US-Militär bestätigt Sicherheitslücke bei Drohnen

18. Dezember 2009, 10:48
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Irakische Aufständische konnten unverschlüsselte Videobilder abgefangen

Diese Woche sorgte ein Medienbericht für Aufregung, demnach irakische Milizverbände den Live-Video-Feed der Predator-Drohnen abfangen konnten. Offenbar ist aber nicht nur diese Art von Drohnen anfällig dafür, gehackt zu werden. Wie Wired aus Militär-Kreisen erfahren hat, sei das bei fast allen Fluggeräten - egal ob bemannt oder unbemannt - möglich.

System seit 2002 im Einsatz

Bei dem Vorfall im Irak sollen Milizen das unverschlüsselte Video-Signal der Drohnen abgefangen haben und hätten unter anderem Truppenbewegungen und Stellungen der US-Soldaten sehen können. Das Übertragungssystem Remotely Operated Video Enhanced Receiver (ROVER) komme bereits seit 2002 bei den meisten Fluggeräten der US-Army zum Einsatz. Die Videosignale seien bislang unverschlüsselt übertragen worden. Offenbar seien größere Fluggeräte etwas weniger anfällig als kleinere Drohnen, da sie das Video-Signal auch abschalten könnten, während die Drohnen permanent senden.

Die Armee habe sich mittlerweile um das "Problem gekümmert", sagte am Donnerstag in Washington ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums. Das "Wall Street Journal" berichtete am Freitag, die Sicherheitslücke sei bereits seit fünf Jahren bekannt gewesen.

"Das ist ein altes Thema, um das sich gekümmert wurde"

"Das ist ein altes Thema, um das sich gekümmert wurde", sagte der Ministeriumsvertreter, ohne nähere Angaben zu machen. Das Pentagon erklärte, es werte die Leistung und Sicherheit der verschiedenen Drohnen-Systeme ständig aus und versuche, sie zu verbessern. Es sei aber Teil der Politik des Verteidigungsministeriums, "konkrete Verwundbarkeiten oder Geheimdienstbelange" nicht zu kommentieren.

Das "Wall Street Journal" hatte zunächst am Donnerstag berichtet, das US-Militär sei im Juli 2009 darauf aufmerksam geworden, dass die Sicherheitslücke tatsächlich ausgenutzt werde. Damals habe es auf dem Computer eines gefangengenommenen Aufständischen abgefangenes Video-Material von US-Drohnen entdeckt. Vom Iran unterstützte schiitische Aufständische hätten mit einfachen Software-Programmen wie SkyGrabber Videomaterial von Drohnen erfassen können.

Drohnen abfangen und manipulieren

Am Freitag berichtete das "Wall Street Journal", das US-Militär habe sich erst dieses Jahr um das Problem gekümmert, obwohl es schon vor Jahren zur Sprache gekommen sei. Im Generalstab der US-Streitkräfte sei 2004 und 2005 über die Gefahr diskutiert worden, dass Länder wie China oder Russland das Videomaterial von US-Drohnen abfangen und manipulieren könnten, weil das Material nicht verschlüsselt sei. Es wurde allerdings laut "WSJ" davon ausgegangen, dass Aufständische die Sicherheitslücke nicht nutzen könnten.

Ein Teil des Videomaterials von US-Drohnen mit brisantem Inhalt wird nach Angaben eines anderen Vertreters des Pentagon verschlüsselt. Wie hoch der Anteil des verschlüsselten Materials ist, sagte er nicht. In einem Internetforum für Rüstungstechnologie hieß es, die Sicherheitslücke bei den Drohnen betreffe auch andere Rüstungsgüter der US-Luftwaffe, darunter auch bemannte Flieger.

Keine Kontrolle

Laut "WSJ" gab es Hinweise darauf, dass auch Aufständische in Afghanistan und anderen Einsatzorten von US-Drohnen, darunter der Jemen und Somalia, die Sicherheitsmängel hätten ausnutzen können. Unbefugte hätten durch die Sicherheitslücke aber wohl nicht die Kontrolle über Drohnen übernehmen können.

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA und die US-Armee setzen die unbemannten Flugzeuge derzeit vor allem im Kampf gegen Aufständische und das Terrornetzwerk Al-Kaida im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan ein. Seit 2008 starben bei Angriffe der Drohnen fast 600 Menschen. In Pakistan wurden die Drohnenangriffe deshalb immer wieder heftig kritisiert. (red/APA)

 

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    Gegnerische Truppen könnten die unverschlüsselten Video-Signale fast aller US-Kampfflugzeuge und Drohnen abfangen

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    Predator-Drohne der US-Army

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