Die Gran Risa, ein Fall für die Spezialisten

20. Dezember 2009, 10:38
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Blardone und Simoncelli sorgen für einen italienischen Doppelsieg in Alta Badia - Raich wird Vierter und ist im Gesamtweltcup wieder Erster

Alta Badia - Die Gran Risa ist nicht gerade die Pista Nostra der österreichischen Skifahrt. Seit 1997, seit Christian Mayer, hat auf der großteils im eisigen Schatten gelegenen, schwierigen Riesenslalompiste kein ÖSVler gewonnen. Am Sonntag, bei minus 14 Grad am Start und minus 17 im sonnigen Ziel, setzte der einschlägige Spezialist Massimiliano Blardone die entscheidenden Taten, fuhr Bestzeiten in beiden Läufen, gewann seinen fünften Riesenslalom, den zweiten in Alta Badia.

Der Mann aus Domodossola siegte vor dem Riesenslalom- und Gran-Risa-Spezialisten Davide Simoncelli aus Rovereto, der hier zum bereits vierten Mal Zweiter wurde und einmal gewonnen hat. Dritter wurde der Franzose Richard Cyprien. "Ich habe versucht, präzise und ohne Risiko zu fahren", sagte Blardone. "Ich denke, das ist mir ganz gut gelungen."

Benjamin Raich verpasste das Podest zwar um sieben Hundertstel, nahm sich aber die Führung im Gesamtweltcup zurück, da sein Schweizer Rivale Carlo Janka nur 18. wurde. "Alter schützt vor Fehlern nicht", sagte Raich (31), im ersten Durchgang nach einem Steher 13. "Dann hab ich das Maximum herausgeholt", fand der Tiroler, der mit zweitbester Laufzeit noch Vierter wurde.

Vierter war Marcel Hirscher nach dem ersten Durchgang gewesen. Doch im zweiten strauchelte der 20-jährige Salzburger, der in Val d'Isère seine Siegpremiere gegeben hatte, er rappelte sich auf, fuhr weiter, kam aber über Platz 28 nicht hinaus.

Raich und Hirscher, der eine kleine Schürfwunde an der Wange erlitt, haben heute, Montag, die nächste Chance, und zwar im Slalom auf dem eher flachen Schlussstück der Gran Risa. Für andere handelt es sich um die erste Weltcupchance seit Mitte November - für Slalomspezialisten wie Weltmeister Manfred Pranger oder Reinfried Herbst, der das letzte und bisher einzige Saisonrennen im finnischen Levi gewann.

Das Kreuz der Slalomisten

"Ich hätte stempeln gehen können", sagt Herbst. Er tat es natürlich nicht, sondern übte, gewann am Freitag ex aequo mit Schwedens Spezialist Jens Byggmark den Europacupslalom in Pozza die Fassa. Abgesehen davon, lässt er sich täglich vom Physiotherapeuten an der Wirbelsäule behandeln. "Jeder Slalomfahrer hat Kreuzprobleme." Und auf die Schienbeine pflegt er sich vor jedem Training und Rennen Salbenpflaster zu picken, um Entzündungen vorzubeugen. "Die vielen kurzen Schläge haben eine große Wirkung", sagt er. "Keine andere Disziplin geht so auf die Knochen. Aber das musst du aushalten als Slalomfahrer." (Benno Zelsacher aus Alta Badia, DER STANDARD Printausgabe 21.12.2009)

 

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    Im ersten Lauf beinahe rausgeflogen: Benni Raich.

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    Zweimal Laufbestzeit: Massimiliano Blardone.

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