Zentralrat der Juden in Deutschland kritisiert Ratzinger

20. Dezember 2009, 00:13
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Wegen Vorantreibens der Seligsprechung von Papst Pius XII.

Berlin - Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat Papst Benedikt XVI. dafür kritisiert, die Seligsprechung von Papst Pius XII. voranzutreiben. "Ich bin traurig und wütend", sagte Generalsekretär Stephan Kramer am Samstag. "Es ist absolut verfrüht diesen Schritt zu machen." Papst Pius XII. wurde wie auch Papst Johannes Paul II. am Samstag per Dekret der "heroische Tugendgrad" zuerkannt, der für die Seligsprechung und eine spätere eventuelle Heiligsprechung notwendig ist.

"Es ist eine deutliche Umkehrung der historischen Fakten der NS-Zeit", sagte Kramer. Die katholische Kirche versuche "eine andere Geschichte zu schreiben". "Wütend" mache ihn, dass Papst Benedikt XVI. keine ernsthafte wissenschaftliche Diskussion zulasse.

Papst Pius XII. war von 1939 bis zu seinem Tod 1958 Oberhaupt der katholischen Kirche. Kritiker werfen ihm vor, nicht energisch genug gegen die von Hitler-Deutschland organisierte Vernichtung der Juden protestiert zu haben. Der Vatikan argumentiert, Pius XII. habe mit stiller Diplomatie versucht, Juden zu helfen, und verweist auf die während des Holocaust von der vatikanischen Diplomatie geretteten Menschen. (APA)

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