Eine Katastrophe

18. Dezember 2009, 20:23
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Beobachter und NGOs haben ihr Urteil schon gefällt

Im Bella Center richtet man sich auf eine Nachtsitzung ein. Die ganze letzte Nacht und den ganzen Tag über ist verhandelt worden, immer noch sitzen 25 Staaten, die Uno und die EU hinter verschlossenen Türen und versuchen, den Gipfel nicht scheitern zu lassen.

Beobachter und Nichtregierungsorganisationen haben ihr Urteil schon gefällt: Eine Katastrophe sei der Gipfel, heißt es unisono. Auch deshalb, weil US-Präsident Barack Obama und Chinas Premier Wen Jiabao mit leeren Händen nach Kopenhagen gekommen sind und sich die Positionen offenbar verhärtet haben.

Die Verhandlungen finden in einem abgesperrten Teil der Haupthalle statt. Davor lungern die Journalisten. Alle Stunde taucht irgendwo ein neuer Textentwurf auf, der in der 25er-Gruppe gerade verhandelt wird. Das Zwei-Grad-Ziel steht drin, aber keine konkreten Emissionsziele. Im neuesten wenigstens das Ziel, bis 2050 die Emissionen zu halbieren. Ob das hält, entscheiden alles die weiteren Verhandlungen. Es soll eine Art politische Erklärung werden, die dann später weiterverhandelt und rechtlich verbindlich gemacht werden soll. Das geringste Problem scheint jedenfalls eine der Hauptstreitfragen der vergangenen Wochen zu sein: Die Finanzierung fuer die Entwicklungsländer. 30 Milliarden Dollar bis 2012, ansteigend auf 100 Milliarden jährlich ab 2020 sind in den Entwürfen vorgesehen. Für alle, die nicht direkt in die Verhandlungen eingebunden sind, heißt es warten.

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    Aktivisten von AVAAZ.org bei einer Kundgebung am Freitag in Kopenhagen.

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