Elektroauto als Rettungsfloß

20. Dezember 2009, 16:53
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    foto: apa/frank may

Früher waren viele Entwicklungen im Automobilbau von der Begeisterung der Ingenieure getrieben, das betraf auch sparsame und umweltfreundliche Autos

Sie fuhren bereits mit drei Liter Sprit 100 km weit (VW, Audi) oder verbrauchten an die 20 Prozent weniger Benzin als die Konkurrenz, wie etwa die Eta-Motoren von BMW (relativ langsam laufende großvolumige Motoren mit extrem hoher Verdichtung). Alle floppten, weil zwar die Ingenieure, aber noch nicht die Menschen für die tollen Konzepte reif waren.

Daraus haben die Autohersteller gelernt. Heute gehen sie andersrum an die Sache ran, was man am Beispiel Elektromobilität sehr gut sieht. Kernpunkt des Denkens ist die weltweite demografische und geografische Entwicklung der kommenden Jahrzehnte. Die große Entwicklung heißt nämlich Megacitys. Dort wird künftig der Großteil der Menschheit leben - und damit auch der Großteil der Autokundschaft.

Dort muss das Virus Automobil rechtzeitig verbreitet werden, das Automobil ist nämlich umso eher verzichtbar oder sogar überflüssig, je dichter ein Ballungsraum besiedelt ist, denn dort lässt sich der öffentliche Verkehr sehr attraktiv und kostengünstig gestalten.

Deshalb stellt das Elektroauto für die Autohersteller eine so zwingende Perspektive zum eigenen Überleben dar, weil es aufgrund seiner größten Schwäche, der geringen Reichweite, dort am ehesten als ideal verkauft werden kann. Das zweite wichtige Argument ist natürlich, dass E-Autos lokal keine Emissionen hervorrufen. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/18.12.2009)

  • Gefährliche Elektroautos [136]

    Elektrische Spannungen und Ströme, aber auch die Elektromotoren selber bergen hohe Risiken

  • Konflikt Fahrrad versus Auto [268]

    Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Radwege mögen das richtige Symbol sein, aber nicht immer die richtige Lösung

  • Vom autonomen Autofahren [42]

    Autofahren ist vor allem in Ballungsräumen nicht mehr lustig und um das erste verdiente Geld auszugeben gibt es genügend Alternativen zum Auto

  • Start-Stopp: Es gibt längst Besseres [86]

    Die Zukunft gehört Systemen mit Starter-Generator, der unauffällig zwischen Stillstand, Elektro- und Verbrennungsmotorbetrieb wechselt

  • Verkehr in Megacitys [3]

    Die Autoindustrie liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach

  • Zugfahren als Schnäppchenjagd [185]

    Die Bahn hält Neukunden konsequent fern. Alternativen sind die neue Westbahn - oder der private PKW

  • Radfahren: Fit, aber tot? [256]

    Je mehr Radfahrer sich auf den Straßen tummeln, umso mehr Unfälle gibt es auch

  • Autosalon als Spiegelbild [3]

    Die heurige Automobilausstellung in Frankfurt kehrt auf den ersten Blick wieder ziemlich auf den Boden der Tatsachen zurück

  • Das Auto braucht Straßen [86]

    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

    Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

  • Mit den Waffen der Gegner [99]

    Gijs Mom macht sich schon lange Gedanken, warum der Elektromotor vor 100 Jahren den Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor verlor

  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

    Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

    Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

  • Gummi braucht Straße

    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

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20 Postings
millimetternich1
11
21.12.2009, 02:00
E-Autos sind Gift fuer die bestehenden Autofirmen

Welche Teile an einem E-Auto, ausser der Karossier, wuerden denn noch von den Autofirmen kommen? Batterie, Akkus und E-Motor wohl kaum. Auch das Ersatzteil- und Servicegeschaeft waere nicht mehr was heute es ist. Ich finde der Prius ist dafuer ein gutes Beispiel. Das Kabel zum direkten Aufladen kriegt man von Toyota aber nicht, man soll die Batterie schoen ueber den Benzinmotor aufladen. Warum wohl? Wer zerstoert schon freiwillig das eigene und erprobte Geschaeftsmodell?

E-Autos sind wohl machbar, aber die bestehenden Autofirmen werden sie nur sehr zoegernd produzieren. Bin gespannt ob die alternativen (i.e. nur E-Auto) Produzenten es schaffen nennenswerte Marktanteile zu erobern. Waere gut, dann kaeme Bewegung in den Markt.

hast1
00
21.12.2009, 23:30

und wie viele teile der "normalen" autos werden von den autoherstellern produziert?

ich schätze ca. null.

und die zulieferer sind schneller gewechselt als ihre unterhose.

den zugriff zum prius-akku verwehrt man wahrsch. deshalb, weil man sonst merken würde wie schnell die akkuleistung alterungsbedingt nachlässt.

Heavyweather
00
28.12.2009, 20:02
Der neue Prius ist ein PlugIn

hat also einen Stecker und auch ein Kabel dabei ;)

badlwand
23
20.12.2009, 19:26
wir werden sie brauchen, die e- autos...

und zwar zum puffern von strom.

das akku problem sollte in max. 5 jahren gelöst sein.
dann werden sie auch extrem billig.

2 active wheels (michelin), akku und noch ein lenkrad.

wenn man nicht fährt, anstecken, billigen strom tanken, teueren zu spitzenzeiten verkaufen, womit sich das e- auto quasi selbst finanziert.

hat man noch eine gr. pv anlage auf dem dach wirds richtig interessant, dann fällt nämlich der dauerauftrag an die ömv, saudiarabien, an vw und dem staat (steuern) weg.

im sinne der auflösung von monopolen, wegfall von kriegen demokratisierung der strukturen (der energie) ist zu hoffen, dass es in diese richtung weitergeht.

Meine Wenigkeit mit viel Senf
20
21.12.2009, 13:13
Das funktioniert leider nicht

Erstens: Das schöne Modell Sonnenenergie und Puffern für die Nacht. Zwei Gründe: Erstens fahren Autos vorwiegend am Tag und werden in der Nacht geladen, also genau falsch rum. Und zweitens ist Sonnenenergie definitiv nicht die Stromproduktion der Zukunft.

Zweitens: Wenn ich Laden und Puffern sage, meine ich auch entsprechende Leitungen. Und zwar nicht zentral, nein zu jedem Auto! Wer zahlt das?

Drittens: Am effizientesten ist - nachdem Wasserkraft bald ausgereizt ist - Windenergie. Gerade der Wind hält sich aber am allerwenigsten an die Gewohnheiten der Autofahrer. Außerdem braucht man da auch nicht wirklich Speicherkapazität (schon jetzt gibt's Leitungsnetze über ganz Europa).

Heavyweather
00
28.12.2009, 20:06

Witzig...
Ihre Prognose ist sowas von daneben.
Auf der letzen Konf. für Parkgaragen Betreiber wurde genau darüber gesprochen...

orso minore
00
21.12.2009, 16:44

Die Solarpanels sollen ja nicht oder nicht nur auf den Autos sein. Also: in der Nacht fahren wenige Autos, die anderen werden mit billigem Strom geladen. Am Tag verfahren einige Autos den Strom wieder, anderen sagt ihr Besitzer dass er sie heute nicht braucht oder nur fuer 20km, den Rest geben zur Zeit hohen Strombedarfs wieder ans Netz zurueck

Zwetsch Genbaum
00
20.12.2009, 23:01
Verzeihen Sie bitte.

Es hätte natürlich das Grüne sein sollen!

technocracy
11
20.12.2009, 22:43
das spielt die technik nicht

die batterien halten nicht lange genug, nicht einmal lange genug um sich zu rentieren. wenn akkus ersteinmal in massen produziert werden, wird deren preis steigen (angebot-nachfrage korrelation).
kaum ein land hat genug wasserkraft, die folge der elektromobilisierung: noch mehr strom aus kohleverbrennung bzw atomstrom.
da ist es umweltfreundlicher treibstoff zu verbrennen.

I bis
04
21.12.2009, 11:10

Die Stromerzeugung ist kein großes Problem. Die erforderlichen Mengen sind überschaubar und die Kette Kraftwerk-Transport-Akku-Elektromotor ist immer noch effizienter als ein Verbrennungsmotor, somit gibt es sogar bei fossil erzeugtem Strom keine zusätzliche Umweltbelastung.

E-Autos eröffnen aber neue Chancen:

1. Strom kann man auch aus Sonne und Wind gewinnen. Die Abhängigkeit von Öl wäre gebrochen.

2. Speicherung von Strom - die E-Autos können bei Stromüberangebot geladen werden, sollte die Akkus gut und billig genug werden, könnten die Auto-Akkus bei Nachfragespitzen auch in´s Netz zurückspeisen und so Spitzenkraftwerke ersetzen.

hast1
40
21.12.2009, 23:39
"immer noch effizienter als ein Verbrennungsmotor"

schon mal was von energiedichte gehört?

für die distanz von 100km benöntigt man entweder 5 L Benzin oder ca. 600 kg aufgeladenen Akku.

was soll da effizient sein?

Heavyweather
00
28.12.2009, 20:07

Mit 600kg Akku kommt man 400km weit...

aaronthebaron
41
20.12.2009, 17:32
Oaje, Hr Skarics wieder mal..

E-Autos werden in den nächsten 20 Jahren keinen nennenswerten Anteil am Verkehrsgeschehen haben.

Die "zwingende Perspektive" ist nichts als ein Hype.

Meine Wenigkeit mit viel Senf
00
21.12.2009, 13:18
Lesen hilft

Ich verstehe den Artikel eindeutig zynisch, und dass es so ist, sieht man an Wien: Hier sinkt der PKW-Bestand schon seit 3 Jahren. New York wiederum hat den höchsten Fußweganteil der USA pro Kopf und Tag. Gerade im Ballungsraum brauchen die Wenigsten ein Auto. Elektroautos sind aber eher Kurzstreckenfahrzeuge.

Das mit dem "nennenswerten Anteil" dürfte stimmen. Wenn Erdöl einmal sehr teuer sein wird, werden die meisten, die nicht unbedingt ein Auto brauchen, darauf verzichten, die anderen aber nicht unbedingt auf kaum billigere Alternativen umsteigen. (Der Markt bestimmt den Preis. Alles ist immer so teuer wie das Konkurrenzprodukt, sonst wäre der Hersteller ja ein Almosengeber.)

Georg Scholz
04
21.12.2009, 00:18

Das glaube ich nicht. Bei mir steht in den nächsten 1-3 Jahren der Kauf eines neuen Autos an, und das wird sicher ein elektrisches. Ich warte halt noch, bis es was gscheites & preiswertes gibt, aber für 2010 ist ja schon einiges angekündigt.

Dimple
00
22.12.2009, 13:58
Da werden Sie aber noch etwas warten müssen

ausser Sie fahren nie über 130 km am Stück - ich schätze so bis 2030 mindestens.

lg
Dimple, die nahe und mittlere Zukunft bleibt der Benzin bzw. Dieselmotor

Georg Scholz
00
22.12.2009, 14:06

Die Reichweiten sind bereits jetzt höher. Und wenn ich in 10min 80% aufladen kann, bin ich schon zufrieden.

usiUser
00
27.12.2009, 13:13

...ich bin auch der Meinung von User Dimple. Auch bei mir steht mittelfristig die Anschaffung eines PkWs an. Es gibt sehr wohl voll elektrifizierte Alternaiven - schon jetzt und natürlich auch in 3 Jahren. Trotzdem wird eine hinreichende Speichertechnologie von elektrischer Energie, welche technisch und monetär auch nur annähernd an moderne Verbrennungsmotoren herankommt (Serientauglich) noch paar Jährchen länger auf sich warten lassen. Meiner Meinung nach liegt das vor allem daran, dass noch für längere Zeit als viele meinen, Erdöl zur Verfügung steht. Darüber hinaus sind seitens des EP Strafzalungen ab einer Grenze von 90g CO2/km ab 2020 nur mal angedacht und bei demetsprechender Entwicklung auch locker einhaltbar..

adaschauher
41
20.12.2009, 17:28
...und der strom eh kommt aus der steckdose.

orso minore
03
21.12.2009, 16:46

Klar, so wie Benzin von der Tankstelle kommt, Bier aus dem Zapfhahn und Geld aus dem Bankomaten. Ist doch ganz einfach oder?

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