Katalanen debattieren Stierkampf-Verbot

18. Dezember 2009, 15:39
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Gegner des blutigen Spektakels sammelten 180.000 Unterschriften

Barcelona - Das Regionalparlament von Katalonien hat für ein Verbot von Stierkämpfen in der Region im Nordosten Spaniens gestimmt. Die Abgeordneten votierten am Freitag in Barcelona mit 67 zu 59 Stimmen bei drei Enthaltungen für die Annahme eines Volksbegehrens zur Untersagung von Stierkämpfen.

Damit das Verbot wirksam werden kann, muss das Gesuch noch von den Ausschüssen des Parlaments in einen Gesetzestext umgewandelt und den Abgeordneten erneut zur Abstimmung vorgelegt werden.

In der Debatte argumentierte der sozialistische Abgeordnete David Pérez, ein Verbot diskriminiere die Minderheit der Stierkampfanhänger und sei somit mit einer modernen Gesellschaft nicht zu vereinen
Rafel Luna von der konservativen PP sprach von jahrhundelanger Tradition und hob hervor, dass die Kampfstiere vor ihrer Tötung ein äußerst angenehmes Leben führten.

Der Grünabgeordnete Francesc Pané verteidigte das geplante Verbot: schließlich sei es auch nicht erlaubt, mit überhöhter Geschwindigkeit zu fahren oder Alkohol an Minderjährige auszuschenken, ohne dass dadurch jemand in seiner Freiheit beschränkt werde.

Katalonien ist mit 7,4 Millionen Einwohnern die wirtschaftsstärkste Region Spaniens. Der Stierkampf hat dort in den vergangenen Jahrzehnten stark an Bedeutung verloren, der Neubau von Arenen ist seit 2008 untersagt. (APA/red)

  • Manchmal gewinnt der Stier.
    foto: epa/jose jacome

    Manchmal gewinnt der Stier.

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