Vater wollte vier Kinder und sich selbst töten

18. Dezember 2009, 12:57
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Fünfjährige Tochter erst schwer verletzt, dann die Wohnung angezündet, weil Ehefrau ihn verlassen wollte

Salzburg - Dramatische Szenen haben sich in der Nacht auf Freitag in Wals-Siezenheim bei Salzburg abgespielt: Ein Familienvater wollte seine vier Kinder und anschließend sich selbst töten, weil ihn seine Frau verlassen wollte. Die Frau konnte sich noch mit drei Kindern verbarrikadieren, eine Tochter wurde vom Mann schwer verletzt. Danach wollte sich der Mann das Leben nehmen und zündete die Wohnung an. Sowohl er als auch die Fünfjährige überlebten, sagte Albert Struber, der Leiter des Landeskriminalamtes Salzburg.

Ereignet haben sich die Szenen nach 3.00 Uhr Früh. Die Frau hatte dem 40-jährigen Mann angekündigt, dass sie ihn verlassen werde. Er rief dann eine Freundin der Gattin an und kündigte ihr an, dass etwas Schlimmes passieren werde, schilderte Struber.

Nach dem Telefonat zertrümmerte er die Handys in der Wohnung. Der Mutter gelang es dann noch, sich mit drei Kindern im Alter von zwei, acht und 17 Jahren in einen anderen Raum zu retten. Allerdings konnte sie die fünfjährige Tochter nicht mehr in Sicherheit bringen. Der Tobende ging tatsächlich auf das Kind los und verletzte es mit einem Messer, es habe mehrere Schnittverletzungen und vermutlich auch eine Stichverletzung in der Bauchgegend erlitten, so der Kriminalist. "Dann wollte er alle Erinnerungen an die Familie vernichten und hat die Fotos angezündet", sagte Struber. Anschließend schnitt er sich an beiden Armen die Pulsadern auf und verlor das Bewusstsein. Der Brand breitete sich in der Wohnung aus und starker Rauch verqualmte sie.

Freundin reagierte rasch

Die Freundin hatte zum Glück den Anruf des Mannes ernst genommen, sofort reagiert und Alarm geschlagen. Der Feuerwehr gelang es, die verletzte Tochter und auch den 40-Jährigen zu bergen. Auch die Mutter mit den drei anderen Kindern konnten in Sicherheit gebracht werden. Der Brand wurde dann von der Feuerwehr gelöscht.

Die Fünfjährige wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie am Vormittag operiert wurde. Nähere Einzelheiten über ihren Gesundheitszustand konnte der Ermittler aber noch nicht machen. Der Mann selbst wurde ebenfalls medizinisch betreut und konnte bereits von den Kriminalisten befragt werden.

In der Vernehmung sagte er, dass er die bevorstehende Trennung nicht verkraften könne. Deshalb habe er alle vier Kinder töten wollen. Da dies seine Frau verhindert habe, habe er dann alle Erinnerungen vernichten wollen, so der Verdächtige laut Struber. Der Walser wurde nach der Einvernahme in die Justizanstalt eingeliefert. Die anderen Familienmitglieder werden von Psychologen betreut, so Struber. (APA)

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