Besetzungs-Outsourcing

17. Dezember 2009, 18:34
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Eine Gruppe der Audimax-Besetzer versucht Räumlichkeiten zu besetzen, die ohnehin zugesagt waren

Inzwischen auf der Wiener Haupt-Uni: Eine Splittergruppe der Audimax-Besetzer versucht, Räumlichkeiten zu besetzen, die vom Rektorat ohnehin als Ausweichquartier zugesagt waren - wenn das Audimax freigegeben wird. Die Wega rückt an und trägt die jungen Leute weg. Ob gewollt oder nicht, die Verhandlungen zwischen Besetzern und Rektor sind zunächst einmal gestört. Über Aufforderung der Besetzer geben inzwischen Studierende ihre Bedingungen bekannt: Duschen für die Obdachlosen im Audimax, Frauenquote bei den Vorlesungen, eine Gratissonntagszeitung für Bildungsfragen. Vorlesungen sollen nur noch Inhalte haben, mit denen sich die Besetzer auch identifizieren können. Von einer Gedankenpolizei wird vorläufig abgesehen.

Leute, das alles ist nur noch tragikomisch. Das arbeitet der Aussitzstrategie der Politik in die Hände. Und eine Sprecherin der Besetzer erklärt die Obdachlosen zum "Teil unserer Bewegung. Sie besetzen nächtens für uns den Saal."

Da draußen in der kalten kapitalistischen Welt würde man das Outsourcing von eigener Arbeit an die Schwächsten der Gesellschaft nennen. (rau/DER STANDARD-Printausgabe, 18. Dezember 2009)

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