Armee meldet Erfolg, Rebellen sprechen von "Massaker"

21. Dezember 2009, 13:29
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Rebellen-Anführer Abdel Malek al-Huthi soll schwer verletzt sein - Huthis dementieren und sprechen von Dutzenden toten Zivilisten durch saudischen Luftangriff

Sanaa/Riad -  Am Sonntag vermeldete das jemenitsche Verteidigungsministerium, dass bei einem Luftangriff der jemenitischen Armee der Chef der Huthi-Rebellen schwer verletzt worden sei. Abdel Malek al-Huthi befinde sich mittlerweile in Haydan in der nördlichen Provinz Saada. Von Rebellenseite hieß es dagegen, der Chef der Aufständischen sei nicht verletzt, sondern wohlauf.

"Gerüchte"

Ein Rebellensprecher erklärte in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP in Dubai, bei den Angaben des Verteidigungsministeriums handle es sich um "Gerüchte", mit denen das eigene "Scheitern" vertuscht werden solle. Der Sprecher beschuldigte zugleich die saudiarabische Luftwaffe, im Gebiet von Raseh in der an der Grenze zu Saudi-Arabien gelegenen Provinz Saada am Morgen ein "Massaker" angerichtet zu haben. Bei Luftangriffen auf die Ortschaft Al Nadheer seien am Sonntagmorgen 54 unbewaffnete Zivilisten getötet worden, unter ihnen Frauen und Kinder.

Ein jemenitischer Behördenvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, hatte zuvor mitgeteilt, bei einem Angriff von Jemens Luftwaffe in der südlichen Provinz Abjan habe es 49 tote Zivilisten gegeben, unter ihnen 23 Kinder und 17 Frauen. Ein örtlicher Stammesführer bestätigte AFP die Angaben zu dem Angriff vom Donnerstag auf das Dorf Majalla im Gebiet Al Mahfed. Die Streitkräfte hätten angenommen, dass die dort lebenden Beduinen Al Qaida-Kämpfern Unterschlupf gewährt hätten.

Jemenitische Regierungsvertreter hatten nach dem Angriff auf das Dorf von 30 getöteten mutmaßlichen Al Qaida Aktivisten sowie vier getöteten Al Quaida-Mitgliedern gesprochen. Das Verteidigungsministerium in Sanaa erklärte, der Angriff habe einem Trainingslager Al Qaidas gegolten. Mehrere örtliche Al-Kaida-Führungsmitglieder seien getötet worden. Unter den Toten sei auch ein Saudiaraber.

Krieg könnte noch lange andauern

Der Krieg an der Grenze zwischen Jemen und Saudi-Arabien könnte sich laut einer Analyse von Reuters noch lange fortsetzen. Die jemenitischen Regierungstruppen kämpfen im Norden des Landes mit Unterstützung von Saudi-Arabien gegen die Huthi-Rebellengruppe. Saudi Arabien und ihre Verbündeten aus den USA befürchten, dass Al Qaida Jemen, wo die Huthis gegen die Regierung kämpfen, als Plattform für Angriffe gegen das Königreich benutzen könnten. Die Terrororganisation rekrutiert jedoch unter den Huthi-Flüchtlingen in den Lagern und Analysten gehen davon aus, dass Al Qaida von dem Chaos durch die Kämpfe profitiert.  (red/Reuters/APA)

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