General Motors lässt Saab fallen

18. Dezember 2009, 17:19
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Die Verhandlungen mit der niederländischen Spyker Cars sind gescheitert, die schwedische Tochter soll jetzt abgewickelt werden

Der US-amerikanische Autobauer General Motors gibt die schwedische Traditionsmarke Saab auf. Da Verkaufsverhandlungen mit der niederländischen Spyker Cars gescheitert sind, soll die Tochter jetzt abgewickelt werden.

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Detroit/Stockholm - Ein schwedischer Mythos stirbt: Den Autohersteller Saab wird es bald nicht mehr geben. Das teilte der US-Mutterkonzern General Motors (GM) am Freitag mit. Als Grund gaben die Amerikaner an, dass die Verhandlungen über einen Verkauf von Saab gescheitert seien. Daher werde die Traditionsmarke nun "ordnungsgemäß" abgewickelt.

In den vergangenen Tagen hatte GM Verkaufsverhandlungen mit dem niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Car geführt. Das Unternehmen ist auf die Herstellung hochpreisiger Kleinserien spezialisiert. Bei den Verhandlungen mit Spyker Car seien jedoch Fragen aufgetaucht, "die beiden Seiten unlösbar erschienen" , teilte GM mit. Die Spyker-Aktie brach daraufhin um 19,5 Prozent ein.

Käufer-Suche seit Jänner

Zuvor hatte GM bereits mit der schwedischen Sportwagenschmiede Koenigsegg keine Einigung über einen Verkauf von Saab erzielen können. Die Amerikaner, die Saab im Jahr 2000 zu 100 Prozent übernommen haben und selbst nur durch einen Kraftakt der Regierung in Washington vor einem Crash bewahrt wurden, sind seit heurigem Jänner auf der Suche nach einem Käufer für die verlustträchtige schwedische Tochter. Im Februar musste GM für Saab Gläubigerschutz beantragen.

Bei den Verhandlungen mit Spyker sei klar geworden, dass ein Verkauf nicht in angemessener Zeit umzusetzen sei. GM bedauere, dass die Verhandlungen zu keinem Erfolg geführt hätten. "Wir werden eng mit Saab zusammenarbeiten, um das Geschäft in verantwortlicher und geregelter Weise abzuwickeln" , sagte GM-Europa-Chef Nick Reilly. Dabei gehe es auch darum, Zahlungsverpflichtungen etwa gegenüber Zulieferern zu befriedigen. Es handele sich nicht um eine Insolvenz.

Saab werde die Garantie für seine Autos auch weiter gewährleisten, erklärte GM. Auch wolle der Konzern weiter Ersatzteile an alle Saab-Fahrer weltweit verkaufen. Bei Saab sind direkt noch etwa 3400 Mitarbeiter beschäftigt, weitere rund 3000 arbeiten bei Subunternehmen.

Baupläne nach China

Anfang der Woche hatte GM bereits mitgeteilt, der staatliche chinesische Autokonzern BAIC übernehme große Teile der Maschinen und Baupläne der schwedischen Tochter. Die Chinesen kaufen Rechte an der Motor- und Getriebetechnik der beiden wichtigsten laufenden Modelle. Außerdem werden die Produktionsanlagen für das große Saab-Modell 9-5 in Schweden abgebaut und nach China gebracht, wo BAIC-Autos darauf entstehen sollen.

Saab mit Hauptsitz in Trollhättan, Südschweden, wurde 1937 ursprünglich zur Herstellung von Militärflugzeugen gegründet. 1947 wurde das Unternehmen um die Auto-Produktionssparte Saab Automobile ergänzt. Saab erwarb sich den Ruf eines innovativen Unternehmens, der beständig gepflegt wurde und - zumindest bis zur Übernahme durch GM - anhielt.

Bei seiner Deutschland-Tochter Opel hatte sich General Motors anders entschieden: Das Unternehmen bleibt unter dem Konzerndach. (Reuters, stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19./20.12.2009)

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    Der US-Autokonzern GM sieht keine Möglichkeit mehr, seine schwedische Tochter Saab zu retten. Nun wird zugesperrt.

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