Alaskas Nordküste erodiert

17. Dezember 2009, 16:13
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US-Forscher: Kein Ende der Entwicklung in Sicht - verschiedene Faktoren spielen eine Rolle

Boulder - Die Klimaerwärmung sorgt nicht nur dafür, dass die Nordwest-Passage im Sommer eisfrei wird, sondern sie nagt auch an der Küste. Besonders betroffen davon ist die Nordküste Alaskas zwischen Point Barrow und Pudhoe Bay. Dort brechen jährlich zehn bis zwölf Meter Land ins Meer. Einer Studie von Forschern der University of Colorado in Boulder zufolge ist kein Ende dieser Entwicklung in Sicht.

Gründe

Verschiedene Faktoren spielen bei dieser gravierenden Erosion eine wesentliche Rolle. Der sonst ganzjährig gefrorene Boden der Klippen taut auf, das wärmere Meerwasser und die zunehmende Wellenaktivität wirken verstärkend. "Wenn die ersten Blöcke umgefallen sind, bringt das Meerwasser sie innerhalb weniger Tage zum Schmelzen und spült das sandige Material in den Ozean", so Studien-Coautor Robert Anderson.

Je länger die eisfreien Perioden sind, desto stärker wirkt die Erosion durch das aufgewärmte Meerwasser. Die ganze Nordküste Alaskas ist davon betroffen. Ein weiterer Faktor ist die immer längere Dauer, in der das Meereis von der Küste abgelöst ist. Die offene See zwischen der Küste und der schwimmenden Packeisfläche bewirkt eine Verstärkung der Wellen, die schließlich auf die Küste treffen. Dadurch kommt das warme Meerwasser mit immer mehr gefrorenen Teilen der Klippen in Berührung, so Anderson.

"Dreifacher Angreifer-Effekt"

"Was wir sehen, ist ein dreifacher Angreifer-Effekt", so Anderson. Nachdem im Sommer die schwimmende Eisdecke in der Nordpolregion zurückgeht und sowohl die Luft- als auch die Wassertemperatur zunimmt, sehen wir auch keinen Hinweis darauf, dass dies aufhört", sagt der Forscher, der das Studienergebnis gemeinsam mit seinen Forscherkollegen Cameron Wobus und Irina Overeem beim jährlichen Treffen der American Geophysical Union in San Francisco vorgestellt hat. (pte/red)

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