Vierter Sieg oder Revanche

17. Dezember 2009, 15:20
1 Posting

ÖSV strebt im Grödener Super G vierten Sieg in Serie an, die Konkurrenz ist bemüht, dies zu verhindern

Wolkenstein/Grödnertal - Nach den drei österreichischen Siegen in Val d'Isere schreit die Konkurrenz nach Revanche. Die Südtiroler Tage im Weltcup der Herren werden am Freitag mit dem Super G in Gröden (12.15/live ORF 1) eröffnet. Österreichs Hoffnungen auf den vierten Triumph in Folge ruhen vor allem auf Michael Walchhofer und Benjamin Raich.

Raich geht als Führender im Gesamtweltcup ins Rennen. "Wenn man im Weltcup führt, dann kann das kein schlechtes Zeichen sein. So etwas nimmt man gerne mit. Aber abgerechnet wird am Schluss", meinte Raich, der trotz einiger starker Super-G-Ergebnisse im Weltcup noch ohne Speed-Sieg ist. Seine 35 Weltcup-Erfolge hat er in Riesentorlauf, Slalom (jeweils 14) und Kombination (7) eingefahren.

"Die Form könnte dafür passen", sieht Raich gute Chancen auf eine Premiere. Im Kampf um den Gesamt-Weltcup spricht die aktuelle Form für den 31-Jährigen, der die große Kugel bis dato einmal (2006) erobert hat. Raich hat mit 486 Punkten mehr denn je um diese Zeit der Saison auf dem Konto, bei seinem Gesamtweltcuptriumph waren es zum selben Zeitpunkt 202 Zähler weniger gewesen.

Walchhofer kam als Sieger des jüngsten Super G in Val d'Isere nach Gröden, zudem hat er dort bereits drei Siege (Abfahrt 2007 und 2008, Super G 2004) gefeiert. "Nach dem Super G von Val d'Isere habe ich mir gedacht: Was soll jetzt noch für ein Speedrennen kommen, das ich nicht gewinnen kann? Das ist natürlich fürs Selbstvertrauen ein Hammer. Aber man darf auch nicht glauben, dass es von alleine geht", meinte der Salzburger über die Ausgangslage. Seine Favoriten für Freitag heißen Raich und Didier Cuche (SUI), dessen Start wegen einer gebrochenen Rippe leicht fraglich ist.

Ähnliche Sorgen hat Stephan Görgl. Der Steirer wird sich nur eine Woche nach seiner zweieinhalbstündigen Hand-Operation an den Super-G-Start wagen - mit elf Schrauben und zwei Platten im Mittelhandknochen, einer Spezialschiene und einem zusätzlichen Spezialschutz. Görgl hat am Mittwoch auf dem Patscherkofel einen letzten Härtetest absolviert (vor allem Startübungen) und erhielt danach von seinem Operateur Markus Gabl grünes Licht.

"Die Hand schmerzt, aber es geht", erklärte Görgl und merkte angesichts des Metalls in seiner Hand scherzhaft an: "Ich habe mehr Schrauben in meinem Mittelhandknochen als in der Bindungsplatte."

Ebenfalls mit Schmerzen ist Bode Miller unterwegs, "Es tut weh, aber es ist auszuhalten", meinte der US-Amerikaner nach den Abfahrtstrainings. Nach Form und Selbstvertrauen suchen im ÖSV-Team derzeit noch Klaus Kröll und Mario Scheiber, sie rechnen sich für Freitag nur Außenseiterchancen aus. Aber das hatte auch Teamkollege Walchhofer vor dem Rennen in Val d'Isere so gemacht. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Im Abfahrtstraining voran: Didier Cuche und Werner Heel (li)

Share if you care.