Trotz massiver Kritik an Klima-Kompromiss

Gipfel stimmte Mini-Kompromiss zu

19. Dezember 2009 14:59
  • Das Schlussdokument des Gipfels zum Download.

Scheitern in letzter Minute abgewendet - Umweltschützer über "Deal" entsetzt, China mit Vereinbarung zufrieden - Sudans Delegierter verglich Kompromiss mit Holocaust - mit Video und Download

Kopenhagen - Nach intensiven Marathonverhandlungen ist die Weltklimakonferenz in Kopenhagen lediglich mit einem viel kritisierten Minimalkonsens zu Ende gegangen. Das Plenum nahm am Samstag eine im Kreis von 25 Staaten ausgehandelte politische Erklärung nur zur Kenntnis. Diese nennt das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, konkrete Vorgaben zur Verringerung der klimaschädlichen Treibhausgase sind aber nicht enthalten.

Der Entscheidung des Konferenzplenums waren zähe Verhandlungen bis in die Früh hinein vorangegangen. Um doch noch eine Einigung zu erreichen, hatten Vertreter der Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) und weniger weiterer Staaten seit Donnerstagabend um die politische Erklärung gerungen.

Weil die Erklärung der 25 Staaten keine ehrgeizigen Klimaschutzziele enthält, verweigerte der Inselstaat Tuvalu seine Zustimmung. Die Vertreter Venezuelas, Boliviens, Kubas und des Sudan kritisierten das Zustandekommen der Erklärung im kleinen Kreis. Die venezolanische Vertreterin Claudia Salerno Caldera sprach von einem "Staatsstreich" gegen die Vereinten Nationen.

Lediglich zur Kenntnis genommen

Schließlich nahm das Plenum der mehr als 190 Teilnehmerstaaten am Samstagvormittag die dreiseitige Erklärung lediglich zur Kenntnis. Der UN-Experte Alden Meyer aus den USA sagte, die Entscheidung bedeute, dass eine hinreichende Grundlage vorhanden sei, um den Inhalt der Erklärung rechtlich umzusetzen. Allerdings fehle das politische Votum der Konferenz zugunsten der umstrittenen Vorlage. Der Inhalt der Übereinkunft soll in den nächsten Monaten in die bestehenden UN-Texte zur Klimarahmenkonvention und zur Weiterentwicklung des Kyoto-Protokolls eingearbeitet werden.

Die Vereinbarung nennt das Ziel, die weltweite Erwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Sie bekennt sich zu dem Ziel, die weltweiten Emissionen erheblich zu verringern, macht dafür aber keine konkret bezifferten Vorgaben. Für den Klimaschutz und die Anpassung an Klimafolgen sollen die Entwicklungsländer dem Papier zufolge von den Industriestaaten in den kommenden drei Jahren 30 Milliarden Dollar (21 Milliarden Euro) bekommen. Langfristig wird das Ziel unterstützt, ab 2020 einen Betrag von 100 Milliarden Dollar pro Jahr bereitzustellen.

US-Präsident Barack Obama, der vor der Behandlung im Plenum in die USA zurückkehrte, bezeichnete die Einigung als "unzureichend". Sie dürfe erst der Anfang weiterer Anstrengungen sein. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von einer "wichtigen Etappe". Allerdings hätten sich viele Hoffnungen nicht erfüllt, sagte er in Kopenhagen.

Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V) übte harsche Kritik am Ausgang des UNO-Klimagipfels am Samstag. Es sei "ein schwarzer Tag für den Klimaschutz", sagte er zur APA. "Was übrig bleibt, ist lediglich eine Aufforderung, weiter zu machen. Ein schwaches Resultat." Nicht einmal der mühselig in der Nacht ausverhandelte Minimalkonsens sei erhalten geblieben, kritisierte er.

Die nächste UN-Klimakonferenz soll nun im Dezember kommenden Jahres in Mexiko stattfinden. Zudem soll es im Juni eine zusätzliche Konferenz der Umweltminister am Sitz des UN-Klimasekretariats in Bonn geben. (APA/AFP)

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T.Gerda
 
21.12.2009 00:00
wären

alle zu Hause geblieben, hätten sie der Atmosphäre mehr als die heiße Luft erspart - da geht es auch um Flugreisen, die die Erwärmung anheizen...

Roland Schweiger
20.12.2009 18:33
bitte nicht immer Tschernobyl heranziehen

Zum einen bin ich immer noch der Meinung dass Kernkrft wesentlich sicherer und sauberer ist als ganze Landstriche kahl zu machen um Braun- oder Steinkohle zu fördern und gerade in Ö hätte ich Zwentendorf sehr gerne gesehen anstatt dieses altvatrische Dürnrohr. Zum anderen lasst bitte das Tschernobyl. Erstens sind dort weniger Leute ums Leben gekommen als wenn zB in Südafrika in einer Diamantenmiene ein Stollen einstürzt, zweitens war der Vorfall in Tschernobyl bekanntlich KEIN UNFALL sondern mehr oder weniger vorsätzlich herbeigeführt. Das ist schon oft analysiert worden, es mussten sogar mehrere Sicherheitsstrecken manuell deaktiviert werden (durch das Bewegen von Hebel, nicht etwa durch ein paar Computerbefehle).

widiwutsch
20.12.2009 11:55
Ohne, dass ich irgendein Spezialwissen beanspruchen könnte:

Aber das hier sind einfache Messwerte und zeigen das Auf und Ab der CO2-Konzentration der Atmosphäre seit Jahrzehnten an. Kein Wunder, dass sich hier langsam auch etwas tut:

http://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends/

Elio Ambrosi
 
20.12.2009 17:06
abgesehen

von den Jahresganglinien, dem Atmen der Pflanzen auf den großen Landmassen der Nordhalbkugel sehe ich nur ein erschreckendes stetiges Steigen der CO2 Konzentration

widiwutsch
20.12.2009 17:23
Ja, natürlich, das ist ja das Problem.

Außerdem lässt sich die Heizsaison im Nordwinter recht gut nachvollziehen.

Ulukay ---
20.12.2009 10:29
wow ... 12 stunden

brauchts bevor hier ein posting durch die ZENSUR kommt. china kann das besser!

yomellamo
20.12.2009 09:21
klar ist, dass eine umstellung auf dezentrale und nachhaltige energiegewinnung

für den konsumenten wesentlich billiger wäre als das jetzige fördern von Öl in (halb-)diktaturen und das verschiffen um die halbe welt.

Klar ist auch, dass diese geringeren kosten für den konsumenten auch geringeren profit, vor allem für Exxon und Co. bedeuten würde (Exxon ist jene firma mit dem größten jählichen gewinn).

Klar ist auch, dass auf einmal einer von den üblichen Kriegsgründen (Öl) wegfallen würde.

HarrySa
20.12.2009 08:18
Wirklich erschreckend ..

dass keiner von den Zweiflern am Klimawandel die wirtschaftlichen Chancen sehen will die sich aus einem Ausstieg aus den fossilen und kerntechnischen Resourcen ergeben. Jede Menge Arbeitsplätze entstehen zur Zeit auf der ganzen Welt.

Cornwell
20.12.2009 11:54

Arbeitsplätze nur der Arbeitsplätze willen, also entkoppelt von einem konkreten Sinn, sind überhaupt nicht das Problem.

Für meine geliebte Religion des allmächtigen Spaghettimonster wünsche ich mir 1000 Tempel weltweit und brauche dafür 1000000 Arbeiter. Ich hoffe auf kräftige Subvention meines Vorhabens durch die Staatskassen dieser Welt.
Und bitte zeigen Sie mir einen, der in der Krise soviele Arbeitsplätze schafft wie ich!

HarrySa
20.12.2009 12:45
Sie haben vollkommen recht.

Nur dass das in diesem Fall nicht einmal ansatzweise stimmt. Denke Sie mal nach bevor Sie was in die Tasten hämmern. Danke.

Glauben heißt nix wissen
20.12.2009 09:28
Wer zweifelt denn am Klimawandel?

Das Klima wandelt sich seit gut 4 Milliarden Jahren - nur die bescheuerten Klimahysteriker gibts erst seit ein paar Jahrzehnten!

Gigerius
20.12.2009 13:25

also ich möchte nicht in der nächsten Eiszeit leben oder Hitze ertragen müssen. Und wenn mein Verhalten und meine Anstregungen dazu beitragen können diese Szenarien (welches auch immer) noch ein paar Jahrzehnte oder Jahrhunderte zu verhindern würde ich mich wesentlich besser fühlen. Das Klima ist im Moment ganz erträglich. Dieser Zustand wird sich vermutlich durch Änderungen der Zusammensetzung der Atmosphäre ändern. Also tun wir doch etwas dagegen! ??

HarrySa
20.12.2009 12:44
Ich bin ja so froh ..

dass es jemand gibt der mit brillianten Ideen seine Thesen untermauern kann. Das ist keine Diskussion jemand als bescheuert zu bezeichnen und aus.

Odo
20.12.2009 05:53
"US-Präsident Barack Obama, der vor der Behandlung im Plenum in die USA zurückkehrte, bezeichnete die Einigung als unzureichend."

Im anderen Artikel steht, die Vereinbarung sei ein Durchbruch laut Obama. Herr Obama scheint etwas verwirrt zu sein über das Gipfelergebnis.

Der Klimagipfel war nicht nur ein Desaster wegen des Gipfelergebnisses (man ist faktisch auf das Level der Klimakonferenz von Rio de Janeiro in 1992 zurückgefallen), sondern auch wegen des Verhandlungsklimas. Während vor zwei Jahren in Bali noch ein gutes Verhandlungsklima herrschte verliefen die Verhandlungen dieses Mal in gereizter, ja teilweise fast feindseliger Stimmung. Die Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer arbeiteten mehr gegen- als miteinander. Auch deshalb erscheint es mehr als fraglich, ob weitere größere Treffen in Sachen Klimaschutz überhaupt noch sinnvoll sind.

Elio Ambrosi
 
20.12.2009 17:09
wieso?

ein Durchbruch kann ja trotzdem ein unzureichendes Ergebnis sein.

emil grom
20.12.2009 05:29
übersehen sollte aber auch nicht

werden, dass die frau hegestraad als konferenzleiterin so ziemlich alle fehler gemacht hat, die frau machen kann. hat so zur weiteren klimaverschlechterung beigetragen.
sie hat bereits sehr früh die entwicklungsländer gegen sich aufgebracht. das ganze wurde aber von den mediennen aber ein wenig übergangen.
najo die quote halt.

Ingrid Richter
20.12.2009 02:30
Minimalkompromiss

Das Ergebnis dieser Klimakonferenz ist also:
Man ist sich einig, daß irgend etwas unternommen
werden muß - von den anderen.

yomellamo
20.12.2009 09:17

und dank großer überschrift und 2 seiten platz für alle unterschriften hat man 3 volle seiten benötigt um dieses statement niederzuschreiben.

Ulukay ---
20.12.2009 01:57
klimahysterie

wie in den 70ern als experten und wissenschaftler meinten wir menschen muessen was gegen die bevorstehende eiszeit unternehmen ...

Elvis Lives
 
20.12.2009 12:57
Diese Behauptung ist unrichtig.

Von einer angebliche kommenden Eiszeit wurde in den 70ern nur in (sehr wenigen) nicht-wissenschaftlichen Medien geschrieben. Einzelne Wissenschaftlicher wiesen damals auf eine mögliche Abkühlung aufgrund von Aersololen hin, revidierten diese Meinung aber aufgrund neuer Erkenntnisse kurze Zeit später selbst. Eine Auflistung sämtlicher entsprechenden Artikel finden Sie hier: http://www.wmconnolley.org.uk/sci/iceage/

Im Gegensatz dazu herrscht heute bezüglich der anthropogen hauptbedingten globalen Erwärmung wissenschaftlicher Konsens.

Koinoentität
20.12.2009 01:35
hier stinkts

"Glauben heißt nix wissen", "Und was ist jetzt mit dem Waldsterben?" und die restlichen Zombies.

Der beste Beweis, dass man auf einer Sondermülldeponie keine Totenbeschwörung betreiben soll.

Ulukay ---
19.12.2009 23:16
schaedliches CO2?

aja, CO2 ist a klimawandel schuld? wie habens die wikinger damals gemacht? geruelpst und gefurzt bis groenland dann eisfrei und fruchtbar war? und stellt euch vor, die eisbaeren haben diese schlimme schlimme klimaveraenderung auch ueberlebt. aber ja ... der mensch ist ein gewohnheitstier, wenn sich das weltklima veraendert dann MUSS der mensch was dagegen unternehmen weil ... weil ... es kann ja ned sein dass sich seine gewohnheiten aendern muessen, es kann nicht sein dass der mensch mit der natur lebt. nein! wir terraformen unseren planeten so dass er genau die temperatur hat die wir wollen. naja ... co2 boese - quecksilber in "schweine"grippe impfungen gut ... wer das glaubt soll sich zum darwin award anmelden

greenling
20.12.2009 12:32
troll,

grönland ist seit mindestens 120.000 mit einem dicken eispanzer bedeckt und war seither nicht eisfrei!

sitting bull
19.12.2009 23:10
dieser fingierte herzinfarkt...

ist ja voll bingo: viele poster hier argumentieren mit dem muster: der arzt hat dem suchtraucher den dritten herzinfarkt diagnostiziert. der suchtraucher hat auch diesen knapp überlebt. trotzdem - oder besser - gerade deswegen verlangt er gleich die nächste stange tschick. schließlich sei der zusammenhang zwischen tschikkn und herzinfarkt nicht bewiesen, gehöre vielmehr in die rubrik weltverschwörung. suchtraucher bestehen darauf, dass man ihnen die freiheit zu rauchen läßt, bis der tod sie scheidet. und selbstverständlich kümmern sie sich n dreck drum, wer ihre vollgetschicktn aschenbecher ausleert und wohin. das kann die putzfrau machn, die kann froh sein, dass sie überhaupt n job hat. das ganze nennt sich dann mündiger bürger

juri chebesta
21.12.2009 13:27

danke, treffender gehts nicht!

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