Rechtsliberaler verleidet der FPÖ den Spaß

18. Dezember 2009, 18:25
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Stefan Markowitz bleibt bei Josef Bucher im BZÖ-Klub

Zu Uwe Scheuch hatte er monatelang keinen Kontakt. Umso erstaunter war Stefan Markowitz am Mittwoch, als er vom damaligen Kärntner BZÖ-Obmann eine SMS bekam, ob er in Wien sei - er werde dringend gebraucht.

Gebraucht für die Gründung eines Parlamentsklubs, der für etwas ganz anderes steht als das, wofür er in die Politik gegangen ist.

"Der rechtsliberale Weg ist genau meiner" , sagt der 32 Jahre alte Betriebsleiter im Gebäudetechnik- und Anlagenbauunternehmen YIT Austria. Das mag mit seiner familiären Prägung zusammenhängen: Der Vater war Unternehmer und Wirtschaftsbund-Obmann in Spittal an der Drau. Die ÖVP hat den Sohn aber nicht so interessiert - und die FPÖ schon gar nicht, "mit Burschenschaftern und Ähnlichem habe ich nichts zu tun" . Sein Milieu war das der Lehrlinge - er selbst absolvierte eine Elektrotechnikausbildung und macht sich noch jetzt sowohl im Betrieb als auch im Parlament für die Lehrlingsausbildung und die Wertschätzung der Facharbeiter stark.

Dass er das beim BZÖ tut, verdankt er einer Begegnung mit dem damaligen Landeshauptmann Jörg Haider, dem bei einer Veranstaltung in Spittal auffiel, dass der Wirtschaftsbundobmann fehlte: "Der Vater ist damals im Krankenhaus gelegen - und als der Jörg das gehört hat, war er der Erste, der ihm geschrieben hat, obwohl er doch gewusst hat, dass das keiner seiner Wähler ist."

Als der Landeshauptmann später auf den Sohn zukam, um ihn in die Politik zu holen, habe sich dieser nicht nur von der wirtschaftsfreundlichen Haltung des BZÖ, sondern vor allem vom menschlichen Umgang überzeugen lassen. 2006 hat ihn Haider das erste Mal gefragt, 2008 ging sich dann der Einzug in den Nationalrat aus, wo er sich als BZÖ-Jugendsprecher etablierte. Sepp Bucher sei ihm ein guter Freund geworden, sagt Markowitz - mit ihm mache die Politik auch Spaß.

Spaß zu haben, das ist dem jungen, unverheirateten, aber vergebenen Politiker wichtig. Zum Beispiel mit den Fête-blanche-Events, die er seit 2006 in Velden und später auch in Pörtschach und Klagenfurt organisiert - ohne einen Cent vom Land, wie er betont.

Aus Spaß - und ohne Verdienstabsicht - gründete er auch die Internetplattform fahrmitboerse.com, die Kärntner Landsleuten Mitfahrgelegenheiten in die Bundeshauptstadt und zurück vermittelt. Es gebe halt viele Leute, die ein gemeinsames Ziel haben - und diese zusammenzubringen, mache ihm eben Freude, sagt Markowitz. (Conrad Seidl/DER STANDARD-Printausgabe, 19. Dezember 2009)

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