Nordosten der USA befreit sich aus Schneemassen

21. Dezember 2009, 07:47
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Schulen und Behörden in Washington bleiben geschlossen - Verkehrschaos und -behinderungen

New York/Washington - Der Nordosten der Vereinigten Staaten gräbt sich nach den schwersten Winterstürmen seit Jahren langsam wieder aus den Schneemassen. In der Hauptstadt Washington türmte sich die weiße Pracht am Sonntagabend (Ortszeit) stellenweise noch bis zu 60 Zentimeter auf. Behörden und Schulen sollten deshalb auch am Montag noch geschlossen bleiben.

New York City kam mit einem blauen Auge davon: Trotz Schneehöhen von bis zu 40 Zentimeter stellten die U-Bahnen, Busse und Vorortzüge ihren Verkehr nicht ein. Nachdem alle drei New Yorker Flughäfen am Samstagabend wegen des dichten Schneetreibens ihren Betrieb eingestellt hatten, blieb es gespenstisch still am Himmel der 15- Millionen-Metropole.

Chaos in Virginia und Maryland

In die an die Hauptstadt Washington angrenzenden US-Staaten Virginia und Maryland ging nach 24-stündigem Schneefall zunächst nichts mehr. Tausende Autofahrer strandeten auf den Straßen und mussten von Rettungsmannschaften in Notunterkünfte gebracht werden, der Flugverkehr brach am Wochenende weitgehend zusammen. Für Washington, Virginia, West Virginia, Delaware, Philadelphia (Pennsylvania) und Boston (Massachusetts) wurde der Schneenotstand ausgerufen.

Im Süden der Neuengland-Staaten fielen bis Sonntagabend stellenweise bis zu 60 Zentimeter Neuschnee. An manchen Orten waren die heftigsten Schneefälle erwartet worden, die jemals an einem Dezember-Tag gemessen wurden. Nach Medienberichten gab es tausende Unfälle auf glatten Straßen, vor allem in den besonders hart betroffenen ländlichen Staaten Virginia und West Virginia. Hier halfen bis zu 1.000 Nationalgardisten dabei, Menschen aus ihren steckengebliebenen Fahrzeugen zu befreien.

Fünf Tote

In entlegenen Landstrichen saßen manche Autofahrer mehr als einen Tag lang fest. Die Einsatzkräfte kamen vielerorts über Stunden den eingehenden Notrufen nicht mehr nach. Insgesamt starben bis zum Sonntag fünf Menschen infolge der Schneefälle, vier davon im Straßenverkehr, einer vermutlich durch Unterkühlung.

Verkehr brach zusammen

Der öffentliche Verkehr brach ebenfalls zusammen. In Washington schloss der nationale Flughafen am Samstag ganz, auf dem internationalen Airport Dulles blieb nur eine Start- und Landebahn in Betrieb. Die meisten Flüge wurden gestrichen. Am Sonntag kam der Betrieb nur langsam wieder in Gang.

Auch die Großflughäfen von New York hatten bereits vor Ankunft der Schneemassen zugemacht. Junge Eltern tauschten Kinderwagen gegen Schlitten aus und zogen ihre Kleinen warm verpackt auf Kufen durch die Straßen von Manhattan. Im Central Park lösten Ski-Langläufer die Jogger und Fahrradfahrer ab. Bis auf einen halben Meter türmte sich der Schnee auf Long Island vor New York. Im Nachbarstaat New Jersey blieb ein Bus auf schneebedeckten Eisenbahnschienen stecken. Zum Glück schafften es die 26 Fahrgäste ins Freie, bevor ein Zug auf das Fahrzeug prallte. Tausende Reisende blieben im Logan Airport von Boston stecken. Leidtragende des Sturms waren auch die Geschäftsbesitzer. Am letzten Einkaufswochenende vor Weihnachten herrschte in vielen Shopping-Malls gähnende Leere. Lediglich in den Innenstädten machten sich die Menschen auf Schnäppchenjagd. (APA)

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