Frachter vor Küste gesunken: Mehrere Tote

18. Dezember 2009, 14:14
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38 Menschen bisher gerettet - Raue See als Ursache - Weiter Suche nach 40 Vermissten

Beirut - Nach einem Schiffsunglück vor der Küste des Libanon haben Helfer in einer dramatischen Rettungsaktion nach rund 40 Vermissten gesucht. Ein Sprecher der libanesischen Armee sagte, insgesamt seien 38 der insgesamt 82 Menschen an Bord gerettet und vier Leichen geborgen worden. Die deutsche Marine unterstützte den durch hohe Wellen erschwerten Rettungseinsatz als Teil der im Libanon stationierten UN-Friedenstruppe UNIFIL.

30 Gerettete wurden auf Booten in die libanesische Hafenstadt Tripoli gebracht, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Weitere acht, die unter extremer Erschöpfung litten, wurden per Hubschrauber an Land gebracht. Die meisten Geretteten stammten aus Pakistan und den Philippinen, auch ein Ukrainer stand auf der Liste.

"Ich dachte, ich sterbe"

"Als ich ins Wasser gesprungen bin, hatte ich keine Schwimmweste, weil ich keine finden konnte", sagte einer der Überlebenden, ein Philippiner namens Jonathan. Da die Wellen sehr hoch gewesen seien, sei er in Panik geraten. "Ich dachte, ich sterbe", berichtete der Überlebende. Nach Angaben des libanesischen Armeesprechers war es den meisten Menschen an Bord des Frachters gelungen, sich rechtzeitig eine Schwimmweste überzuziehen. Es wurde jedoch befürchtet, dass die bis zu drei Meter hohen Wellen sie weit vom Unglücksort wegspülten.

In Seenot geraten

Der Frachter "Danny F II" war auf dem Weg von Uruguay nach Syrien in Seenot geraten. Er setzte einen Notruf ab und änderte seinen Kurs, um die libanesische Hauptstadt Beirut zu erreichen. In der Nacht auf Freitag sank das Schiff gut 20 Kilometer vor Tripoli. Ein geretteter Philippiner berichtete, der britische Kapitän der "Danny F II" habe Alarm geschlagen und alle aufgefordert, ins Wasser zu springen. Etwa zehn Minuten später sei das Schiff zur Seite gekippt und dann mit dem Kapitän an Bord gesunken.

An Bord befanden sich nach Angaben der in Montevideo ansässigen Reederei des Unglücksschiffes 76 Besatzungsmitglieder sowie sechs Passagiere, die aus Uruguay, Brasilien und Australien stammen. Die Fracht des Schiffes bestand aus rund 10.000 Schafen und 18.000 Rindern.

UNIFIL-Sprecherin Andrea Tenenti sagte, die Suche nach Überlebenden werde fortgesetzt. Allerdings sei das Wetter sehr schlecht. Der Einsatz wurde auf die internationalen Gewässer vor Syrien ausgedehnt. An der Suche beteiligten sich neun libanesische Schiffe, syrische Boote sowie drei UNIFIL-Schiffe, darunter der deutsche Marinetender "Mosel" und das Minenjagdboot "Laboe". Zudem war am Donnerstagabend ein britischer Rettungshubschrauber von Zypern aus zu der Unglücksstelle geflogen. (APA)

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