Lehrer sollen künftig "Turnus" machen

18. Dezember 2009, 12:23
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Grundvoraussetzung für Lehrer künftig absolviertes Bachelor-Studium - Expertenbericht sieht für manche Funktionen im Schulbetrieb Master vor

Wien - Lehrer und Kindergarten-Pädagogen sollen künftig einen "Turnus" machen, sich also nach Abschluss ihrer Erstausbildung in einer rund zweijährigen "Induktionsphase" in ihrem Beruf bewähren müssen. Das ist einer der Kernpunkte des Expertenberichts zur "LehrerInnenbildung Neu", der am Freitag Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) übergeben wurde. Voraussetzung für den Berufseinstieg soll demnach für Lehrer an allen Schulen zunächst der Bachelor-Abschluss sein, bestimmte Funktionen und Aufgaben verlangen allerdings einen Master-Titel.

Nach den Vorstellungen der Experten erfolgt die Erstausbildung im Rahmen eines Bachelor-Studiums, das an Pädagogischen Hochschulen (PH) und Unis gemeinsam absolviert wird. Die genaue Aufgabenteilung ist noch nicht klar, im Großen und Ganzen erfolgen die fachwissenschaftlichen Teile an der Uni, die allgemein-didaktischen an der PH. Am Beginn der Ausbildung steht ein Aufnahmeverfahren, das ein "verbindliches Angebot zum Self-Assessment" enthält: Dabei soll es zu einer "Interessenabklärung in Eigenverantwortung der Studenten" kommen, so der Leiter der Expertengruppe, Peter Härtel (Geschäftsführer der Steirischen Volkswirtschaftlichen Gesellschaft) - sie entscheiden also selbst, ob das Fach für sie geeignet ist. Zudem müssen sich die angehenden Lehrer in einer Studieneingangsphase bewähren.

Direktor braucht postgradualen Abschluss

Derzeit werden Pflichtschullehrer an PH (Abschluss: Bachelor) und AHS-Lehrer an Unis (Abschluss: Magister) ausgebildet. Künftig müssen alle einmal eine Bachelor-Ausbildung absolvieren. Diese umfasst dann Kernkompetenzen für alle pädagogischen Berufe vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe sowie die jeweilige fachwissenschaftliche und -didaktische Grundbildung für die unterschiedlichen Schultypen (etwa Volksschule oder Sekundarstufe), für die sich ein Student entschieden hat. Anschließend gehen die Bachelors als "Turnuslehrer" an die Schulen, wo sie sich während einer rund zweijährigen "Induktionsphase" bewähren müssen. Wollen sie im Beruf verbleiben, müssen sie diese erfolgreich absolvieren. Während dieser Phase gibt es auch berufsbegleitende Angebote, die zu einem Master-Titel führen können.

Nach dieser Bewährungsphase stehen die Pädagogen voll im Beruf, gleich ob an Pflichtschulen oder höheren Schulen - für bestimmte Funktionen und Aufgaben ist aber ein Master-Titel nötig: Für Volksschullehrer etwa, um in der Abschlussklasse Noten vergeben zu dürfen, so Härtel. Sekundarstufenlehrer, die eine Matura abnehmen, müssen ebenfalls Master sein. Wer schließlich Direktor oder Fachbereichsleiter werden will, benötigt weiters einen postgradualen Abschluss in Form eines "Master of Advanced Studies".

Neue Ausbildung noch in dieser Legislaturperiode

Neu ist auch die Einbeziehung der Kindergarten-Pädagogen: Zwar genügt für den Berufseinstieg weiter der Abschluss einer Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik (BAKIP) auf Maturaniveau. Auch sie müssen aber einen "Turnus" machen. Für bestimmte Funktionen im Kindergarten ist außerdem ein Bachelor bzw. Master nötig, für die aber etwa das fünfte BAKIP-Jahr angerechnet wird. 

Für Claudia Schmied und Johannes Hahn ist die Reform der Lehrerausbildung ein "Titanenprojekt". Der erste Jahrgang der neuen Ausbildung soll noch in dieser Legislaturperiode starten. Davor steht allerdings noch die Diskussion mit den unterschiedlichen Interessengruppen. Schmied betonte auch, dass die Reform ein "Prozess" sei, der "nicht top-down verordnet werden kann", so die Ministerin bei einer Pressekonferenz am Freitag. (APA)

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    Wer die Matura abnehmen will, soll - wenn es nach dem Expertenbericht für die Bundesregierung geht - ein Master-Studium absolvieren müssen.

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