Schlierenzauer springt Geschichte

19. Dezember 2009, 15:28
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Österreicher feiert in Engelberg seinen 26. Weltcupsieg und verbesserte damit den bisherigen österreichischen Rekord von Andreas Felder

Engelberg - Gregor Schlierenzauer hat am Samstag in Engelberg einen weiteren Meilenstein im österreichischen Skisprung-Sport gesetzt. Der immer noch 19-jährige Tiroler feierte mit nur einem Punkt Vorsprung auf den Schweizer Simon Ammann seinen insgesamt 26. Weltcup-Sieg und überholte damit in der "ewigen" Bestenliste Andreas Felder (25 Erfolge). Schlierenzauer führte ein sensationelles ÖSV-Team an, das durch Andreas Kofler (3.), Wolfgang Loitzl (4.), Martin Koch (7.) und Thomas Morgenstern (8.) 5 Athleten in die Top 8 brachte.

Die Generalprobe für die am 28. Dezember beginnende Vierschanzen-Tournee in Engelberg verläuft für Österreichs "Superadler" weiter ausgezeichnet. Nachdem Lokalmatador Ammann im ersten von drei Springen noch einen dreifachen Triumph der ÖSV-Equipe hatte verhindern können, schlug Schlierenzauer am Samstag zurück. Mit 137 und 130 Metern fing er den nach dem ersten Durchgang nur um 0,8 Zähler führenden Ammann noch ab. Am Vortag hatte sich der Eidgenosse noch mit 2,2 Zählern Vorsprung durchgesetzt.

Schlierenzauer war nach seinem zweiten Saisonsieg freilich überglücklich. "Es ist brutal unrealistisch", meinte er im Hinblick auf seinen Rekord. "Eine Genugtuung für die harten Jahre des Trainings. Der Rekord ist eine sehr schöne Nebenerscheinung. Ich möchte mich bedanken bei denen, die mich so toll unterstützt haben", betonte Österreichs Top-Star.

Für Erfolgstrainer Alexander Pointner war es freilich ein Freudentag. "Ich muss dem ganzen Team gratulieren. Alle, die da unter die Acht gekommen sind, das ist schon etwas ganz Besonderes", bekräftigte der Chef-Coach. Bei genauerer Betrachtung könne man sogar auf sehr hohem Niveau jammern. "Es waren bei Schlierenzauer, Kofler und Loitzl immer noch Sprünge dabei, die nicht zu ihren besten gehören, und trotzdem eine so tolle Leistung. Das gibt natürlich unheimlich viel Sicherheit für die Zukunft", meinte Pointner wohl auch schon im Hinblick auf den bevorstehenden ersten Saison-Höhepunkt Tournee.

"Wir möchten wirklich nicht überheblich wirken, aber ich habe das Gefühl, dass unsere Gegner eher schon am letzten Zahnrad alle Ressourcen ausschöpfen und fast fehlerfrei Skispringen müssen, und ich sehe bei unseren Athleten noch ein Potenzial nach oben. Das ist sehr beruhigend", sagte Pointner, den auch die Rückkehr von Andreas Kofler auf das Siegespodest sehr freute. Es sei für ihn nur eine Frage der Zeit gewesen. "Er hat von Sprung zu Sprung mehr Sicherheit entwickelt."

Kofler selbst strahlte ebenso wie Schlierenzauer. "Es ist wirklich lange her. Deswegen bedeutet es mir brutal viel. Es tut gut für die Seele, ich habe aber schon noch Reserven", kündigte der Olympia-Silberne von 2006 und Mannschafts-Olympiasieger weiteren Erfolgshunger an.

Schlierenzauer streift sich damit zumindest bis Sonntag (ab 13.45 Uhr/live ORF1) wieder das Gelbe Trikot des Gesamt-Leaders über, er führt 18 Punkte vor Ammann. Die dritte Konkurrenz in Engelberg ist die letzte vor Beginn der 58. Vierschanzen-Tournee, die Schlierenzauer bisher noch nie gewonnen hat. (APA)

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    Gregor Schlierenzauer feiert Rekordsieg in Engelberg.

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