Weiterhin Streit um Ölquelle

20. Dezember 2009, 22:40
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Bagdad: Rückzug iranischer Soldaten nicht vollständig - Teheran: Einheiten sind auf eigenem Staatsgebiet

Bagdad/Teheran - Der Streit zwischen den Nachbarstaaten Iran und Irak um eine im Grenzgebiet gelegene Ölquelle dauert an. Nach irakischen Angaben zogen die iranischen Soldaten, die dort am Freitag einen Bohrturm besetzten, in der Nacht auf Sonntag zwar wieder ab, blieben jedoch auf irakischem Territorium. Teheran wies die Proteste zurück und erklärte, die Ölquelle befinde sich auf iranischem Gebiet.

Ein irakischer Regierungssprecher sagte am Sonntag, die iranischen Soldaten hätten ihre Fahne entfernt und sich danach 50 Meter von dem Bohrturm entfernt. "Wir fordern aber, dass sie dahin zurückkehren, wo sie hergekommen sind, und dass die Verhandlungen über den Grenzverlauf beginnen", fügte Ali al-Dabbagh hinzu.

Ein hochrangiger irakischer Sicherheitsfunktionär, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, "gemäß militärischen Normen" handle es sich "nicht um einen vollständigen Rückzug". Die irakische Seite suche weiter nach einer diplomatischen Lösung. Die Armee habe keine Erklärung veröffentlicht, "um jede Eskalation und Konfrontation zu vermeiden".

Der Bohrturm befindet sich im Grenzgebiet zwischen den beiden Ländern auf dem Al-Fakka-Ölfeld, eines von insgesamt drei Feldern, für die sich im Juni bei Versteigerungen keine multinationale Erdölgesellschaft als Käufer gefunden hatte. Ein kleiner Trupp iranischer Soldaten hatte den Bohrturm am Freitag besetzt - ein Monat vor dem geplanten Beginn der Arbeit der gemeinsamen Kommission zur Festlegung des Grenzverlaufs im Mündungsgebiet des Shatt al-Arab.

In einer im iranischen Staatsfernsehen in arabischer Sprache ausgestrahlten Erklärung der Streitkräfte hieß es, "gemäß der international anerkannten Grenzen" befänden sich iranische Einheiten auf ihrem eigenen Staatsgebiet. Das Außenministerium in Teheran erklärte, die iranische Seite habe offiziell ihre Bereitschaft zur Beteiligung an der Kommission zur Regelung der Grenzfragen erklärt. Sie warte immer noch auf die Antwort aus Bagdad.

Der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki setzte sich nach Angaben der Nachrichtenagentur IRNA am Samstagabend mit seinem irakischen Amtskollegen Hoshiyar Zebari ins Einvernehmen. Die beiden Seiten seien sich einig gewesen, dass "Fremde" aus dem Konflikt herausgehalten werden müssten.

Die US-Armee, die noch rund 115.000 Soldaten im Irak stationiert hat, hat nicht auf die Besetzung der Ölquelle reagiert. US-Generalstabschef Michael Mullen sagte, nach seinem Verständnis stehe das Gebiet "unter irakischer Souveränität". Es sei an der irakischen Führung, das Problem zu lösen. (APA)

 

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