See auf Saturnmond Titan entdeckt

20. Dezember 2009, 17:22
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Das Spektrometer der NASA-Sonde "Cassini" hielt Spiegelungen in der Nähe des Nordpols fest

Auf dem Saturnmond Titan dürfte es Seen geben, die mit flüssigen Kohlenwasserstoffen gefüllt sind, gab das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) nun bekannt. In den Aufnahmen eines Spektrometers an Bord der NASA-Sonde "Cassini" wurden in der Nähe des Nordpols Spiegelungen entdeckt, wie sie durch Reflexionen der Sonnenstrahlung an einer glatten Oberfläche entstehen.

"Wir sind sicher, dass diese Reflexionen von einer Flüssigkeit in einem stehenden Gewässer herrühren", erklärten Katrin Stephan und Ralf Jaumann vom DLR-Institut für Planetenforschung. Sie stellten ihre Beobachtung auf der Jahrestagung der Amerikanischen Geophysikalischen Vereinigung (AGU) in San Francisco vor.

Vorbeiflug

Die Beobachtungen gelangen im Juli mit dem Spektrometer VIMS (Visual and Infrared Mapping Spectrometer). Nach der Aufbereitung der Daten erkannten die ForscherInnen am "Kraken Mare" in der nördlichen Polarregion des Titan ein sehr helles, infrarotes "Glänzen", ähnlich dem spiegelnden Glitzern von sichtbarem Sonnenlicht auf einer Wasseroberfläche. "Wir denken, dass in der Natur nur die Oberfläche einer Flüssigkeit so glatt sein kann", so Stephan. "Eine Eisfläche - selbst wenn sie zu Beginn spiegelglatt ist - wird sehr schnell durch die Erosion, die schmirgelnde Wirkung kleiner Partikeln und durch abgelagerte Bestandteile der Atmosphäre immer rauer", ergänzte Jaumann.

Der See "Kraken Mare" ist nach einem Seeungeheuer der nordischen Sagen benannt. Mit einer Fläche von bis zu 400.000 Quadratkilometern ist das mit mit flüssigen Kohlenwasserstoffen gefüllte Gewässer größer als das Kaspische Meer, der größte See auf der Erde, so das DLR. (red)

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    Die Cassini-Aufnahme zeigt eine Spiegelung, die durch Reflexion des Sonnenlichts an einer glatten Oberfläche auf dem Saturnmond Titan entstanden ist.

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