Auf Flucht angeschossen: Mutmaßliche Bankräuber zeigen Wachmann an

18. Dezember 2009, 10:25
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Zunächst gaben die Burschen neben dem Bankraub noch neun andere Delikte zu, später widerriefen sie ihre Geständnisse aber

St. Pölten - Zwei mutmaßliche Serienbankräuber haben Anzeige gegen den Wachmann erstattet, der sie am 4. Dezember nach einem Überfall in Blindenmarkt (Bezirk Melk) auf der Flucht angeschossen hat. Gerhard Sedlacek, Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten, betätigte einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung "Österreich" (Freitagausgabe).

Die Anwältin habe die Anzeige am Donnerstag eingebracht, so Sedlacek. "Es hätte ihrer aber nicht bedurft", denn der Schusswaffengebrauch des Sicherheitsmannes sei ohnehin Gegenstand im Gesamtkomplex der Ermittlungen. Dazu werde ein Gutachten erstellt, wahrscheinlich werde es in weiterer Folge auch einen Lokalaugenschein geben.

Schusswechsel

Das Duo - zwei Brüder im Alter von 24 und 26 Jahren - gibt zu, eine Bank in Blindenmarkt überfallen zu haben. Beim Verlassen des Instituts kam es zu einem Schusswechsel mit einem Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes, bei dem einer der Verdächtigen einen Oberkörper-Durchschuss erlitt. Auf einem Autobahnparkplatz wurden die Männer dann von der Polizei gefasst.

Die mutmaßlich "schweren Burschen" sollen in der Steiermark sowie in Nieder- und Oberösterreich zugeschlagen und ihren Lebensunterhalt mit Straftaten bestritten haben. Zunächst gaben die beiden neben dem Überfall in Blindenmarkt noch neun andere Delikte zu, später widerriefen sie diese Geständnisse aber. Sie hätten die Taten nur wegen der "den Grundrechten widersprechenden Verhörmethoden" zugegeben, kritisierte die Anwältin der Verdächtigen die Ermittlungsbehörden. (APA)

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