit gewinnen weiter an Bedeutung. „Für den klassischen Einzelhandel fällt da nicht mehr so viel ab, weniger als zwei Drittel der privaten Konsumausgaben werden im Einzelhandel ausgegeben", fasst Oberweger zusammen.

Sparen wird wichtiger

Ein weiterer Ausgabenposten gewinnt an Bedeutung, so die Studie: das Sparen. Zusätzlich zu den 34.700 Euro, die ein Haushalt im Jahr für den privaten Konsum ausgibt, fallen noch etwa 7.100 Euro an Kreditrückzahlungen, Versicherungen, Spareinlagen und Pensionsfonds, aber auch an Gebühren und Strafen an. Die Gesamtausgaben der Haushalte erreichen damit im Schnitt 41.800 Euro.

Der Anteil des "nicht privaten" Konsums am gesamten verfügbaren Geld eines Haushaltes ist in den letzten zehn Jahren von rund 10 auf 17 Prozent gestiegen. "Ein massiv steigender Anteil an den gesamten Haushaltsausgaben steht dem privaten Konsum also gar nicht erst zur Verfügung, sondern wird gespart, ganz besonders in schlechteren Zeiten", erläutert Oberweger.

Langfristig gesehen werden sich die Ausgaben stabil weiterentwickeln, größere Sprünge seien nicht zu erwarten. "Die Inflation und die Energiepreise werden dabei die größten Einflussfaktoren sein", so Oberweger abschließend. (red)

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    Bei "Extras" wie dem Essen außer Haus wird derzeit am ehesten gespart.

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