Gottwald erneut am Stockerl

20. Dezember 2009, 16:19
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Österreicher sprintete als 23. nach dem Springen nochauf Rang drei - Sieg an Deutschen Kircheisen

Ramsau am Dachstein - Felix Gottwald hat sich in den drei Weltcup-Bewerben in Ramsau als Nummer eins des ÖSV-Kombinierer-Teams etabliert. Zum Abschluss holte der 33-jährige am Sonntag seinen zweiten Podestplatz, den dritten Rang (+0,7 Sekunden) hinter dem Deutschen Björn Kircheisen und dem Norweger Magnus Moan (+0,4). 24 Stunden zuvor war Gottwald auf dem Weg zum möglichen 21. Weltcupsieg 300 m vor dem Ziel eingebrochen und noch von vier Konkurrenten überholt worden. Am Sonntag präsentierte er sich sehr gut erholt und lief nach taktischem Rennen vom 23. Startplatz auf das Podest.

Kircheisen machte im Finish eine ähnliche Erfahrung wie Gottwald am Samstag, doch er rettete sich gegen die heranstürmenden Verfolger ins Ziel. "Das Rennen hätte keine hundert Meter länger dauern dürfen", sagte der nun 14-fache Gewinner von Weltcupbewerben, der freilich am Vortag pausiert hatte. "Man hat gemerkt, dass ich ein paar Körner mehr hatte", gab er zu. Moan stürmte vom 38. Startplatz (59 Sekunden zurück) mit klarer Laufbestzeit nach vorne, zum Sieg fehlten nur wenige Zehntelsekunden.

Zwei Steaks und eine Menge Nudeln

Doch Gottwald, der Zweite vom Freitag, war auch mit dem dritten Rang sehr zufrieden. Nach seinem Soloritt auf den letzten zwei Kilometern am Samstag, bei dem ihn am Schluss der "Hammer" getroffen hatte, legte es der Routinier etwas defensiver an. Er machte rasch den Rückstand von 37 Sekunden wett, übernahm in der neuerlich fast 30 Athleten umfassenden Spitzengruppe aber nicht die Spitze. "Ich habe mich auf die letzten 500 Meter konzentriert", erklärte der Wahl-Ramsauer. "Bei dieser Meute aufs Stockerl zu laufen ist stark, es war ein sehr zufriedenstellendes Wochenende."

Der Doppel-Olympiasieger nannte mehrere Faktoren, die ihm die so starke Leistung nur einen Tag nach einem körperlichen Einbruch ermöglicht hatten. Er ließ sich zweimal vom Energetiker Martin Weber behandeln, versuchte auf dem Ergometer die Milchsäure aus den Muskeln zu bringen und aß Samstagabend gleich zwei Steaks und eine Menge Nudeln. "Das spielte alles zusammen", sagte Gottwald, der sich schon beim Springen sehr gut fühlte.

Bis zur Abreise am 31.12. zum nächsten Rennen in Oberhof will Gottwald nun "Kekse essen", aber auch trainieren. "Das ist eine wichtige Phase. Ich werde gut regenerieren und die Tage nützen, um Substanz zu tanken." Der Salzburger sieht in seiner zweiten Karriere viel Potenzial nach oben. "Denn ich bin läuferisch noch nicht dort, wo ich vor meiner Erkrankung in Kuusamo war."

Die restliche Meute

Nachdem am Vortag auch noch Mario Stecher als Siebenter und Lukas Klapfer als Zehnter in den Top Ten gewesen waren, schaffte dies zum Abschluss nur Gottwald. David Kreiner, sein Trainingspartner in der Gruppe von Günther Chromecek, belegte wie am Vortag den zwölften Rang. "Ich fühle mich von Rennen zu Rennen besser. Im Pulk zu laufen war total schwierig, aber es hat Spaß gemacht", meinte der Tiroler. Christoph Bieler, der Dritte nach dem Springen, führte als 18. (+17,8 Sekunden) ein Österreicher-Trio an, es folgten Willi Denifl und Mario Stecher (20.).

Bieler sah seinen Aufwärtstrend intakt. "Ich habe zu meiner Sprungform gefunden und fühle mich im Laufen besser. Ich weiß, was möglich ist, nach vorne fehlt nicht viel", sagte der Tiroler. Stecher (am Vortag fünftbeste Laufzeit) vergab seine Chance neuerlich im Springen. Trainingseinheiten auf einer Großschanze sollen Abhilfe schaffen.

Der Franzose Jason Lamy Chappuis, der Gewinner von Freitag und Samstag, verzeichnete mit Rang acht seine "schwächste" Saisonplatzierung und führt im Weltcup (7 Bewerbe) mit 113 Punkten Vorsprung auf den Deutschen Tino Edelmann, den Tages-Sechsten am Sonntag. Gottwald ist als bester Österreicher Siebenter, obwohl er die ersten zwei Bewerbe wegen Fiebers verpasst hatte. (APA)

 

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    Felix Gottwald zeigte als Dritter in Ramsau erneut Klasse.

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