Asyl

Erstaufnahmezentrum kommt ins Burgenland

19. Dezember 2009, 13:49

Innenministerin Fekter bestätigt: Eberau nahe Güssing erhält ab Herbst drittes Asylzentrum - Niessl fordert Volksbefragung

Wien - Innenministerin Maria Fekter hat am Samstag bestätigt, dass das neue Asyl-Erstaufnahmezentrum im Burgenland gebaut wird. In der Marktgemeinde Eberau im Bezirk Güssing sollen künftig bis zu 300 Personen in der Erstaufnahmestelle Platz finden. Baubeginn soll laut Fekter noch im Herbst 2010 sein, mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme rechnet sie im Jahr 2012.

Die Errichtung einer dritten Erstaufnahmestelle sei notwendig, damit nicht die Zentren im niederösterreichischen Traiskirchen und im oberösterreichischen Thalham "allein die Hauptlast zu tragen haben". Den Sanktus des burgenländischen Landeshauptmanns Hans Niessl hat Fekter eigenen Angaben zufolge nicht, er habe ihr mit einer Weisung gedroht. Aus juristischer Sicht könne sie das Projekt aber trotzdem durchführen, so Fekter.

Fekter versteht Niessls Kritik nicht

Fekter versteht nicht, warum der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl gegen die Errichtung des Asyl-Erstaufnahmezentrums im burgenländischen Eberau ist. Niessl sei als Verhandler dabei gewesen, als man das Projekt im Regierungsprogramm verankert habe. Wenn sich eine Gemeinde um ein Projekt mit einer solchen Wertschöpfung bewerbe und der Landeshauptmann dagegen sei, "warte ich auf die Argumente". Der Beschluss zum Bau des Zentrums sei aber ohnehin rechtskräftig, so Fekter. "Wir waren schneller als die Verhinderer."

Niessl fordert Volksbefragung

Angesichts der Pläne für ein Asyl-Erstaufnahmezentrum in Eberau hat heute, Samstag, Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl, eine Volksbefragung "in der Region" gefordert. Noch vor Weihnachten werde mit dem Sammeln von Unterschriften begonnen. "Wir werden alle demokratischen Mittel gegen die Errichtung des Asyl-Erstaufnahmezentrums in Eberau ausschöpfen", kündigte Niessl in einer Aussendung an.

ÖVP sei dem Land in den Rücken gefallen

Seitens des Burgenlandes werde es "heftigen und anhaltenden Widerstand gegen diese Steindl-Fekter-Aktion" geben. Niessl ortet in der Angelegenheit ein "südburgenland-feindliches Verhalten". Die ÖVP sei dem Burgenland und der Bevölkerung im Land "einmal mehr in den Rücken gefallen". Der "Steindl-Fekter-Kurs" laufe offensichtlich unter dem Motto "weniger Polizisten, aber mehr Asylanten".

Gesetz zur Verhinderung ist noch nicht rechtskräftig

Die burgenländische Landesregierung hat vor kurzem ein neues Raumordnungsgesetz beschlossen, das derartige Projekte wie die Erstaufnahmestelle eigentlich verhindern soll. Dieses neue Gesetz sei allerdings noch nicht rechtskräftig, betonte Fekter. Man habe sich deshalb an das alte Gesetz gehalten, die Umwidmung des Grundstücks sei "ganz offiziell" passiert. Sie achte in puncto Rechtsstaatlichkeit "auf Punkt und Beistrich", betonte Fekter. Dass Niessl mit einer Weisung gedroht habe, könne auch nichts mehr ändern, denn sie sei davon überzeugt, "mit den derzeitigen Projektunterlagen werden wir das Auslangen finden". Fekter hält Niessls Bedenken ohnehin für "Wahlkampfgetöse", "ich fürchte mich vor Drohungen nicht".

Anfang November Entscheidung für Eberau gefallen

Insgesamt hätten sich zehn Gemeinden aus dem Burgenland, der Steiermark und Kärnten für das Projekt "Erstaufnahmestelle Süd" interessiert, erklärte die Innenministerin. Nach einem objektiven Bewertungsverfahren sei schließlich Anfang November die Entscheidung für die südburgenländische Gemeinde Eberau gefallen. Die Erstaufnahmestelle werde der Region über 130 Arbeitsplätze und eine jährliche Wertschöpfung von über 5,4 Millionen Euro bringen. Ein zusätzlich geplantes Ärztezentrum werde auch den Bürgern offen stehen. Außerdem werde eine Polizeiinspektion mit 30 Polizisten in der Erstaufnahmestelle eingerichtet, bestehende Polizeiinspektionen blieben unverändert, versprach Fekter. Zu den Kosten der Erstaufnahmestelle wollte sich Fekter nicht konkret äußern: Alles werde über die Bundesimmobiliengesellschaft abgewickelt, das Innenministerium müsse lediglich die jährlichen Mieten begleichen.

Auf die Frage, warum man das Projekt im Geheimen umgesetzt habe, meinte Fekter: Es habe sich schön öfter gezeigt, dass "aus politischem Populismus sehr rasch Gegenströmungen ein Projekt kippen können". Die rund 980 Bürger aus Eberau hätten übrigens erst am gestrigen Freitag im Gemeinderat von der Erstaufnahmestelle in ihrem Ort erfahren. Dass eine Erstaufnahmestelle in Kärnten am Widerstand der dortigen Landesregierung gescheitert sei, will sich die Innenministerin nicht unterstellen lassen. Klar sei aber, dass sie gestalten wolle und sich deshalb für jenes Projekt entschieden habe, dass man auch umsetzen könne. (APA)

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00
20.12.2009, 14:53

Wunderbares Florianiprinzip: Der ÖVP Bürgermeister von Eberau beschliesst im Alleingang, dass in der (politisch einverleibten) Nachbargemeinde Kulm das gebaut wird was niemand haben möchte ..weit weg von der eigenen Gemeinde und gut genug um Kohle für die eigene Gemeinde zu scheffeln.

Das ganze was die ÖVP hier aufführt erinnert mich an Denver Clan oder Dallas .. alles nur ein Machtspiel wo die Spielfiguren grundsätzlich Bauernopfer werden.

Pech für die Kulmer ..zu klein zum aufbegehren gegen BundesÖVP und Strobl!

Der Konterspieler
 
00
20.12.2009, 14:34
Hier zum Thema abstimmen


http://bit.ly/eberau

Jambala Magdalena
10
20.12.2009, 13:30

Der Faymann verhindert das beste EU Ressort für die ÖVP und dafür setzt die Fekter ein Asylzentrum heimlich still und leise mitten in SPÖ-Gebiet, nah an der Grenze mit viel Polizei. Das wird dem Wähler gefallen.

luchmhor
01
20.12.2009, 15:17

SPÖ Gebiet? Güssing? Lol, du kennst dich aus.

didi111
00
20.12.2009, 13:20
Diese Art des Drüberfahrens ist wirklich der Stoff,


aus dem die Träume von WC Strache sind.

Man darf sich doch nicht der Illusion hingeben, daß die Kollateralschäden dieses Vorgehens nur regionalen Charakter haben werden.

Man diskutiert derzeit erregt diese Art der Politik.

Es wird dekretiert und Kusch.

Das das ein Bärendienst an der Demokratie ist, ist ja logisch, daß es die Demokratiemüdigkeit forciert ist auch logisch, ABER das dieses Vorgehen die Massen der Wähler in die Arme von WC Starche treiben wird, sollte den denkenden Menschen schon bewußt sein.

So tief vorzugehen, und gleichzeitig ev. Gesetzeslücken im Aufnahmebundesland schäbigst nützend, läßt tief blicken.

Das die Antworten der Betrofffenen mittelfristig auch das Niveau errreichen werden, ist auch absehbar.

DER-STANDARD-JURIST
00
20.12.2009, 13:10
jeder, der schon einmal in güssing-"umgebung" war, weiß,

dass dieser ort noch trostloser ist, als die saualm. dafür gibt es eine nette kaserne in der stadt und 100-e patrouillierende soldaten.

kein aufschrei?

luchmhor
00
20.12.2009, 15:19

Trostlos? Eher innovativ.
Patroullierende Soldaten. Fast keine. Die wurden fast alle in die Steppe im Norden abgezogen.

Mario Ahner
20
20.12.2009, 12:52

Wenn Österreich schon ein Heidengeld wegen des Grenzeinsatzes für die paranoiden Burgenländer ausgibt, können sie ruhig auch ein paar Flüchtlinge aufnehmen.

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
01
20.12.2009, 12:52
Wirtschaftliche Inkompetenz!

Fekter spricht im Ö1-Morgenjournal von einer durchschnittlichen Auslastung von 200 Personen, bei 130 neuen Jobs.

Ein Betreuungsschlüssel von dem jedes Krankenhaus oder Pflegeheim nur träumen kann.

Die ÖVP beweist damit nur, dass sie alle wirtschaftliche Vernunft aufgibt, wenn es darum geht eine handvoll Flüchtlinge zu schikanieren!

Rechtspopulismus aus der untersten Schublade!

per verser
03
20.12.2009, 12:34

heute bleiben mal wieder viele beiträge unveröffentlicht...

Muhu
 
103
20.12.2009, 12:18
eine Volksbefragung "in der Region"

Ich finde auch, wenn es um eine Vermögenssteuer geht, machen wir eine Volksbefragung unter Vermögenden. Wenn wir die Arbeitslose kürzen wollen, machen wir eine Volksbefragung unter Arbeitslosen und über Lohnsteigerungen bei Beamten stimmen die Beamten ab.

ramazotti
00
20.12.2009, 13:08

genau, unter honecker war alles viel besser!

Enrico Furioso
17
20.12.2009, 12:28
Ja, es ist echt blöd

dass in einer Demokratie das Volk das Sagen hat. Sollte man abschaffen.

Enrico Furioso
00
20.12.2009, 13:22
siehe in dem Zusammehang die Abstimmung

in Vordernberg. Es geht ja doch, sogar mit Demokratie, den Freunden der Diktatur gesagt.

Rene Stangeler
00
20.12.2009, 15:24
Den Vorderbergern

kann es egal sein wieviele Häftling dort in Schubhaft sind. Die bekommen die Schubhäftlinge maximal zu bei der Einlieferung oder beim Abtransport zu sehen.
In Eberau müssen die Bewohner mit den Asylwerbern leben.

Dass sich die Bevölkerung von Eberau querlegt wenn sie ungefragt und ohne Informationen vor vollendeten Tatsachen gestellt werden ist verständlich.

habt mich lieb
00
20.12.2009, 15:16

Dort geht es um ein Schubhaftzentrum, das ist nicht vergleichbar.

Lünz
00
20.12.2009, 12:16
Sehen sie doch auch die Vorteile, Herr Niessl

Ein Grund mehr, den Assistenzeinsatz des BH bis
2167 zu verlängern

habt mich lieb
21
20.12.2009, 12:15

Die Idee mit der Volksbefragung ist lieb, am besten gleich österreichweit durchführen.
Falls sich erwartungsgemäss nirgendwo in Österreich eine Mehrheit für ein Erstaufnahmezentrum findet, was dann?

Mirabeau
02
20.12.2009, 14:21

Dann stellen wir uns die Frage, ob man derartige Internierungslager - nichts anderes ist dort nämlich geplant - überhaupt braucht.
"Erstaufnahmezentrum" ist ja ein Euphemismus

Nachdem du von Bürgerbeteiligung nichts hältst:
Wir haben immer noch kein Endlager für den Atommüll, der in Seibersdorf bei der Herstellung von Radionukleiden für die Medizin anfällt.
Dein Garten währe wohl der richtige Ort dafür.

habt mich lieb
01
20.12.2009, 15:15

Sie haben das Probem nicht vertanden:
Es wird ein Standort für eine offene Unterbringungseinrichtung gesucht, die die Asylwerber jederzeit verlassen dürfen.
Mit einem "Internierungslager", wie sie das bezeichenen, oder einem Schubhaftzentrum in der Nachbarschaft haben die Leute kein Problem, wie sie dem Artikel einen Mausklick weiter oben entnehmen können.

Enrico Furioso
00
20.12.2009, 12:57
Dann macht man es so wie seinerzeit bei den Mülldeponien.

Niemand wollte die haben. Als man diese störende Infrastruktur dann aber den Frohndorfer Bürgern entsprechend versilberte, also finanziell attraktiv entlohnte, gab es plötzlich etliche Gemeinden die gerne eine solche Deponie zu vergleichbaren Konditionen übernommen hätten.

Schlapsi
52
20.12.2009, 12:12
Widerlcher roter Häuptling terrorisiert schwarze Gemeinden!

Der rote Häuptling Niessl herrscht in seinem Land noch ganz nach den Methoden seines Ziehvaters und Hobby-MG-Schützen (Fragen des Cap) Kery. Schwarze Gemeinden werden benachteiligt und terrorisiert, wo und wie es nur geht. Eberau wollte eine private Hauptschule mit Öffentlichkeitsrecht, was die rote Mafia des Landes jahrelang boykottierte. Güssing, ebenfalls schwarz, wird bei seiner europaweit führenden Entwicklung der Alternativenergie von den roten Herrschern des Landes behindert, wo es nur geht. Und jetzt gehen s schon wieder Eberau an, diese Widerlinge der übelsten Sorte.

das ist fix
04
20.12.2009, 11:49


Österreich braucht überhaupt kein Asyl-Erstaufnahmezentrum!
Österreich ist von sicheren Drittstaaten umgeben, daher sind nach UN-Flüchtlingskonvention die Asylsuchenden dazu angehalten in diesen Staaten um Asyl anzusuchen.

Marilynn E.
00
20.12.2009, 15:47

in der Genfer Konvention ist das Recht verbrieft in jedem Land der Welt um Asyl ansuchen zu dürfen.

Außerdem ist es doch wohl schwerlich einzusehen, daß Länder an den Rändern von Krisengebieten alleine die Flüchtlinhsströme der Welt meistern sollen, nur damit ein paar Ösis ihre Asylophobie ausleben können.

Petra999
12
20.12.2009, 11:46

Frage: Warum bauen's das Asylantenheim nicht in St. Pölten?

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