IKG-Forderung

Aberkennung des Ehrendiploms für Lüftl

18. Dezember 2009 17:33

Auf Druck von Hahn: Skalicky setzt Kommission ein

Wien - Die Verleihung des Goldenen Ingenieurdiploms an den Holocaust-Leugner Walter Lüftl - der Standard berichtete in der Freitagsausgabe - sorgte allerorts für Entrüstung. Raimund Fastenbauer, Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde, fordert die Technische Universität Wien auf, Lüftl das Diplom abzuerkennen.

Ähnlich äußerte sich auch Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SP): "Einen Revisionisten, der öffentlich behauptet, es hätte keinen Massenmord in den Gaskammern von Auschwitz geben können, mit der feierlichen Erneuerung seines Titels zu ehren, ist inakzeptabel. Für Menschen, die das NS-Regime verharmlosen, darf es keine Ehrungen und Anerkennungen irgendeiner Art geben."

Eine Aberkennung des Diploms forderten auch Wolfgang Moitzi, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend, und die Österreichische Hochschülerschaft. Sigrid Maurer vom ÖH-Vorsitz: "Einer Person eine Auszeichnung zu verleihen, die die Verbrechen des Nationalsozialismus herunterspielt, wie es die TU macht, ist verantwortungslos - die Rücknahme von Lüftls Ehrung ist hier definitiv angebracht."

TU-Rektor Peter Skalicky verteidigte sich unterdessen auf der Uni-Homepage:"Der Rücktritt von Herrn Lüftl als Präsident der Ingenieurskammer 1992 war mir noch in Erinnerung, nicht jedoch die weiteren an seine Person gerichteten Vorwürfe, die unter Holocaust-Leugner subsumiert werden."

Dies entspricht nicht ganz den Tatsachen: Beim Telefonat mit dem Standard am Donnerstag hatte Skalicky über das Gutachten von Lüftl sehr wohl Bescheid gewusst. Eben deshalb hätte er bei der Fakultät nachgefragt. Und diese hätte die Verleihung befürwortet. "Ich persönlich habe auch keine Veranlassung gesehen, Lüftl das Goldene Diplom nicht zu verleihen."

In seiner Stellungnahme vom Freitag bedauert Skalicky hingegen "außerordentlich" , dass die Erneuerung des Ingenieurdiploms von Lüftl "ein schiefes Licht auf die TU Wien wirft, was in keinster Weise gerechtfertigt" sei. Da Wissenschaftsminister Johannes Hahn (VP) ob der "sehr unsensiblen Vorgangsweise" von Skalicky die Einleitung "entsprechender Schritte" fordert hat, gab der Rektor bekannt, eine vierköpfige Kommission einzurichten, die den Fall Lüftl prüft und Maßnahmen für die zukünftige Vorgangsweise vorschlagen soll. Die Kommission werde ihren Bericht Anfang 2010 abliefern. Sollte Lüftl seiner Alma Mater keine Ehre gemacht haben, "würden wir ihm auch nicht zum Jubiläum gratulieren wollen", so der TU-Sprecher. (Thomas Trenkler, DER STANDARD/Printausgabe, 19./20.12.2009)

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14 Postings
der erleuchtete
30.12.2009 10:49
leider ist die frechheit

alter und neuer nazis in österreich nahezu immer unbestraft geblieben.
dass die 'wissenschaftliche' gutachterei, massenvergasungen in auschwitz wären 'technisch unmöglich' gewesen, aber - wie in diesem fall - noch mit dem goldenen diplom geehrt wird, war bisher doch eher ungewöhnlich.
dieser herr lüftl gehört wegen wiederbetätigung ins gefängnis.

Häuptling Abendwind
20.12.2009 20:01
Wie es eben in einem Regime so usus ist...

... nicht für eine Leistung wird geehrt, sondern für Linientreue.

The Dude
22.12.2009 17:39

Was ist denn Lüftls "Leistung"? Jemand, der das Ingenieurswesen so in den Dreck zieht, hat sich höchstens einen Tritt in den Allerwertesten verdient, aber keine Ehrung. Eine Aberkennung des Akademischen Titels wäre eigentlich ebenfalls angesagt, Gründe genug bietet er ja.

Fredrick Töben
 
21.12.2009 00:09
Linientreue zur Wahrheit

Lüftls wissenschaftliche Arbeit ist was geehrt wird - weil die eigendliche Wissenschaft wissen schaft und nicht Ideologie, wo Hass und Verbote zum Denken die Tagesordnung bestimmen.
Darum sind die westlichen Demokratien in einer Legitimationskriese - und dazu zerstoert das finanzielle Ausbeutungssystem die Gemeinschaften.
Es gehört Mut einen wissenschaftlichen Standpunkt zu verteidigen - eben mehr wo Gesetze sind die das Denken unter Strafe stellen, wie es ja der Fall in Deutschland und Oesterreich ist.
Die Gedanken sind Frei & Mut heisst überzeugt den kategorischen Imperativ der Wahrheit zu folgen, nicht Beliebtheit zu suchen. Giodarno Bruno opferte sich für die Denkfreiheit - wie Fröhlich, Honsik, Mahler, Stolz, Zündel, Rudolf, & Ich.

sweetmaker
 
30.12.2009 12:26
rot nach dem ersten satz

"Lüftls wissenschaftliche Arbeit IST WAS geehrt wird" ????

Häuptling Abendwind
21.12.2009 11:27
Ich weiss nicht, was die Wahrheit ist.

Honsiks historische Ansichten wohl eher nicht. Es geht aber ums Prinzip.
- Wenn irgendwelche Spinner meinen der HC hat so nicht stattgefunden, dann muss man sie widerlegen, nicht verbieten. Verbote schüren nur Zweifel - Beweise räumen sie aus.
- Wenn jemand in einer Sache kontrovers denkt, rechtfertigt dies nicht, ihn in einer anderen deshalb zu schneiden.
Exakt diese Grundsätze, die eigentlich in einem modernen Rechtsstaat eine Selbstverständlichkeit sein sollten, werden recht rasch über Bord geworfen, wenn es um dieses spezielle Thema geht. Obwohl ich von den Revisionisten relativ wenig halte - so gehts jedenfalls nicht.

The Dude
22.12.2009 17:35
Die Holocaustleugner sind widerlegt, längst, sie wollen es nur nicht zur Kenntnis nehmen.

johnnycash
 
20.12.2009 17:45
Bravo Gio

Hätte mir nicht gedacht, dass ich den Gio Hahn einmal loben werde; das ist wohl ein kleines Weihnachtswunder!

Knut Ogris
20.12.2009 17:42
Der Hahn soll auch NovoMatic an die Kandarre nehmen das ist auch sch***** was die machen und seine Schwiegermutter, die FPÖ Demos organisiert....

www.Defamation-thefilm.eu -

das passt zu diesem "Winderl" oder Lüftl, den "Revisionist" nennen, ist ja noch höflich - zu höflich für solch einen Altbraunen. Aber dsas passt ja alles zu diesen Vorfällen mit den Neubraunen.....

der innere neugebauer
20.12.2009 15:51

mittlerweile ist das bereits ein skalicky problem - vorausgesetzt die darstellung im standard ist zutreffend - ist jener doch entweder zu blöd um zu begreifen was er für einen bock geschossen hat oder er will in irgendeinerweise solidarität zeigen. in beiden fällen freilich verdient er keinerlei zuwendung seitens der republik mehr

Fredrick Töben
 
20.12.2009 06:47
Moalischer & Intellektueller Bankrott

Schade dass diese Nazi-karte immer noch bei Ihnen gezogen wird um ehrwürdige Leute zu beleidigen.
Sie sollten sich vom Nazi-Spuk befreien und die Gedankenfreiheit lieben wo Wahrheit das Göttliche Gebot ist, und nicht Talmudische Rachesucht.
Wir verlieren sonnst unsere gemeinsame Humanität und beschämen uns, wie es in München im Demjanjukfall geschieht.
Darum mit frischen Augen und klares Denken können Sie einen Beitrag zur Weltverbesserung leisten, nicht aber indem Sie ein Ewiggestriger bleiben und die Nazikarte herausziehen.
In dieser Angelegenheit ist die wichtige Frage ist: Cui Bon?
Darum, Freiheit für Gerd Honsik und Wolfgang Fröhlich die immer noch in der Justizanstalt Wien-Josefstadt sitzen. Was war ihre Sünde?

baasztian
 
20.12.2009 18:15
gehts noch

@gerd honsik: sich offen zu hitler bekennen, den Genozid verleugnen, terroristische aktivitäten; dem ring freiheitlicher studenten angehören (sorry, eigentlich nicht der richtige platz für sarkasmus), ... sünde klingt ja gleich so endzeitlich (wie honsiks pseudonym endsik, sprich endsieg); aber in unserer gesellschaft müssen solche ideen aufs härteste bekämpft werden, die gedankenfreiheit hat schon auch grenzen, nämlich dann, wenn dadurch kriminalität und hetze entstehen. kanns nicht glauben, dass ich sowas sebstverständliches überhaupt noch schreiben muss. pfui

Hadschi Schlehmil
 
18.12.2009 18:09
interessant ist, dass sich

überhaupt jemand unter den TU-profesoren findet, der ihm das unhängt.

Als aufrichtige Antisfachisten, die wissen, dass es gaskammern gab, könnten Sie doch einfach sich weigern dies zu tun.

Dann kriegt ers mit der Post.

Schande, echt!

1komma144729886
18.12.2009 20:24

auf der tuwien gab's schon öfters professoren, die im handbuch des österreichischen rechtsextremismus genannt wurden, zumeist wegen mitgliedschaften an extrem rechten burschenschaften, zum teil wegen publikationen in einschlägigen blättern.

mich wundert's nicht. es ärgert mich nur, wenn derartig einäugige rektoren sich dann auch noch für qualifiziert halten in bildungsdebatten mitzumischen.

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