Europas Börsen einheitlich im Plus

18. Dezember 2009, 11:36

"Hexensabbat" im Fokus

Wien - Die Leitbörsen in Europa haben am Freitag im frühen Handel einheitlich mit Gewinnen tendiert. Um 11.15 Uhr notierte der DAX in Frankfurt mit 5.893,66 Punkten, das entspricht einem Plus von 49,22 Einheiten oder 0,84 Prozent. In London stieg der FT-SE-100 28,7 Einheiten oder 0,55 Prozent auf 5.246,27 Zähler.

Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 stieg 24,29 Einheiten oder 0,84 Prozent auf 2.915,95 Punkte.

Die Börsen in Europa haben am Freitag Kursgewinne verzeichnet. Die Konzentration der Börsianer gilt eindeutig dem großen Verfall an den internationalen Terminbörsen. Am heutigen "Hexensabbat" laufen zum letzten Mal in diesem Jahr die Futures und Optionen auf Aktien und Indizes aus. Ansonsten sprachen Börsianer von einer sehr dünner Nachrichtenlage. Chris Weston, Aktienhändler bei IG Markets, sagte: "Mit der Weihnachtszeit vor der Tür ziehen sich Anleger immer mehr von riskanten Positionen zurück und wenden sich den sicheren Häfen zu - das hat man auch am jüngsten Erholungsschub des Dollar gesehen."

Leicht positiv wirkt mittlerweile die Vorgabe der Wall Street, wie Händler sagen. Sanofi-Aventis-Aktien kletterten mit plus 3,46 Prozent auf 55,29 Euro an die Euro-Stoxx-50-Spitze. Laut Händlern wirken Aussagen des französischen Pharmakonzerns vom Vortag positiv nach. Bis zum Jahr 2013 soll sich der Umsatz in der Impfsparte Sanofi Pasteur verdoppeln. SAP-Aktien profitierten von Zahlen des US-Wettbewerbers Oracle und verteuerten sich um 1,51 Prozent auf 32,030 Euro.

Bankenwerte standen dagegen unter Druck, wobei Credit Agricole am Euro-Stoxx-50-Ende 3,95 Prozent auf 12,39 Euro verloren. Bereits in Japan seien Bankaktien abgegeben worden und das trübe die Stimmung am Markt, hieß es. Die Aussagen des Baseler Komitee hätten dem Markt nicht die erhoffte Sicherheit gegeben und das habe japanische Anleger zu Verkäufen veranlasst. Ein anderer sah als Auslöser für die Verluste die "üblichen Schwankungen am Tag des großen Verfalls", nachdem Bankenwerte zuletzt nicht mehr zu den Favoriten gezählt hätten. So war das Branchenbarometer Stoxx-600 Banken mit minus 0,56 Prozent schwächster Sektoren-Index.

Ölwerte rückten mit Branchenstudien mehrerer großer Investmentbanken in den Fokus. Die Analysten von UBS, Merrill Lynch und Goldman Sachs haben sich zu dem Sektor geäußert. Während Goldman Sachs BP von "Neutral" auf "Buy" hochstufte, nahmen sie ihre Empfehlung für Total von "Neutral" auf "Sell" herunter. Die Ölpreise sind unterdessen leicht gestiegen. Ein wieder etwas schwächerer Dollar stütze den Ölmarkt, hieß es bei Händlern. Am Donnerstag war der Euro an die Marke von 1,43 US-Dollar gesunken und hatte damit ein Drei-Monats-Tief erreicht. Total-Aktien legten dennoch 0,39 Prozent auf 43,48 Euro zu, BP verteuerten sich um 1,93 Prozent auf 585,40 Pence. (APA)

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