Börse Frankfurt: Dax schließt im Minus

30. Dezember 2009, 16:16

Deutsche Bank und Deutsche Post unter den größten Verlierern

Wien - Die Frankfurter Aktienbörse ist am Mittwoch, dem letzten Handelstag des Jahrzehnts, mit tieferer Grundtendenz aus dem Handel gegangen. Der DAX, verlor 54,12 Punkte oder 0,90 Prozent auf 5.957,43 Einheiten. Der TecDAX sank um -0,63 Punkte oder -0,08 Prozent auf 817,58 Punkte. Der M-DAX ermäßigte sich 6,55 Punkte oder 0,09 Prozent auf 7.507,04 Zähler. Der HDAX schloss mit 2.995,26 Einheiten und einem Minus von 24,19 Zählern oder 0,80 Prozent. Der C-DAX verlor 3,96 Punkte oder 0,76 Prozent auf 516,05 Zähler.

Bei erwartungsgemäß sehr ruhigem und verkürztem Handel rutschte der Dax am Mittwoch unter die erst zum Wochenauftakt erreichte Marke von 6.000 Punkten zurück. Mit Sicht auf das Gesamtjahr können sich die Anleger aber nach zwischenzeitlichem Rutsch um rund 25 Prozent über einen Zuwachs des Leitindex von 23,85 Prozent freuen. Wer bereits seit zehn Jahren investiert ist, sitzt jedoch noch auf einem Verlust von rund 15 Prozent.

Den aktuellen Rücksetzer führt Stefan de Schutter, Stratege bei der Alpha Wertpapierhandels GmbH, vor allem auf Positionsschließungen zum Jahresende zurück. "Insgesamt hat das Jahr aber nach dem Kursrutsch seit März eine unerwartet positive Wendung genommen", bilanziert de Schutter. "Die Anleger müssen sich hierfür bei den Notenbanken und deren Liquiditätsschwemme bedanken, denn die Konjunkturdaten und die Gewinnentwicklung der Unternehmen geben diese Aufwärtsbewegung wie an der Perlenschnur eigentlich nicht her." Für 2010 sieht de Schutter damit bereits "eine Menge Vorschusslorbeeren" verteilt. Dennoch blieben die Aussichten für die ersten Wochen des neuen Jahres mit den Kursgewinnen im Rücken zunächst gut.

Deutsche Bank größter Verlierer

Größte Verlierer im Dax waren die Papiere der Deutschen Bank mit minus 2,43 Prozent auf 49,420 Euro. Mit einem Sprung um fast 78 Prozent wurden die Papiere auf Jahressicht jedoch nur von den Halbleitertiteln des Indexrückkehrers Infineon geschlagen. Einen großen Teil ihrer knappen Vervierfachung nach 0,960 Euro zum Ende 2008 verbuchten sie jedoch während ihrem Gastspiel im TecDax. An diesem Handelstag büßten sie 0,13 Prozent ein und schlossen auf 3,880 Euro.

Die nach der Anteilserhöhung des Emirats Katar mittlerweile durch die VW-Vorzüge ersetzten VW-Stammaktien waren im Jahresverlauf die größte Enttäuschung für Dax-Anleger. Von 250,00 Euro Ende 2008 ging es um rund 70 Prozent auf 77,00 Euro nach unten. Die Vorzugsaktien zogen im gleichen Zeitraum dagegen um knapp 73 Prozent an. Dieses gegensätzliche Bild bestätigte sich am letzten Tag des Jahres mit leichten Gewinnen der Vorzüge und etwas schwächeren Kursen der Stämme.

Spannend ist auch der Blick auf Postbank-Aktien, die mit minus 2,31 Prozent auf 22,88 Euro am letzten Handelstag größter Verlierer im MDax waren. Bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Dax am 23. März gehörten sie dort zu den größten Verlierern. Seither zählten die Bankpapiere jedoch dank der Bodenbildung des Gesamtmarkts zu den gefragtesten Werten des Indexes mittelgroßer Werte und sprangen um etwa 111 Prozent an - nur übertroffen von ProSiebenSat.1 mit einem Sprung um 236 Prozent. Das bitterste Kapitel des MDax-Jahres schreiben die zwischenzeitlich ausgeschiedenen Arcandor-Anteile, die Ende 2008 noch 3,09 Euro gekostet hatten und aktuell bei 0,17 Euro aus dem Handel gingen. Papiere der Hypo Real Estate folgten mit einer Halbierung auf 1,45 Euro schon mit einigem Abstand.

Im TecDax gehört die Bühne des besten Werts dem Spezialmaschinenbauer Aixtron, auch wenn dessen Papiere aktuell 0,63 Prozent auf 23,50 Euro abgaben. Sie konnten sich im Jahresverlauf fast verfünffachen. Der Solarsektor fiel dagegen durch seine uneinheitliche Entwicklung auf. Mit SMA Solar war einer der Favoriten ebenso zu finden wie Q-Cells als schwächster TecDax-Wert. (APA)

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