Elektronikprodukte

Erweiterte Garantie oft Geldverschwendung

20. Dezember 2009 11:27

Materialverschleiß und eigene Unachtsamkeit nicht abgedeckt

Das Geschäft mit Garantieverlängerungen bei Produktkäufen blüht. Laut einem Bericht der Washington Post erwarten Marktforscher in diesem Jahr eine Steigerung von zehn Prozent. Dabei ist der tatsächliche Nutzen für Konsumenten umstritten. "In der Regel raten wir vom Erwerb von Garantieerweiterungen und Zusatzversicherungen ab. Denn die Kosten stehen gerade bei günstigen Elektronikgeräten meist in keinem Verhältnis zur tatsächlich gebotenen Leistung", sagt Michael Sittig von Stiftung Warentest.

Verschleiß nicht abgedeckt

Den meisten Konsumenten sei leider nicht bewusst, dass die Garantieerweiterung zumeist weder Verschleißerscheinungen noch durch eigene Unachtsamkeit entstandene Schäden abdecke. "Wenn also nach zwölf Monaten der Kamera-Akku den Geist aufgibt oder ich den Kaffee versehentlich über das Gerät schütte, hilft mir die Garantieverlängerung oder Zusatzversicherung nicht weiter, weil derartige Fälle im Normalfall ausgenommen sind", warnt Sittig.

Sind solche Schadensfälle von der Zusatzversicherung abgedeckt, wird es hingegen schnell teuer. Denn wenn für einen Komplettschutz monatlich zwischen fünf und acht Euro anfallen, summieren sich diese Kosten in einem Zeitraum von fünf Jahren schnell auf mehrere Hundert Euro. "Da muss es sich dann schon um ein sehr teures Gerät im Kaufwert von mehreren Tausend Euro handeln, dass sich das im Schadensfall auszahlt", ist Sittig überzeugt.

Kunden schlecht informiert

"Gerade im hektischen Weihnachtseinkauf müssen sich Kunden an der Kassa meist schnell entscheiden, ob sie ein Zusatzpaket dazukaufen wollen. Derartige Zusatzversicherungen werden daher oft erworben, ohne dass der Kunde über die tatsächlichen Leistungen und Ausnahmeregelungen Bescheid weiß", warnt auch die Konsumentenschützerin Renate Wagner vom Verein für Konsumenteninformation (VKI).

Neben Elektro- und Haushaltsgeräten werden Zusatzversicherungen mittlerweile auch für Brillen und Hörgeräte angeboten. Aber auch hier gilt: Je nach Schadensfall und Versicherungsangebot wird der Kaufpreis nur teilweise ersetzt. Bei Fielmann etwa werden maximal 200 Euro abzüglich eines Selbstbehalts ersetzt, der preislich gestaffelt wird, so der VKI. Dafür fällt der Versicherungsbeitrag mit 2,50 Euro für das Jahr ausgesprochen günstig aus. Beim österreichischen Brillenanbieter Pearle muss man beim Kaufpreis von über 400 Euro schon 22,50 Euro auf den Tisch legen. Bei Verlust beträgt der Selbstbehalt aber satte 50 Prozent, bei Beschädigung fallen 20 Prozent des Kaufpreises an.

400 Euro Ersatz für 1.000-Euro-Gerät

Ein weiterer Aspekt, der von den Anbietern meist unter den Tisch gekehrt wird, ist zudem der Wertverfall, der gerade bei technischen Geräten nicht unbeträchtlich ist. Ist die Reparatur teurer als der Zeitwert des Geräts bei Eintritt des Schadens, liegt ein wirtschaftlicher Totalschaden vor. "Je nach Garantievertrag steht dem Kunden dann mitunter ein Ersatzgerät zu. Wird wie in vielen Fällen allerdings nur der Zeitwert ersetzt, kann es gut sein, dass für ein 1.000-Euro-Notebook vier Jahre später gerade einmal 400 Euro zustehen", so Sittig. (pte)

 

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14 Postings
Aracni Santini
22.12.2009 15:17
Vorsicht nur 6 Monate Garantie, danach umgekehrte Beweislast

Also eigentlich hat man nur 6 Monate Garantie auf die Geräte denn in den folgenden Monaten kann der Verkäufer eine umgekehrte Beweislast verlangen. D.H. der Kunde muss nachweisen, dass das Gerät beim Kauf den Defekt bereits hatte, der schlussendlich zum Schaden geführt hat. Also wenn die Angestellte im Geschäft daherredet: 2 Jahre Garantie - dann ist das ein Blödsinn. Zudem kann man nicht beweisen, dass sie es sagte. Sogar die angestellten glabuen den Blödsinn von 2 Jahren Garantie.

M L3
07.01.2010 00:43
Sie sprechen von der gesetzlichen Gewährleistung

Der Verkaufer kann aber eine längere Garantie anbieten. Viele Elektrohändler (die großen Ketten) tun das.

Aracni Santini
08.01.2010 08:20
das stimmt nicht wirklich, Saturn bietet nur die 6 Monate

Es werden nur die 6 Monate gewährt und falls eine Herstellergarantie länger dauert eventuell, die vom Hersteller (also Z.B. bei einem Computer haben dann verschiedene Bauteile eine verschieden lange Garantie oder eben fast gar keine). Bei Elektrohändlern z. B. sagen Angestellte automatisch 2 Jahre (jeder glaubt es sind 2 Jahre). Wenn man einen Haarfön reklamieren möchte nach 6 Monaten hat man Pech gehabt. Was die Angestellte sagte, kann man ja nicht beweisen. Außer der Neckermann, den muss man mal loben, der hat mir ein V-Tech Spielzeug unproblematisch trotz Überschreitung der 6 Monate getauscht. Bei einem Geschirrspüler zahlt sich eine Verlängerung schon aus. Der hat doch immer irgendwelche Macken, ab einem gewissen Alter.

Nitram1988
21.12.2009 03:27
Dell hat bei den Vesicherungen der eigenartigen Fall, das sie nicht vom Wert des Notebooks abhängt sondern nur vom Modell.

Also wenn man sich 16GB RAM, 512GB SSD und einen XEON-Quadcore in sein Notebook stoft und dfür knappe €10.000 zahlt kostet die Versicherung oder Garatieverlängerung immer noch das gleiche wie beim €1000 Modell.

Sir Harry....
20.12.2009 23:09
Das mit dem Zeitwert ist Quatsch.

Nach vier Jahren verkauft man kein Gerät mehr. Das lässt man einfach im Keller liegen und wartet, bis es so weit ist, dass sein Preis als Rarität wieder zu steigen beginnt.

Le'Mac
20.12.2009 14:31

naja ein 1.000€ notebook das vier jahre alt ist hat einen wert von max 50€... versicherung hin oder her...

Inno Vision
20.12.2009 17:24
ich würde max 220 Euro dafür zahlen

denn um 450 gibts ein mindestens gleichwertiges neues.

Erich Hofbauer
20.12.2009 16:19

manchmal bringt der Verkauf via epay als Ausschlachtgerät mehr

friedrich wilhelm voigt
20.12.2009 11:41

das mit dem zeitwert ist eh eine frechheit. die versicherung wird da abhängig vom neuwert berechnet und im schadensfall wird nur der zeitwert ersetzt, obwohl man ja das geld für ein neugerät braucht. ist eigentlich auch irgendwo betrug.

kaeptn iglu
21.12.2009 11:57

Finde ich nicht... ein Ersatz des Neuwertes wäre eine Bereicherung des Versicherungsnehmers über den entstandenen Schaden hinaus. Einen Markt für Gebrauchtgeräte gibt es schließlich.
(Was anderes ist es, wenn die Wohnung ausbrennt; da kann man nicht einen abgenutzten Boden legen oder die Wand mit Fahrern ausmalen, deshalb Ersatz zum Neuwert.)

friedrich wilhelm voigt
21.12.2009 12:24

na gut, dann sollte aber die versicherungsprämie abhängig vom zeitwert auch sinken.

Schrotthaufen
20.12.2009 11:30
400 Euro

Wenn ich für ein 1000 Euro-Notebook nach 4 Jahre noch 400 Euro bekomme geh ich zum Mexikaner essen... Habe in letzter Zeit mehrere Laptops mit Neupreis 3000 Euro+ verkauft... ein 1000 Euro Notebook ist nach 4 Jahren bestenfalls noch für 150-200 verkäuflich - bereits nach einem Jahr ist der Preis um 30-50% gefallen...

rubinek
20.12.2009 12:54

wenn es ein macbook Pro ist, wird man noch 400 EUR bekommen. (die kosten aber auch ein bisschen über 1000 EUR)

Allmächtiger Satan
20.12.2009 14:09

In Anbetracht der Rechenleistung natürlich weit überhöht, aber nostalgisch Markenaffine schlagen da gerne zu, was wohl den Preis rechtfertigt.

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