Flanieren, schauen, kaufen

20. Dezember 2009, 19:37
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Handel rechnet nach Ansturm der Vortage mit Weihnachtsumsatz auf Vorjahresniveau

Wien - Österreichs Händler atmen auf. Trotz Schneetreibens und Kälte haben sich am vierten Adventsamstag Menschenmassen durch die Einkaufsstraßen und Shoppingcenter gewälzt. Aus fast allen Bundesländern und Hauptstädten hieß es: "Die Hölle ist los." Es sei nicht nur flaniert und geschaut, sondern auch gekauft worden. In Summe dürften die Weihnachtsumsätze in etwa das Niveau des Vorjahres erreichen, schätzen Handelsvertreter. Damals wurden knapp 1,5 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Das winterliche Wetter hat vor allem die Nachfrage nach Sportartikeln angekurbelt; auch Bücher und CDs sowie Elektrogeräte wurden weggeschleppt. In der Bundeshauptstadt waren am Samstag nach Angaben der Wiener Wirtschaftskammer rund 900.000 Menschen unterwegs - um 50.000 mehr als eine Woche zuvor. "Ich bin zuversichtlich, dass wir beim heurigen Weihnachtsgeschäft das gute Ergebnis des Vorjahres wieder erreichen werden, denn die Stimmung der Konsumenten ist gut, die Kauflust groß", sagte die Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer, Brigitte Jank. Zufrieden zeigten sich vor allem die Händler in den großen Einkaufsstraßen und in den Shoppingcentern, die zum Teil über deutliche Zuwächse gegenüber dem Vorjahr berichteten.

Mehr Ski, mehr Sportartikel

Den bisher stärksten Einkaufssamstag im Advent verzeichneten das City Center Amstetten (CCA), die Rosenarcade Tulln, der Fischapark in Wiener Neustadt und die Shopping City Süd (SCS) in Vösendorf. "Es zieht die Leute ins Warme", zeigte sich Anton Cech, Manager der SCS, über das "ausgezeichnete Geschäft" am vierten Einkaufssamstag erfreut. Die Menschen würden durch den Wintereinbruch nun mehr Ski, Sportartikel und Textiles kaufen als Anfang Dezember, meinte Stefan Krejci, Centerleiter des CCA und der Rosenarcade. Nach Ansicht von Karl Ungersbäck, Geschäftsführer der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ), kann das Vorjahresergebnis bei der Besucherfrequenz und den Umsätzen bei den Einkaufszentren in Niederösterreich gehalten werden. Ähnliches wird in den anderen Bundesländern erwartet.

Nur in Kärnten haben die starken Schneefälle und teilweise chaotischen Straßenverhältnisse die Einkaufslust etwas gedämpft. In Klagenfurt und Villach waren deutlich weniger Menschen unterwegs als an den vergangenen Samstagen, auch die großen Einkaufszentren meldeten schwächere Frequenzen. Insgesamt sind die Betreiber der Malls wie des Villacher Atrio oder der Klagenfurter City Arkaden mit dem bisherigen Weihnachtsgeschäft aber ebenfalls zufrieden. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.12.2009)

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    Aus fast allen Bundesländern und Hauptstädten hieß es unisono, dass "die Hölle los" sei und "die Kassen klingeln".

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