Telekom

Spekulation um Großfusion im Telekombereich

20. Dezember 2009, 18:34

Telecom Italia und die spanische Telefónica könnten zu einem Großkonzern fusionieren

Telecom Italia und die spanische Telefónica könnten zu einem Großkonzern fusionieren - mit Aufteilung der Märkte nach ihren jeweiligen Stärken. Diesbezügliche Spekulationen haben sich am Wochenende verdichtet.

***

Die Chancen, dass Telecom Italia (früher an Telekom Austria beteiligt) und die spanische Telefónica fusionieren, werden immer wahrscheinlicher. Mailänder Finanzexperten erwarten nach der Übernahme der spanischen TV-Gruppe Cuatro durch die italienische Mediaset nun auch ein Zusammengehen der beiden Ex-Staatsmonopolisten.

Nachdem sich der vom italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrollierte spanische TV-Sender Telecinco mit dem Konkurrenten Cuatro zusammengeschlossen hat, avanciert der aus der Fusion hervorgehende Sender zum größten Anbieter im offen zugänglichen Fernsehen in Spanien. Sein Anteil an den Einschaltquoten wird nach spanischen Medienberichten bei 25 Prozent liegen. Die gesetzlich zugelassene Höchstgrenze beträgt 27 Prozent.

Einstige Gegner werden Freunde

Nach dem Zusammenschluss wird Berlusconis Mediengruppe Mediaset an dem neuen Sender einen Anteil von 41 Prozent halten. Die spanische Gruppe Prisa um die Zeitung El País wird mit 18 Prozent zweitgrößter Kapitaleigner sein. Die mit fünf Milliarden Euro verschuldete Prisa-Gruppe verkauft zudem 22 Prozent ihres Pay-TV-Anbieters Digital an Telecinco. Die Akquisition in Spanien kostet Berlusconi insgesamt eine Milliarde Euro (Aktien plus Bargeld).

Die einstigen politischen Gegner werden neuerdings Freunde. Berlusconis Mediengruppe gehört dem konservativen Lager an, Prisa ist hingegen linksliberal.

Die Fusion bedeutet nicht nur eine komplette Neuordnung auf dem spanischen Markt. Laut italienischen Medienberichten gibt sie auch grünes Licht für ein Zusammengehen von Telecom Italia und Telefónica. "Es handelt sich um eine Frage der Zeit", kommentiert Chefanalyst Marco Opipari die Neuordnung im spanisch- italienischen Telekombereich.

Eine Frage des Preises

Telefónica ist bereits Mehrheitsaktionär der Holding Telco, welche Telecom Italia zu 42 Prozent kontrolliert. Andere Telco-Großaktionäre wie etwa die Benetton-Gruppe haben bereits ihren Ausstieg aus der defizitären Telecom-Italia-Beteiligung bestätigt. Weiter Aktionäre wie der Versicherer Generali und die Investmentbank Mediobanca wollten eine mögliche Fusion nicht kommentieren.

Falls Telefónica zwei (derzeitiger Börsenwert: 1,1 Euro) je Telecom-Aktie bietet, werden auch Mediobanca und Generali einer entsprechenden "Fusion" zustimmen, schreibt die Zeitung La Repubblica. Die Italiener sollen im neuen Telefonkonzern einen Anteil von vier Prozent halten und sich auf den Heimmarkt sowie andere europäische Beteiligungen konzentrieren, die Spanier hingegen für das lukrative südamerikanische Geschäft sowie den Heimmarkt Spanien verantwortlich sein.

Einem eventuellen Deal müssten die EU-Behörden noch zustimmen. Telecom Italia hat in Italien mit einem Anteil von 70 Prozent im Festnetz und 38 Prozent bei Mobilfunk eine Quasi-Monopolstellung inne.  (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.12.2009)

Mastermix
00
21.12.2009, 05:37
die 70 % Marktanteil in Ialien

wären für die Fusionskontrolle nur dann relevant wenn auch Telefonica Marktanteile in Ialien hätte...

randy handsome
00
21.12.2009, 01:28
telefonica.....

....der größte telekomkonzern in spanien der auch einer der höchsten preise für kunden in europa mit sich bringt. schon jetzt zahlen die spanier die eigentlich weniger verdienen viel mehr für internet und handy als in anderen staaten. je größer solche konzerne werden desto weniger wettbewerb und desto höher die preise für den kunden....

kopfsalat
00
21.12.2009, 13:12
telefonica ist einfach das letzte

unfaehig bis zur selbstaufgebung, arschteuer (irgendwo bei 8mal so teuer wie oe).

WilliamLee
00
20.12.2009, 23:49

Politik und Telecom, wie gern die doch einander haben...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.