Ammann genügte ein Sprung zum Sieg

20. Dezember 2009, 14:57
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Schweizer gewinnt in Engelberg nach nur einem Durchgang - Abbruch wegen Wind. Kofler bester ÖSV-Adler als Vierter

Engelberg - Simon Ammann fährt als Träger des Gelben Trikots zur Vierschanzen-Tournee nach Oberstdorf. Der nach dem ersten Durchgang führende Schweizer profitierte am Sonntag vom Abbruch des dritten und letzten diesjährigen Engelberg-Springens im zweiten Durchgang und feierte damit bereits seinen dritten Saisonerfolg. Der Doppel-Olympiasieger von 2002 gewann auf der Großen-Titlis-Schanze nach dem 141-m-Schanzenrekord im ersten Sprung vor Björn Einar Romören (NOR/+4,4 Zähler) und Daiki Ito (JPN/12,2). Bester ÖSV-Adler wurde Andreas Kofler als Vierter mit 12,9 Zählern Rückstand.

Gregor Schlierenzauer, der am Samstag mit seinem bereits 26. Weltcupsieg österreichische Springersport-Geschichte geschrieben hat und mit 19 Jahren schon Allzeit-Rekordhalter des ÖSV ist, wurde wie auch Thomas Morgenstern Sechster. Auch Martin Koch landete als Neunter noch in den Top Ten. Letzterer sicherte sich damit nach Schlierenzauer, Wolfgang Loitzl, Morgenstern, Kofler und Kontinentalcup-Leader Stefan Thurnbichler sein Ticket für die Tournee. Cheftrainer Alex Pointner entschied sich nun auch für Lukas Müller aus der zweiten Wettkampf-Ebene für den ersten Saisonhöhepunkt, nachdem Manuel Fettner seine Form noch nicht gefunden hat.

Nur noch acht Springer warteten am Sonntag auf ihren zweiten Sprung bei wechselnden Windbedingungen. Dann wurden sie für rund fünf Minuten in die Wartekabine geschickt, ehe sich die Jury zum Abbruch und Wertung der Konkurrenz nach dem ersten Durchgang entschloss. "Das war ein unnötiger Abbruch. Man hätte den Bewerb in diesen fünf Minuten durchaus durchbringen können", meinte ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner, der beklagte, dass es vonseiten der Organisation nicht genügend Leute auf der Schanze zur Entfernung des in die Spur verwehten Schnees gegeben hat.

Damit fährt Simon Ammann als nunmehr dreifacher Saisonsieger zur 58. Vierschanzen-Tournee nach Oberstdorf (28.12.), Garmisch-Partenkirchen (1.1.2010), Innsbruck (3.1.) und Bischofshofen (6.1.) und wird zumindest im Allgäu auch das Gelbe Trikot tragen. 42 Punkte Vorsprung weist Ammann auf den 26-fachen Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer auf.

Österreichs "Adler" bleiben nun doch nicht wie geplant noch bis Montag in der Schweiz, sondern traten noch Sonntag die Heimreise an. Die Wettervorhersage war für Engelberg schlecht. "So haben die Leute noch einen Tag mehr Regeneration, ehe es dann zur Tournee und auf den Kulm geht", sagte Pointner.

Trotz des nicht nach Wunsch verlaufenen Abschlusstages der drei Konkurrenzen in der Schweiz ist Österreichs starkes Springerteam für die Tournee gerüstet. "Wir fahren mit einer Supermannschaft zur Tournee. Ich bin mit dem Verlauf der letzten Tage sehr zufrieden, wir konnten auch viele Sprünge bei guten Verhältnissen absolvieren", ergänzte der vierfache Familienvater, dessen Schützlinge am Mittwoch noch einmal an diversen Schauplätzen einige Trainingssprünge absolvieren werden. Zur Wahl stehen Villach, Ramsau oder vielleicht auch einer der Tournee-Orte. (APA)

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    Ein-Sprungsieg für Simon Ammann im dritten Engelberg-Bewerb.

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