Hundstorfer will Hackler-Pension künftig mit 62

18. Dezember 2009, 18:51
288 Postings

Anhebung um zwei Jahre - Immer mehr gehen als "Hackler" in Pension - Darunter sind immer öfter Büroangestellte

Wien -  Sozialminister Rudolf Hundstorfer will das Antrittsalter für die Hackler-Pension um zwei Jahre anheben. Mit langer Versicherungszeit soll damit nach 2014 ein abschlagsfreier Pensionsantritt mit 62 Jahren für Männer und mit 57 für Frauen weiter möglich sein. Derzeit ist das mit 60 bzw. 55 der Fall. Über dieses Konzept will Hundstorfer im Jänner mit den Sozialpartnern und mit der ÖVP als Nachfolgemodell für die mit Ende 2013 auslaufende Hackler-Regelung verhandeln.

"Ich stelle mir das schrittweise mittels Angleichung an die Korridorpension von 62 Jahren vor. Das Ausmaß der Schritte ist auszuverhandeln - möglich sind sechs Monate, 12 Monate oder auf einmal 24 Monate, wobei ich eher für Schritte bin", sagt Hundstorfer in der "Kronen-Zeitung".

Derzeit kann man mit 40 bzw. 45 Versicherungsjahren ohne Abschläge mit 55 bzw. 60 Jahren in die sogenannte Hackler-Pension gehen. Diese Regelung ist mit Ende 2013 befristet. Nach dem nun von Hundstorfer vorgeschlagenen Modell soll das Pensionsantrittsalter für die Hackler-Pension danach schrittweise um zwei Jahre angehoben werden.

Wer 40 bzw. 45 Versicherungsjahre hat, könnte dann mit 57 bzw. 62 Jahren weiter abschlagsfrei in die Pension gehen, erläuterte Hundstorfers Sprecher Norbert Schnurrer. Daneben gibt es weiter die Korridorpension, die man ebenfalls ab 62 in Anspruch nehmen kann. Der Unterschied zur dann ab 2014 neuen Hackler-Regelung bestünde darin, dass man für diese Korridorpension 4,2 Prozent Abschläge in Kauf nehmen muss, diese kann man aber schon mit 37,5 Versicherungsjahren antreten.

Zudem strebt Hundstorfer eine Überarbeitung der Schwerarbeiterpension an. Sie soll um Berufe mit Schwerstarbeit erweitert werden, die jetzt noch nicht erfasst sind. "Für wirklich schwere Hackler soll eine Möglichkeit, vorzeitig in den Ruhestand zu treten, geschaffen werden." Auch die Invaliditätspension soll neu geordnet werden, die Menschen sollen früher in Rehabilitation geschickt werden.

Immer mehr gehen als "Hackler" in Pension

Das Auslaufen dieser Art der Frühpension ab 2013 ist im Regierungsprogramm vorgesehen

Die Zahl der Hackler-Pensionisten steigt kontinuierlich an und wird "immer beliebter", sagt Johannes Pundy von der Pensions-Versicherungsanstalt im Ö1 Morgenjournal. Alle Sozialversicherungen zusammengerechnet sind es mehr als 75.000 Personen, die derzeit in Hacklerpension sind. Das sind um über 10.000 mehr als noch zu Jahresbeginn, die aufgrund langer Versicherungszeiten begünstigt, weil abschlagsfrei, vorzeitig in Pension gehen können. Und auffällig ist: Es sind immer mehr Büroangestellte, die das Modell nutzen.

Zeiten nachkaufen

Wer die 45 Versicherungsjahre für Männer oder 40 für Frauen nicht erreicht, kann Schul- und Studienzeiten nachkaufen - eine beliebte Variante. "Ein Großteil der Leute, die Studienzeiten nachkaufen, tun es um die Voraussetzungen für die Hacklerregelung erfüllen zu können oder zumindest früher in Pension gehen zu können", sagt Johannes Pundy.

Was jedenfalls notwendig sein wird, ist eine Übergangsregelung für das Auslaufen der Hackler-Pension. Die aktuelle Regelung gilt bis Ende 2013. "Die derzeitige Regelung würde ja bedeuten, dass ab dem Jahr 2014 wir die Situation hätten, dass beispielsweise ein Mann, der am 31. Dezember 1953 geboren ist, noch mit 60 in Pension gehen könnte. sofern er die Voraussetzungen erfüllt. Und der am nächsten Tag, am 1.1.1954, Geborene bereits viereinhalb Jahre länger arbeiten müsste. Also ich denke, hier wird eine Übergangsregelung kommen müssen", so Pundy zu Ö1. (APA, red, derStandard.at, 18.12.2009)

Share if you care.