Tausende gaben Südbahnhof letztes Geleit

19. Dezember 2009, 11:33
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Trotz Kälte kamen Heerscharen partywütigen Jungvolks zur Abrissparty

Wien - Trotz eisiger Temperaturen, Wartezeiten bis zu drei Stunden und dem stolzen Eintrittspreis von 18 Euro sind am Freitagabend mehrere tausende Gäste zu "Urban Destruction - Festival zu Ehren des Wiener Südbahnhofs" gekommen. Die nach dem Zweiten Weltkrieg erbauten Hallen werden bereits Anfang Jänner den Abbruchfirmen übergeben, da auf dem Gelände der neue Wiener Hauptbahnhof entsteht. "Das ist eine einzigartige Gelegenheit, das werden wir noch unseren Enkelkindern erzählen", begründete deshalb auch einer der in der Kälte Anstehenden sein Kommen gegenüber der APA.

Gegen 0.30 Uhr wurde aus der langen Wartezeit schließlich kurzfristig ein totaler Stopp: Wegen der behördlich festgelegten Obergrenze von rund 1.500 Gästen durfte niemand mehr auf das von zahllosen Securities gesicherte Gelände. Eine frustrierte Menge von rund 50 Personen machte daraufhin unter "Die Mauer muss weg"-Rufen Anstalten, den mit Gittern gesicherten Eingang zu stürmen - allerdings ohne Erfolg. Überhaupt ist es laut Polizei bei der gesamten Veranstaltung zu keinen Vorfällen oder Anzeigen gekommen.

Wer die erste Hürde, den Eintritt in die Kassenhalle, geschafft hatte, musste sich nochmals um ein Eintrittsband anstellen. Dies berechtigte zum Zugang zu den eigentlichen Veranstaltungsbereichen. Auf der Südplattform des alten Bahnhofes, der vergangenes Wochenende seine Pforten schließen musste, wurde getanzt. Im ehemaligen Bahnhofsrestaurant war ein Lounge-Bereich eingerichtet. Die große Halle wurde nicht zum Dancefloor umfunktioniert - hier befanden sich lediglich die Kassen.

Auf der Facebook-Seite des Clubs Pratersauna, dessen Macher auch die "Urban Destruction" mitveranstaltet hat, wurde von einigen Postern die "katastrophale" Organisation des Events beklagt. Es sei ein Wunder, dass es bei dem Gedränge beim Eingang und den viele dort herumliegenden zerbrochenen Flaschen keine Verletzten gegeben habe, die Securities seien außerdem überfordert gewesen. Für manche Besucher war es dann aber trotzdem einfach "der Abend des Jahrhunderts". (APA)

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